Audi TTS trifft auf Audi TT-Cup: Vergleich Bruderduell auf Herz und Nieren

02.09.2016

Audi hat das Topmodell Audi TTS zur Rundstreckenreife gebracht: Als TT-Cup wird der Fronttriebler im neuen Markenpokal bei der DTM von Nachwuchstalenten eingesetzt. Identisch zum Serien-Bruder TTS ist nur sein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo

Es ist die Geschichte zweier ehrgeiziger Brüder, die bei der Geburt getrennt wurden: Den einen beließ man so, wie ihn das Fließband in Ungarn schuf: schick, optisch reizvoll, elegant, funktional, aber immer überzeugend im komfortabel-sportlichen Auftritt. Und dann der andere: ausgewildert nach Spanien, in der Kaderschmiede hochgezüchtet, mit dicken Muskeln bepackt, agil, reflexhaft. Und auch ein kleines bisschen böse. Ein echter Krieger, der sich abseits fordernder Landstraßen und Show-Boulevards mit Vehemenz in verbissene Asphalt-Schlachten wirft. Nun stehen beide in der Boxengasse der Rennstrecke von Castellolí im katalanischen Hinterland – und noch wirken sie anständig und brav. Wäre man als Mensch einer geheimen Autosprache mächtig, würde man wohl Folgendes zu hören bekommen: "Hey Alter, wo warst du die ganze Zeit?", fragt der kleine Gelbe. Antwortet das Renngerät mit leicht elitärer Arroganz: „Bin schon als Rohkarosse auserwählt worden. Zum Komplettaufbau nach Martorell.“ Der Gelbe, nun etwas neidisch: "Wow."

Audi TTS im Video:

 

 

Audi TTS ist schneller als der TT-Cup

Der TTS wird als jugendliche Rennversion Audi TT-Cup genannt. Geschaffen wurde er innerhalb knapp eines Jahres für den neuen Markenpokal von Audi. 18 angehende Rennfahrer – darunter auch zwei Amazonen – werden als Sidekick zur DTM bei sechs Veranstaltungen ihr Talent unter Beweis stellen. Das Durchschnittsalter liegt bei 21 Jahren. Der jüngste Teilneh-mer, ein Finne, ist kürzlich erst 17 
geworden. Das junge Fahrpersonal kommt gezielt aus aller Welt – ganz wie es den künstlichen Idealen der Audi-Marketing-Denker entspricht. In den Spezialwerkstätten von Konzernpartner Seat in Martorell, wo man auf Sonderaufbauten spezialisiert ist, hat man dem TTS Beine gemacht: Links und rechts ging die Karosse um jeweils 60 Millimeter in die Breite. Dazu kommt eine neu gestaltete Frontpartie samt effektivem Frontsplitter und 1,39 Meter breitem Heckflügel. "Alles im Audi-Designzentrum in Ingolstadt entwickelt", prahlt die neue Rennversion, "meine neu gestaltete Aerodynamik sorgt für 150 Kilogramm zusätzlichen Anpressdruck bei Tempo 200. Staunst du, was?" "Staun ich gar nicht", kontert das flitzige Serienpendant so frech wie selbstbewusst.  Schließlich schafft es einen höheren Topspeed: Tempo 250 steht einer Höchstgeschwindigkeit von "nur" 239 km/h auf der Rennstrecke gegenüber – auch dank des geringeren Luftwiderstands. Denn die  motzigen 265/60er-Reifen auf 18-Zoll-Felgen beim Rundstrecken-Bomber tragen eben nicht nur zum aggressiven Look bei, sondern auch zu einem deutlich erhöhten Rollwiderstand.

Mehr zum Thema: Der neue TT RS

TTS ohne, TT-Cup mit Überrollkäfig

"Und einen Airbag? Hast wohl keinen", frotzelt der flotte TTS. „Airbag?“, fragt die Cup-Version, "Wozu? In mir herrscht auch so in Sachen Sicherheit höchste Priorität." Fürwahr: Zum einen tragen alle Piloten das Wirbelsäulen- und Kopf-schützende HANS-System, zum anderen ist im Rennmodell ein Sicherheitskäfig aus hochfestem 25CrMo4-Rohr verbaut. Rund 35 Meter davon stecken in jedem TT-Cup. "Außerdem", weist die Rennversion das Straßenauto Audi TTS in seine Schranken, "sitzt mein Pilot um sechs Zentimeter nach innen versetzt – das gibt mehr Raum für den Flankenschutz. Und meinen Audi-Sicherheitssitz gibt es auch in unserem großen Renn-Bruder, dem R8 LMS 
ultra. Meine Feuerlöschanlage ist die gleiche, die auch bei den R18 e-tron ultra in Le Mans, im RS5 aus der DTM und in der GT3-Version des 
R8 steckt. Noch Fragen?" Abgesehen davon wäre für den Airbag gar kein Platz. Schließlich sind im Lenkradkranz des 
TT-Cup 13 Funktionen bedienbar. Von Radio, Gebläse, Nebelschlussleuchte, Parksignal bis zum Einstellen des großen, dreiseitigen Displays, das an jener Stelle im Armaturenbrett sitzt, wo sich in der Serie Rundinstrumente befinden. Neben den dreistufigen Settings des Differenzials (für neue und verbrauchte Reifen oder Regen) ist aber der Knopf für das Push-to-pass-System rechts oben der wichtigste: "Schau mal", rühmt sich die Cup-Version, "damit kitzele ich 30 PS mehr aus meinem Vierzylinder heraus."  Ein zweites Mapping, das im Steuergerät hinterlegt ist, macht’s möglich. Wie oft der Fahrer die Überholhilfe aktivieren kann und für lange, wird von den Cup-Verantwortlichen von Rennen zu Rennen festgelegt.

Mehr zum Thema: Audi TT RS ohne Dach

Audi TT-Cup hat 30 PS mehr als TTS

"30 PS mehr?", fragt der gelbe TTS bewundernd. "Ist ja nur kurzfristig", beschwichtigt der TT-Cup, "aber Leistung kann man nie genug haben. Sagt jeder Rennfahrer, auch die  Anfänger." Das ist auch schon der einzige Unterschied, was den Motor der beiden Sport-Audi betrifft – ansonsten ist der Zweiliter- Vierzylinder-TFSI mit Turboaufladung in Cup und Straßenversion völlig identisch. Das könnte man auch vom Getriebe behaupten – hätte der Renn-TT nicht die ersten drei Gänge etwas länger übersetzt, die drei höchsten Gangstufen dagegen etwas kürzer. Alles Seriengangräder übrigens, die eine etwas kürzere Gesamtübersetzung ergeben. "Genug gequatscht", sagt das weiße Alpha-Tier, "gehen wir auf die Piste." 4140 Streckenmeter in hügeligem Gelände warten.
Klar hat der Serien-TTS keine Chance gegen seinen sportlicheren Bruder. Quirligen Fahrspaß bietet er dennoch. Vom enteilten Primus ist aus der Ferne auch nicht mehr viel zu hören – bis auf ein paar Satzfetzen: "Hab ich schon von meiner optimierten Gewichtsverteilung erzählt? … Meiner sagenhaften Stahlbremsanlage? … Meinem coolen Fahrwerk?" Doch das überhört der TTS geflissentlich.

Mehr zum Thema: TT RS in Knallgrün

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 86,10
Sie sparen: 37,89 EUR (31%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,79 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.