Cabrios: Chevrolet Corvette und Audi TT RS plus Audi TT RS plus Roadster | Chevrolet Corvette Grand Sport Cabrio

27.04.2012
Inhalt
  1. fünfzylinder-Turbo gegen V8-huBrAumriese
  2. Bessere Beschleunigung im offenen Audi TT
  3. Die Rennstrecke ist die Domäne der Corvette

Sound- und leistungsstark in die open-air-Saison starten? Ein Fall für den neuen Audi TT RS plus Roadster und die offene Corvette. Zwei Charakter-Cabrios für grenzenloses Frischluft-Feeling – nicht nur auf der Rennstrecke

Von weitem nähert sich ein hämmerndes Geräusch, kommt näher, fräst sich in die Gehörgänge, entfernt sich, wird leiser und verstummt, als der Audi TT RS plus Roadster – plus steht für 20 PS mehr – am Horizont verschwindet. Ein Erlebnis, das sich in leicht geänderter Tonlage, aber nicht minder eindrucksvoll wenige Augenblicke später wiederholt, als das nun wieder unter dem Chevrolet-Label vertriebene Corvette Cabrio im Grand Sport-Trimm vorbeirauscht.

 

fünfzylinder-Turbo gegen V8-huBrAumriese

Keine Frage, rein klangtechnisch gibt es – abgesehen vom Rauschen des Turboladers im Audi – deutlich hörbare Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlichen Motorenkonzepten. Doch die Hauben, unter denen sie stecken, gehören zu Roadstern, wie sie verschiedener kaum sein könnten. Auf der einen Seite der Audi mit kompakten Abmessungen und klaren Linien.

Sieht man vom Heckspoiler als notwendigem Tribut an die Aerodynamik ab, verkörpert der offene Audi TT RS eine Art automobilen Bauhausstils. Auf der anderen Seite die Corvette, flach, breit, muskulös, als Grand Sport mit Sportfahrwerk und verbreiterter Spur. In den Radhäusern des zeitlos extrovertierten Hecks rotieren 325er-Runon-Flat-Walzen (Notlaufreifen, vorn 275er). Der Audi lässt es rundum bei geradezu schmächtig wirkenden 255ern bewenden. Gleichsam als Reminiszenz an die glorreiche Rallye-Vergangenheit der Ingolstädter darf der Reihen-Fünfzylinder-Turbo gelten. Aktuell mit 2,5 Liter Hubraum und Ladeluftkühlung, verhelfen ihm passend zum Frühjahr eine geringfügige Ladedruckerhöhung (1,25 statt 1,2 bar) zu 20 Mehr-PS gegenüber dem Audi TT RS.

Über die nunmehr 360 anliegenden Pferdestärken dürfte der Corvette-Kapitän schmunzeln. Sein Motor kommt aus einem Land, in dem üblicherweise alles irgendwie King-Size-Format aufweist. Folglich vermisst er angesichts von ehrfurchtgebietenden 6,2 Liter Hubraum auch keine Aufladung, denn selbst als Sauger liefert der V8 alter Schule 437 PS ab.

Wie sie so nebeneinander parken, der beinahe zierliche Audi und die ausladende Corvette, scheint klar, wer hier ein Weight-Watchers-Programm vertragen könnte. Doch weit gefehlt. Tatsächlich zeigt die Präzisionswaage für den Audi mit 1572 Kilogramm unerwartete 31 Kilogramm mehr an als für den Ami, der mit seiner Kunststoff-Karosserie ordentlich Gewicht spart. Dafür glänzt der Audi TT RS mit erkennbar höherwertiger Machart als die Corvette. Seine Karosserie ist darüber hinaus verwindungssteifer.

Vor dem Spaß auf der Rennstrecke müssen die zwei aber erst einmal zeigen, wie sie den automobilen Alltag bewältigen. Hier beherrscht die Corvette Grand Sport Cabrio lässiges Cruisen ebenso wie engagiertes Angasen. Aus 900 Touren im sechsten Gang am Autobahn-Baustellenende beschleunigen oder Steigungen dank der 575 Nm Maximaldrehmoment einebnen? Kein Problem! Spätestens hier lernt man die Vorliebe der Amerikaner für große Hubräume verstehen – auch wenn sie selbst nie legal in den Genuss kommen, mit 180 km/h bei nur 2500 /min entspannt dahinzurollen.

 

Bessere Beschleunigung im offenen Audi TT

Wenn es sein soll, wird aus dem US-Cruiser ein Kämpfer, der muskelspielend das meiste, was ihm in den Weg kommt, niederringt. Maximal 300 km/h sind drin. Der Audi streicht bereits bei 280 km/h die Segel, was aber im normalen Alltagsverkehr kaum von Bedeutung ist, denn die Corvette kann ihn nicht abschütteln. Sein Fünfzylinder ist drehzahlgierig, kommt gefühlt etwas schneller aus dem Drehzahlkeller. Entspanntes Cruisen ist ebenfalls möglich, surfen auf der maximal 465 Nm messenden Drehmomentwelle ein Vergnügen.

Dennoch erreicht der Audi dabei nicht ganz den Grad an Lässigkeit wie sein US-Pendant. Das Drehzahlniveau ist insgesamt etwas höher, der Motor im Innenraum präsenter. Der Druck auf die S-Taste öffnet die Soundklappe im Auspuff und ändert die Gaspedalkennlinie Richtung spontaneres Ansprechverhalten. Dann zieht es den offenen Bayern bei durchgetretenem Gaspedal mit Wucht Richtung Horizont, und der Roadster rast auf und davon, während sich der Fahrtwind – wie in der Corvette – mit Orkanstärke um die Frisur kümmert.

Was das Schwarz auf Weiß heißt, belegt der Messcomputer, denn bei den Fahrleistungsprüfungen schlägt die Stunde der Wahrheit – mit einer Überraschung. Von null auf 100 km/h liegt die leistungsüberlegene Corvette mit 5,0 Sekunden eine halbe Sekunde hinter dem Audi TT RS plus Roadster. Dabei profitiert der Bayer von seiner blitzschnell die Gänge wechselnden S-tronic, einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Aufpreis: 2150 Euro), sowie dem serienmäßigen Allradantrieb. Die hinterradgetriebene Corvette verlangt nach einem schlupfsensiblen Gasfuß, ihr Sechsgang-Getriebe nach einer zupackenden Hand. Auch die 200-km/h-Marke fällt beim Audi immer noch 0,3 Sekunden eher (16,3 Sekunden) als bei der Corvette.

Angesichts der beeindruckenden Fahrleistungen bleibt der Verbrauch im Rahmen: 14,1 Liter Super Plus auf 100 Kilometern rauschten auf der Testrunde durch die Saugrohreinspritzung des großkalibrigen Corvette-Aggregats. Das ist der Leistung durchaus angemessen. Der 77 PS schwächere Audi-Motor mit Benzin Direkteinspritzung verlangte allerdings 3,1 Liter weniger.

 

Die Rennstrecke ist die Domäne der Corvette

Für schnelle Autobahnhatz hält die Grand Sport-Version der Corvette serienmäßig ein adaptives Dämpfersystem („magnetic selective ride control“) bereit, das per Wahlschalter blitzschnell vom „Tour-“ in den „Sport“-Modus wechselt. Dann saugt sich der Ami förmlich auf dem Asphalt fest. Doch muss in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass bei hohen Tempi die hintere Doppelquerlenkerachse mit Querblattfeder dafür sorgt, dass es die Corvette Grand Sport Cabrio speziell auf Bodenwellen nicht ganz mit der Richtungsstabilität der Mehrfachlenkerachse im Audi aufnehmen kann.

Auf topfebener Fahrbahn liegen beide wie die sprichwörtlichen Bretter. In Sachen Fahrkomfort sind bei Cabrios dieses Kalibers naturgemäß keine Wunder zu erwarten, doch fühlen sich die Insassen-Bandscheiben weder im Audi noch in der Corvette über Gebühr strapaziert. Über Frostaufbrüche informieren beide allerdings intensiver als nötig. Diese Gefahr besteht auf dem Nürburgring-GP-Kurs nicht.

Während sich die ersten Sonnenstrahlen des Vorfrühlings durch die Eifel-Wolkendecke kämpfen, absolvieren die beiden Cabrios ihre Einführungsrunde, bringen die Reifen auf Temperatur. Dann heißt es Vollgas! auf der Start-Ziel-Geraden hallen V8- und Fünfzylinder-Hämmern von den Tribünen zurück. Das folgende Kurvengeschlängel pariert die Corvette mit unerwartet zackigem Einlenken. Das Audi-Volant verlangt hier etwas höhere Lenkkräfte, fühlt sich aber handlicher an.

Herausbeschleunigen? Vorsicht! Hier benötigt der Ami Gefühl. Zu viel Gas bedeutet ein schnell auskeilendes Heck. Die Corvette will möglichst rund gefahren werden, schafft dann aber spürbar höhere Kurventempi als der Audi. Ihre Querbeschleunigungsanzeige im Head-up-Display weist bis zu 1,3 g aus. Der Allrad-Audi gibt den gutmütigen Ideallinien-Pfadfinder, kontert ab dem Scheitelpunkt mit Traktion und zieht brachial aus den Ecken. Beim Anbremsen von Kehren vermittelt die Corvette den besseren Druckpunkt und ist am Ende über fünf Sekunden schneller als der Audi. in puncto Fahrspaß liegen jedoch beide gleichauf. Die Open-Air-Saison ist eröffnet!

Fazit

Zwei Roadster, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Hier der durchtrainierte Audi, dort die Bodybuilder-Corvette. Der potente Bayer mit Fünfzylinder-Turbo leistet zwar 77 PS weniger als das V8-befeuerte Cabrio aus Kentucky, liefert aber minimal bessere Fahrleistungen. Doch auf der Rennstrecke ist die Corvette, von kundiger Hand bewegt, deutlich schneller und widerlegt damit das Stammtisch-Vorurteil, dass amerikanische Sportwagen nur zum Schaulaufen taugen. Der Audi punktet mit besserer Traktion, höherer Qualität und einem um 16.600 Euro günstigeren Preis. Charakterstärke ist bei beiden Roadstern serienmäßig.

Technische Daten
Motor 
ZylinderR5-Zylinder, 4-Ventiler Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum2480
Leistung
kW/PS
1/Min

265/360
5500 - 6700 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
465
1650 - 5400 /min
Kraftübertragung 
Getriebe7-Gang-Doppelkupplung
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 255/35 R 19 Y
h: 255/35 R 19 Y
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1572
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)280
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch8.6l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)199

Tags:
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