Der neue Audi TT trifft auf seinen bayerischen Konkurrenten BMW Z4 Gebt uns Kurven

25.09.2014

Der dritte Audi TT will nicht nur schön sein, auch Sportfahrer sollen den Ingolstädter lieben. Wie schlägt er sich im Vergleich mit dem heckgetriebenen BMW Z4 Roadster?

Oft verrät schon ein Blick in die Augen, wohin die Reise gehen könnte. So verhält es sich auch bei BMW Z4 und Audi TT: Während der eine schöne Augen macht, funkelt der andere angriffslustig aus messerscharf gezeichneten Scheinwerfern. Auch der noch dominanter gezeichnete Singleframe-Grill und die bullig ausgestellten Radhäuser bescheren dem TT einen Auftritt,  der nicht nur unterschwellige Ansprüche auf die linke Spur zum Ausdruck bringt.

 

Audi TT und BMW Z4: Der TT sichert sich die Dynamik-Wertung

Im Innenraum gehen die keine 100 Kilometer voneinander entfernt entwickelten Bayern ebenfalls eigene Wege: Gestartet werden beide per Knopfdruck – doch damit sind auch schon alle Gemeinsamkeiten aufgezählt. Der TT begrüßt seinen Fahrer mit dem neuartigen Virtual Cockpit und lässt mit einem selbstbewussten Gasstoß aufhorchen, der Z4 gibt den zurückhaltenden Gentleman. Elektronik-Spielereien hinterm Lenkrad sind dem Münchner fremd, dafür entschädigt er mit der tieferen Sitzposition und dem Blick über die endlos lange Motorhaube.

Faustdick hinter den Ohren haben es beide: 245 PS schickt der Zweiliter-Turbo des Z4 sDrive28i an die Hinterräder, der TT 2.0 TFSI quattro hält mit 230 PS, Allradantrieb und geringerem Gewicht dagegen. Dafür fehlt ihm in diesem  Vergleich die Möglichkeit, das Stahldach im Kofferraum zu versenken – das geschieht beim Z4 auf Knopfdruck innerhalb von 19 Sekunden und macht den Münchner zum Ganzjahres-Roadster.

Allerdings beraubt es den Z4 auch seines Kofferraums: Mit einem Volumen von 180 bis 310 Liter fasst er höchstens so viel wie der viersitzige TT. Klappt man die ohnehin nur für Kurzstrecken geeignete Rückbank des Audi um, eröffnen sich der knackigen Form zum Trotz satte 712 Liter Gepäckraum.

Doch zurück auf die Straße: Schon auf den ersten Metern untermauern die beiden Charakterköpfe ihren jeweiligen Stil und lassen keine Zweifel an ihren Vorlieben aufkommen. Der Audi präsentiert sich dabei als das lautere und knackigere Fahrerauto mit etwas trockener abgestimmtem Fahrwerk und ultradirekter, aber leichtgängiger Progressiv-Lenkung. Der BMW bleibt stets eine Spur ruhiger, kann im Sport+-Modus aber auch die Zähne zeigen.

Auf den kurvigen Bergstraßen im Süden Spaniens machen beide ähnlich viel Spaß, doch der Audi kann dank intelligent geregeltem Allradantrieb beim Herausbeschleunigen aus engen Kehren immer wieder ein paar Meter gutmachen. Geübte Fahrer können das Heck des Z4 zwar mit dem Gaspedal zum Mitlenken bewegen und die komplett von Antriebseinflüssen befreite Lenkung genießen, der kühle Techniker aus Ingolstadt enteilt ihnen aber dennoch.

Trotz ihrer Qualitäten als Sportler eignen sich beide auch für den Alltag, elektronisch lassen sich alle relevanten Aspekte auf Komfort oder Dynamik trimmen. Die Verwandlung vom Racer zum Gleiter gelingt dem TT dabei überzeugender, auf schlechten Straßen federt er etwas sanfter als der BMW. Kaum wahrnehmbare Schaltvorgänge beherrscht das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe im TT wie auch die Achtstufen-Automatik des Z4.

Im Innenraum kann der BMW sein Alter nicht verbergen, obwohl er erst vor einem Jahr per Facelift aufgefrischt wurde. Sein prinzipiell noch immer sehr gutes Infotainment-System lässt moderne Details wie die Eingabe per Touch-Controller vermissen, die klassisch-analoge Version von Tacho und Drehzahlmesser wirkt im Vergleich mit dem Virtual Cockpit des TT angestaubt, und auch Sonderausstattungen wie Voll-LED-Scheinwerfer sucht man in der Z4-Preisliste vergebens.

Zwar erfordert die Bedienung des Audi-MMI ein wenig mehr Übung, nach kurzer Eingewöhnung lernt man die Platzierung des Displays direkt hinter dem Lenkrad aber schnell zu schätzen. Einziger Nachteil: Der Beifahrer kann auf dem 12,3 Zoll großen Bildschirm kaum etwas erkennen und so weder bei der Eingabe noch bei der Interpretation behilflich sein. Dafür entschädigen Materialien und Verarbeitung mit bekannter Audi-Qualität.

Wer aber mit geöffnetem Verdeck dem Sonnenuntergang entgegenfährt,  verzeiht  dem  Z4  schnell alle  Schwächen. Auf dieses Erlebnis müssen TT-Fahrer bis zum Frühjahr warten – erst dann ist auch der Ingolstädter als Roadster erhältlich.

TECHNIK
   

AUDI TT 2.0 TFSI quattro
BMW Z4 sDrive28i
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung  4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 1984 cm3  1997 cm3
Leistung 169 kW / 230 PS bei 4500 - 6200 /min 180 kW / 245 PS bei 5000 - 6500 /min
Max. Drehmoment 370 Nm bei 1600 - 4300 /min  350 Nm bei 1250 - 4800 /min
Getriebe 6-Gang, Doppelkupplung  8-Stufen-Automatik
Antrieb Allrad, permanent  Hinterrad
L/B/H 4177/1832/1353 mm  4239/1790/1291 mm
Radstand 2505 mm  2496 mm
Leergewicht 1335 kg  1420 kg
Kofferraumvolumen 305 - 712 l  180 - 310 l
Fahrleistungen1 0-100 km/h in 5,3 s  0-100 km/h in 5,5 s
Höchstgeschwindigkeit1 250 km/h  250 km/h
EU-Verbrauch1 6,4 l S/100 km  6,8 l S/100 km
CO2-Ausstoß1 149 g/km  159 g/km
Grundpreis1 39.500 Euro  46.600 Euro
¹ Werksangaben

Benny Hiltscher

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