Audi-Sicherheit: Neue Lichttechnik und Fahrer-Assistenzsysteme Neue Helferlein

29.12.2011

Mit weiteren Fahrer-Assistenzsystemen und einer neuen Lichttechnik will Audi das Autofahren sicherer machen. Ein Überblick

Die Bilanz ist erschreckend. „90 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr sind auf menschliches Versagen zurückzuführen“, sagt Christian Hippolsteiner, Leiter aktive Fahrsicherheit bei Audi. Und er ist davon überzeugt, dass in Zukunft der Stellenwert von Fahrerassistenzsystemen sprunghaft wächst: „Solche Techniken können den Fahrer maßgebend unterstützen, ihm Entscheidungen abnehmen und, wenn es knifflig wird, das Zepter sogar ganz übernehmen.“ Mit einer Vielzahl von Sensoren wie Radar, Kamera, Laser oder PMD-Dioden (Infrarotlicht-Erkennung), wie sie teilweise bereits schon jetzt eingesetzt werden, lässt sich durch Vernetzung, schnellere Prozessoren und neue Software-Algorithmen ein breites Spektrum weiterer nützlicher Helfer mobilisieren.

Herzstück mehrerer neuer Assistenten ist die automatische Abstandsregelung ACC. Sie mutiert in Kombination mit Kamera und Nahfeldsensoren zum Stauassistent. Das ist sinnvoll, denn bei zähfließendem Verkehr unter Tempo 60 mit häufigen Stopps und Wiederanfahren bleibt nicht nur der Fahrspaß, sondern viel zu oft auch die Konzentration des Fahrers auf der Strecke. Hier hilft die Audi-Entwicklung. Per Radarmessung regelt sie nicht nur den Abstand zum Vorausfahrenden (von null bis 250 km/h), das Anhalten und Anfahren, sondern übernimmt sogar das Lenken.

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Etwa um gefahrenfrei enge Baustellen zu passieren oder Platz für eine Rettungsgasse zu schaffen. Bei unserer Testfahrt auf abgesperrter Strecke funktionierte das problemlos. Sensoren und Videokamera beobachten die vorausfahrende Kolonne sowie die Fahrbahnmarkierungen und lassen keine Beschleunigung zu, wenn andere Fahrzeuge, Leitplanken oder Fußgänger im Weg stehen. Mit dem Assistenten „Pre sense city“ will Audi den Stadtverkehr sicherer machen. Mit dem PMD-Sensor (Photo-Misch-Detektor) werden dreidimensionale Abstände fahrender und stehender Hindernisse sicher erkannt.

Wenn ein Auffahrunfall droht, warnt die Technik mit einem Bremsimpuls. Reagiert der Fahrer nicht oder erkennt der Assistent, dass ein Fußgänger auf die Fahrbahn tritt, löst er eine Notbremsung aus. Durch einen zusätzlichen Laserscanner entsteht das Assistenzsystem „Aktive Gefahrenbremse“. Es soll automatische Vollverzögerungen auch aus hohen Geschwindigkeiten ermöglichen. Durch seitliches Umfeld-Scannen checkt die Technik ab, ob vielleicht auch ein Ausweichmanöver möglich und sinnvoll ist – sie macht also das, was ein routinierter Fahrer auch tun würde – allerdings viel schneller. Durch den „Audi-Kreuzungsassistent“ sollen Kollisionen mit dem Querverkehr verhindert werden.

Radarsensoren und Weitwinkel-Kameras spielen hier die Hauptrolle. Später soll die Vernetzung der Autos untereinander (Car-to-Car) das System perfektionieren. Unser Kamera-basierter Prototyp warnte rechtzeitig per rotem Licht-Balken in der Frontscheibe und Bremseingriff. Einen spannenden Mix hilfreicher Techniken will Audi A5 Konzept von Bosch im Fahrberichtkünftig auch mit neuen Lichtsystemen bieten. Beim „Matrix Beam“ werden die zahlreichen Einzel-Dioden des LED-Scheinwerfers so gesteuert, dass entgegenkommende Fahrzeuge blendfrei abgeschattet werden. Und eine Laser-Nebelschlussleuchte projiziert einen 30 Meter langen Keil im Nebellicht. Das wirkt wie eine rote Stopplinie für den Nachfolgeverkehr.
Holger Ippen

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