Audi S4 3.0 TFSI quattro - Opel Insignia OPC Audi S4 3.0 TFSI quattro - Opel Insignia OPC

01.09.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem stärksten Serien-Opel aller Zeiten stellen sich die Rüsselsheimer dem Kampf um einen vorderen Platz bei den Sportlimousinen. Gegner ist der 333 PS starke Audi S4, der die Messlatte für den Insignia OPC sehr hoch legt

Seit 1999 tragen die sportlichsten Opel-Modelle das Kürzel OPC für Opel Performance Center. Corsa, Astra und Vectra, aber auch die Familienvans Meriva und Zafira wurden bereits veredelt und gestärkt. Der neue Insignia dient den OPC-Machern jetzt als Basis für einen Angriff aufs sportliche Premium-Segment. Dafür legen sich die Ingenieure ordentlich ins Zeug: Mit 325 PS verfügt der Insignia OPC über den stärksten Motor, der je in einem Serien-Opel zum Einsatz kam.

Gegner in diesem Test ist der Audi S4, der mit 333 PS, Allradantrieb und V6-Motor nahezu die gleichen Leistungs- und Charaktermerkmale wie der Opel vorweist. Während der Rüsselsheimern mittels Turbolader zwangsbeatmet wird, vertrauen die Audi-Techniker auf einen Kompressor.

 

Karosserie

Der Opel offeriert mehr Platz, der Audi mehr Qualität und Sicherheit
Mit 4,70 (Audi) und 4,83 (Opel) Meter Länge gehören die beiden Rivalen zu den großen Vertretern der sportlichen Mittelklasse. Entsprechend gut ist damit auch das Platzangebot, das die Insassen erwartet. Weder die Front- noch die Fondpassagiere müssen sich über mangelnden Raum beklagen. Während der Insignia vorn leichte Vorteile hat, weil er luftiger geschnitten ist, bieten die Rücksitze des Audi den Mitreisenden mehr Komfort.

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Das liegt aber nicht etwa an der unterschiedlichen Beinfreiheit, vielmehr sorgt die Coupé-Form des Insignia dafür, dass es durch das nach hinten heruntergezogene Dach im Kopfbereich weniger Höhe gibt. Die Kofferräume von Audi (480 Liter) und Opel (500 Liter) sind ausgesprochen großzügig bemessen.

Deutliche Vorteile erarbeitet sich der S4 in diesem Kapitel dank der besseren Übersichtlichkeit, der umfangreicheren Sicherheitsausstattung, der hochwertigeren Qualitätsanmutung und Verarbeitung. Besonders unterhalb des Armaturenträgers sieht beim Opel alles nach Plastik aus – und ist es auch. Bei einem Auto für rund 45 000 Euro kann man mehr verlangen.

KarosserieMax. PunkteAudi S4 3.0 TFSI quattroOpel Insignia OPC
Raumangebot vorn1007980
Raumangebot hinten1007066
Übersichtlichkeit704132
Bedienung/ Funktion1008583
Kofferraumvolumen1003941
Variabilität1002515
Zuladung/ Anhängelast804031
Sicherheit15010086
Qualität/ Verarbeitung200183173
Kapitelbewertung1000662607

 

Fahrkomfort

Audi schafft den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit
Gut geformte Sportsitze, die allerdings in beiden Kandidaten Aufpreis kosten, bieten besten Seitenhalt, genügend Auflagefläche für die Beine und ausreichenden Komfort. Speziell die Sitze im Opel erweisen sich als überaus langstreckentauglich.

Wie es sich die Klientel solcher Fahrzeuge wohl wünscht, gehören sowohl der S4 als auch der Insignia OPC nicht gerade zu den Leisetretern. Sie sind aber keinesfalls Radaubrüder. Den dezenteren Klang und die niedrigeren Innengeräusche bietet der V6 des Audi, das sonorere Klangbild der Turbo-V6 des Insignia.

Wer zur sportlichen Fahrzeuggattung zählt, verfügt naturgemäß auch über ein entsprechend abgestimmtes Fahrwerk. Dabei ist der Opel im Gegensatz zum Audi mit adaptiven Dämpfern ausgestattet, die sich per Knopfdruck in drei Stufen verstellen lassen. Bereits in der Komfortstufe wirkt die Federung knackiger und straffer als die des S4. Bodenwellen dringen nicht unangenehm, aber doch spürbar in den Innenraum durch – die sportliche OPC-Einstellung eignet sich eigentlich nur für die Rundstrecke. Der Audi ist hier komfortabler.

FahrkomfortMax. PunkteAudi S4 3.0 TFSI quattroOpel Insignia OPC
Sitzkomfort vorn150108112
Sitzkomfort hinten1006565
Ergonomie150126115
Innengeräusche503730
Geräuscheindruck1007880
Klimatisierung504138
Federung leer200127123
Federung beladen200130125
Kapitelbewertung1000712688

 

Motor und Getriebe

Der Audi sprintet besser, der Opel verbraucht weniger
Der S4 mit 333 PS, V6-Zylinder, Direkteinspritzung und mechanisch angetriebenem Kompressor arbeitet mit einem Ladedruck von bis zu 0,8 bar. Der Motor reagiert spontan auf jede Bewegung des Gaspedals und fühlt sich in nahezu allen Drehzahlregionen wohl. Für den Spurt von null auf 100 km/h benötigt der S4 ganze 4,9 Sekunden, die 200 km/h erreicht er nach 17,5 Sekunden. Da kann der ebenfalls mit einem V6-Triebwerk bestückte Insignia OPC nicht mithalten.

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Seine 325 PS reichen aus, um in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 zu sprinten, nach 22,6 Sekunden durcheilt er die 200-km/h-Marke.Befeuert wird der Rüsselsheimer mittels Turbolader, der einen maximalen Ladedruck von 0,9 bar aufbaut. Zwar hängt das Triebwerk ebenfalls willig am Gaspedal, aber es ist nicht so agil wie der Audi-Motor. Auf Gasbefehle antwortet der Opel-Motor mit einer kleinen Gedenksekunde. Im sportlichen OPC-Modus reagiert der Insignia jedoch blitzschnell ohne Turboloch.

Bei beiden Sportlern funktionieren die manuellen Sechsganggetriebe einwandfrei. Die Schaltbox im S4 hat kürzere Wege und arbeitet sehr präzise. Dagegen sind die Schaltwege im Insignia etwas lang, was speziell beim fünften und sechsten Gang auffällt. Um das Getriebe an den stärkeren OPC anzupassen und um bessere Fahrleistungen zu erzielen, haben die Techniker die Achsübersetzung verkürzt.

Der V6 des OPC mit zweiflutigem Turbo kann zwar in der Laufkultur mit dem Audi-V6 nicht ganz mithalten, bei den Trinksitten gibt er sich aber ausgesprochen zivil. 11,8 Liter Super Plus laufen pro 100 km durch die Brennräume, während sich der Ingolstädter 12,9 Liter über die gleiche Distanz gönnt – allerdings das etwas günstigere Super. Schlussendlich ergibt sich in diesem Kapitel ein Unentschieden.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi S4 3.0 TFSI quattroOpel Insignia OPC
Beschleunigung150140134
Elastizität1008984
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1009087
Kraftentfaltung504136
Laufkultur1008782
Verbrauch325136157
Reichweite25710
Kapitelbewertung1000680680

 

Fahrdynamik

Der Kampf um die Punkte erfolgt auf nahezu gleichem Niveau
Der Insignia ist der erste Allradler, den die Techniker bei OPC bearbeitet haben. Das für den Insignia OPC modifi zierte FlexRide-Fahrwerk verfügt über eine neue Vorderradaufhängung, und die Karosserie ist um zehn Millimeter abgesenkt. Diese Veränderungen sorgen dafür, dass der Rüsselsheimer wesentlich agiler einlenkt und die Lenkung direkter agiert. Das Ergebnis zeigt sich auch beim Handling. Der Opel fährt selbst mit abgeschaltetem ESP ausgesprochen neutral und baut Überschussgeschwindigkeit in Kurven sanft ab. Lastwechselreaktionen sind für ihn ein Fremdwort.

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Der S4 schiebt dagegen heftig über die Vorderräder. Wer das Tempo richtig trifft, kann allerdings dank des – in unserem Testwagen optional eingebauten – Sportdifferenzials sehr früh wieder das Gaspedal durchtreten. Das kurvenäußere Rad wird bei Bedarf dann nämlich mit mehr Drehmoment versorgt. Der Insignia verfügt serienmäßig über ein solches Hinterachsdifferenzial und ist um einen Wimpernschlag flotter. Im Slalom liegen die Vorteile dafür beim S4, der einfach agiler und leichtfüßiger wirkt.

Beim Bremsen punktet der Audi in kaltem Zustand, mit warmen Bremsen hat der OPC mit seiner Brembo-Anlage die Nase vorn. Beide Rivalen sind in allen Disziplinen nahezu gleichauf. Mal liegt der Vorteil hier, mal dort. Den erwarteten klaren Sieg für den S4 gibt es jedenfalls nicht.

FahrdynamikMax. PunkteAudi S4 3.0 TFSI quattroOpel Insignia OPC
Handling1509595
Slalom1007168
Lenkung1008587
Geradeauslauf504242
Bremsdosierung302019
Bremsweg kalt1509989
Bremsweg warm150100107
Traktion1008283
Fahrsicherheit150138139
Wendekreis2096
Kapitelbewertung1000741735

 

Umwelt und Kosten

Auch der Insignia OPC muss mit den dürftigen Opel-Garantien leben
Wie nicht anders gedacht, holt sich der Opel hier den Kapitelsieg. Er ist mit einem Grundpreis von 44 900 Euro rund 6000 Euro günstiger als der Audi und verbucht auch beim Wertverlust nochmals rund 3000 Euro auf der Habenseite. Bei nahezu gleicher AZ-Normausstattung entscheidet lediglich die Preisgestaltung der Metalliclackierung, wer hier besser abschneidet. Weitere Pluspunkte sammelt der sportliche Rüsselsheimer durch die günstigeren Versicherungseinstufungen und den niedrigeren Verbrauch.

Der S4 hält dem OPC die besseren Emissionswerte entgegen. Zudem trumpft er mit geringeren Werkstattkosten, niedrigerer Besteuerung und den klar besseren Garantiebedingungen auf. Hier hat Opel still und heimlich die Konditionen für die Insignia-Kunden verschlechtert.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi S4 3.0 TFSI quattroOpel Insignia OPC
Bewerteter Preis675113129
Wertverlust501112
Ausstattung251720
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502818
Werkstattkosten201513
Steuer1076
Versicherung402729
Kraftstoff552425
Emissionswerte258079
Kapitelbewertung1000322331

 

Fazit

Der Opel Insignia OPC schlägt sich unglaublich gut gegen den Audi S4. Das hätte im Vorfeld keiner erwartet. Er ist leicht im Handling, akzeptabel im Verbrauch und auch optisch endlich wieder ein Auto für den echten Opel-Fan, der Turboschub und Fahrerlebnis spüren will. Der Audi S4 überzeugt mit den besseren Fahrleistungen und dem angenehmeren Komfort. Der Sieg ist dem Opel zwar nicht gelungen, aber er liegt ganz knapp hinter dem Audi.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi S4 3.0 TFSI quattroOpel Insignia OPC
Summe500031173041
Platzierung12

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