Range Rover Evoque Si4 Coupé und Audi S3 quattro S Tronic im Vergleichstest Audi S3 quattro S Tronic und Range Rover Evoque Si4 Coupé

20.02.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Range Rover stößt mit dem 240 PS starken Evoque Coupé Si4 in ungewohntes Terrain vor: die sportliche Kompaktklasse. dort trifft der englische Beau auf den Audi S3 mit 265 PS

Sowohl Audi als auch Range Rover setzen seit Jahrzehnten mit Erfolg auf Allrad-Technik. Weil es die Briten dabei aber stets ins Gelände zog, während die Bayern den Vierradantrieb auf der Straße etablierten, gab es bislang kaum Konkurrenz. Nur im Segment der luxuriösen Oberklasse-SUV, wo der Audi Q7 und der klassische Range Rover vertreten sind, jagen sie im selben Revier nach Kunden.

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Doch nun verlässt der neue Evoque die eingefahrenen Pfade und wagt Neues: Besonders in der Coupé-Version mit dem 240 PS starken Turbo-Benziner zielt das durchgestylte Premium-SUV auf jenen Kundenkreis, aus dem sich auch die S3-Käufer rekrutieren. Fährt sich der Brite dynamisch genug? Und: Besitzt der Deutsche ausreichend Allroundeigenschaften?

 

Karosserie

Obwohl der Baby-Range das schnittige Design der Studie LRX fast unverändert in die Serie übernommen hat, punktet er mit einem durchweg besseren Raumangebot. Angesichts der um etwa zwölf Zentimeter längeren Karosserie ist es keine Überraschung, dass man auf den Vordersitzen des Range Rover Evoque mehr Bewegungsfreiheit genießt. Zudem sichert eine besonders raumsparende Hinterachskonstruktion trotz der stark abfallenden Dachlinie ausreichend Freiraum über dem Scheitel.

Auch der Kofferraum fällt mit mindestens 420 Liter Volumen (Audi: 281 Liter) erheblich größer aus. Noch deutlicher wird der Platzvorteil bei umgeklappten Rücksitzen: 1.350 zu 1.011 Liter. Obendrein verkraftet der Range Rover mehr Zuladung und darf bis zu 1.800 Kilo an den Haken nehmen, während der Audi S3 quattro S Tronic erst gar nicht mit Anhängerkupplung ausgerüstet wird.

Die Liste der verfügbaren Assistenzsysteme ist in beiden Fällen recht kurz, wobei der Evoque optional mit Toter-Winkel-Warner und einem Rundum-Kamerasystem aufgewertet werden kann und sich damit einen kleinen Vorsprung sichert – allerdings verlangen die Briten stellenweise happige Aufpreise für die Sicherheitsfeatures. Für den Ingolstädter sprechen indes neben der besseren Übersichtlichkeit seine grundsolide Verarbeitung sowie die narrensichere Bedienbarkeit.

KarosserieMax. PunkteAudi S3 quattro S TronicRange Rover Evoque Si4 Coupé
Raumangebot vorn1006376
Raumangebot hinten1004859
Übersichtlichkeit704241
Bedienung/ Funktion1008886
Kofferraumvolumen1001939
Variabilität1002538
Zuladung/ Anhängelast802443
Sicherheit1508991
Qualität/ Verarbeitung200185180
Kapitelbewertung1000583653

 

Fahrkomfort

Punkte sammelt der Audi S3 quattro S Tronic ferner mit seinen Sportsitzen: Sie sind passgenau geformt und lassen sich gut auf unterschiedlichste Staturen einstellen. Zudem gewähren sie ein sehr hohes Maß an Seitenführung und gefallen mit ein paar wenigen, aber spürbaren zusätzlichen Zentimetern für Sitztiefe und Lehnenhöhe. Empfindsame Naturen stören sich aber an der straffen Polsterung. Die Sitze im Evoque (optionale 8-Wege-Sportsitze) erweisen sich dagegen als deutlich softer.

Auch sie sind gut konturiert, aber weiter geschnitten. Darum bieten sie weniger Seitenhalt, und das feine Leder (Option) ist rutschiger. Außerdem muss man im Range recht umständlich nach dem Gurt angeln – das ist lästig. Hinten wendet sich das Blatt: Hier kuschelt man sich zu zweit wohlig in die ausgeformten Nischen des Range Rover Evoque Si4 Coupé, der auf Wunsch und ohne Aufpreis auch mit einer dreisitzigen Rückbank geliefert wird. Im Audi-Fond geht es nicht nur enger zu, es mangelt auch an Beinauflage.

Beim Geräuschkomfort liegt ebenfalls der Brite vorn, dessen Motor zwar nicht so herrlich sonor klingt wie der Turbo im S3, aber schlichtweg leiser ist. Fahrwerksseitig treten beide Testautos mit aufpreispflichtigen adaptiven Dämpfern an. Dennoch rollt der Range Rover mit der üppigen Bereifung im Test recht straff ab und wechselt zwischen Nickschwingungen im Normal-Modus und stößigem Anfedern im Sportprogramm. Der Audi demonstriert insgesamt eine harmonischere, wenngleich härtere Abstimmung – seinem betont dynamischen Charakter entsprechend.

FahrkomfortMax. PunkteAudi S3 quattro S TronicRange Rover Evoque Si4 Coupé
Sitzkomfort vorn150142124
Sitzkomfort hinten1005865
Ergonomie150128128
Innengeräusche503140
Geräuscheindruck1006058
Klimatisierung504037
Federung leer200129131
Federung beladen200126133
Kapitelbewertung1000714716

 

Motor und Getriebe

Unter der Motorhaube offenbaren die zwei Rivalen große Ähnlichkeiten: Hier wie dort sorgt ein zwei Liter großer Vierzylinder mit Benzin-Direkteinspritzung und Turbolader für kräftigen Schub. Jedoch entwickelt der Audi 25 PS mehr. Zudem liegt sein maximales Drehmoment (350 Nm) über einen weiten Drehzahlbereich an, während der Range Rover Evoque Si4 Coupé seine volle Kraft (340 Nm) zwar schon unter 2000 Touren abliefert, aber nicht so lange aufrecht erhalten kann.

Die Sechsstufen-Automatik des Evoque schaltet zudem zu häufig ein bis zwei Gangstufen zurück, wodurch dem Motor oft unnötig hohe Drehzahlen abverlangt werden. Das zieht nicht nur Komforteinbußen nach sich, sondern treibt auch den Verbrauch hoch: 11,5 Liter Super sind es im Test – trotz langer Übersetzung. Die optionale S tronic (Doppelkupplung) des Audi-Testwagens sortiert ihre sechs Gänge nicht nur effizienter – 9,8 Liter Super Plus –, sondern auch noch fixer, geschmeidiger und logischer. Beide Getriebe erlauben übrigens manuelles Schalten über Wippen hinter dem Lenkrad.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi S3 quattro S TronicRange Rover Evoque Si4 Coupé
Beschleunigung150133121
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit1509066
Getriebeabstufung1009075
Kraftentfaltung504136
Laufkultur1007067
Verbrauch325195163
Reichweite251010
Kapitelbewertung1000629538

 

Fahrdynamik

Einigkeit herrscht ferner bei der Allradtechnik und der Funktionsweise der optionalen adaptiven Dämpfer. Beide Fahrzeuge schalten über eine elektronisch geregelte Haldex-Kupplung die Hinterräder bedarfsgerecht zu. Dies erfolgt binnen weniger Millisekunden und gestattet eine variable Kraftaufteilung. Jedoch eignet sich der Audi S3 quattro S Tronic nicht einmal für unbefestigte Feldwege, wohingegen der Evoque sogar im Gelände noch verblüffend viel Grip aufbaut und sich der gesamte Antrieb dank Terrain Response mit einem simplen Tastendruck an unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten anpassen lässt.

In Kombination mit den optionalen adaptiven Dämpfern (1.230 Euro) steht sogar ein Dynamik-Programm zur Auswahl. Doch selbst damit kann der  Range Rover Evoque Si4 Coupé dem Audi auf der Handlingstrecke nicht folgen. Auch der S3-Testwagen tritt mit adaptiven Dämpfern (Aufpreis: 1.050 Euro) an. In beiden Autos strömt ein magnetisches Fluid durch die Dämpfer, dessen Viskosität sich elektro-magnetisch steuern lässt.

Der Effekt ist jeweils deutlich spürbar, doch lenkt der Audi in jedem Fall spürbar agiler ein, erreicht höhere Grenzgeschwindigkeiten und liegt ruhiger. Zudem vermittelt die S3-Lenkung eine präzisere Rückmeldung. Der Evoque beginnt nahe der Haftgrenze zu wippen, was aber dank des aufmerksamen DSC (ESP) ohne Folgen bleibt. Einen weiteren klaren Dynamik-Vorteil bescheren dem Audi seine bissiger zupackenden Bremsen, die im warmen Zustand um bis zu 1,5 Meter kürzere Bremswege aus Tempo 100 ermöglichen.

FahrdynamikMax. PunkteAudi S3 quattro S TronicRange Rover Evoque Si4 Coupé
Handling1509667
Slalom1008966
Lenkung1008681
Geradeauslauf504040
Bremsdosierung302017
Bremsweg kalt1507572
Bremsweg warm1508571
Traktion1008092
Fahrsicherheit150128125
Wendekreis201411
Kapitelbewertung1000713642

 

Umwelt und Kosten

Im Grundpreis liegen die zwei Kontrahenten um lediglich 800 Euro auseinander. Wer beim Audi S3 auf das Doppelkupplungsgetriebe verzichtet, kommt weitere 1.950 Euro günstiger davon. Den Range Rover Evoque Si4 hingegen gibt es nur mit Automatik-Getriebe.

Auch im Wiederverkauf und bei den laufenden Kosten schneidet jeweils der Audi besser ab: So fallen gemäß unserer Musterrechnung jährlich 122 Euro weniger für die Versicherung an, die Werkstattkosten sind rund 400 Euro günstiger, und die Spritkosten auf 20.000 km Laufl.eistung liegen etwa 430 Euro niedriger – obwohl der Audi nach dem teuren Super Plus verlangt. Die Steuerersparnis von zwölf Euro pro Jahr für den S3 spielt keine Rolle, die längerfristige Garantie für Durchrostung und Mobilität schon.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi S3 quattro S TronicRange Rover Evoque Si4 Coupé
Bewerteter Preis675144141
Wertverlust501514
Ausstattung251918
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502822
Werkstattkosten201511
Steuer1088
Versicherung402725
Kraftstoff553128
Emissionswerte258686
Kapitelbewertung1000373353

 

Fazit

In der Addition aller Punkte gewinnt der Audi S3 klar vor dem Range Rover Evoque Coupé Si4. Besonders in den Kapiteln Motor/Getriebe und Fahrdynamik erweist sich der Audi als das überlegene Fahrzeug. Der Range hingegen dominiert die Karosserie-Wertung. Selbst mit 240 PS und adaptivem Fahrwerk kann der schicke Brite dem durchtrainierten Deutschen nur mit Mühe folgen. Dafür gibt der Evoque auch abseits befestigter Straßen eine gute Figur ab, während der S3 dort völlig ungeeignet ist.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi S3 quattro S TronicRange Rover Evoque Si4 Coupé
Summe500030122902
Platzierung12

Tags:
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