Audi S3 vs. BMW M235i: Cabrio-Vergleich Offener Sport im Freien

19.06.2015
Inhalt
  1. BMW M235i vs. Audi S3: MOTOR/GETRIEBE
  2. FAHRDYNAMIK
  3. FAHRKOMFORT
  4. KAROSSERIE
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Wer geht im Frühling schon gern ins Fitness-Studio? An der frischen Luft macht das Training doch doppelt so viel Spaß – besonders mit  den kompakten Power-Cabrios Audi S3 und BMW M235i auf verschlungenen Kurven in den Seealpen. Vergleichstest

Zwei Bayern in den Bergen – doch nicht bei Oberstdorf oder Garmisch, sondern oberhalb der französischen Riviera. Neben der akribischen Testarbeit auf abgesperrten Strecken gönnen wir den zwei Kompakt-Cabrios Audi S3 und BMW M235i etwas Auslauf in den Seealpen – von Vence hinauf zu den berühmten Pässen Col de Turini und Col de Braus.

 

BMW M235i vs. Audi S3: MOTOR/GETRIEBE

Auf der einen Seite: Reihensechser-Sahnemotor mit Twinscroll-Turbo für einen 450 Nm starken Drehmoment-Boost zwischen 1300 bis 4500 Touren – drehfreudig, kultiviert, einfach schön. Auf der anderen Seite: soundmäßig über Aktuator und Klappenauspuff aufgepeppter Vierzylinder, ebenfalls aufgeladen, 300 PS stark, immer auf Zack. Einziger Wermutstropfen: Das 1984 cm3 große EA888-Aggregat des Audi ist nichts Besonderes, es wird quasi überall im VW-Konzern eingebaut und deckt derzeit eine Leistungsbandbreite von gut 200 bis 310 PS ab.

Umso erstaunlicher ist es, wie ähnlich sich das Audi S3 Cabriolet – serienmäßig mit Allradantrieb – und das hinterradgetriebene BMW M235i Cabrio sind. In 5,1 Sekunden geht’s aus dem Stand auf 100 km/h, bei 250 regelt die Elektronik ab, und im Test verbrauchen die zwei rund zehn Liter Kraftstoff auf 100 km. Effiziente Unterstützung erhalten beide von Start-Stopp-System und Segelfunktion (Leerlaufdrehzahl im entkoppelten Schubbetrieb), allerdings verlangt der S3 mindestens 98 Oktan im Tank, dem M235i reicht Superbenzin.

Blitzschnell schalten können beide Bayern – der Audi mit serienmäßigem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, während im BMW die optionale Achtstufen-Automatik arbeitet (2250 Euro). Damit dreht der Dreiliter-BMW-Motor bei Tempo 130 niedrige 2300 Touren, bei 200 km/h sind es 3500  /min. Im Vergleich dazu kommt der S3 auf 3000 respektive 4500 Umdrehungen.

 

FAHRDYNAMIK

Klar, dass man mit vier angetriebenen Rädern mehr Traktion hat als nur mit zwei an der Hinterachse. Dieser Vorteil des S3 zeigt sich aber vor allem im Alltag – und dann besonders bei Nässe. Auf der Handlingstrecke und mit warmen Reifen hingegen haften die angetriebenen Hinterräder des BMW auch dann sehr gut, wenn man aus engen Ecken mit hohem Leistungseinsatz herausbeschleunigt. Früheres Untersteuern und die mit deaktiviertem ESC (ESP) bei Lastwechseln lebendige Hinterachse kosten den Audi Zeit auf dem Rundkurs und Tempo im Slalom. Sind die Systeme jedoch aktiv, ist der kreuzbrave S3 in diesem Vergleich das etwas fahrsichere Auto.

Beim Verzögerungstest liegen beide Rivalen quasi gleichauf, auch die Dosierbarkeit mit dem Pedal gefällt in diesen Cabrios, wobei der Druckpunkt im Audi früher erreicht ist. Im BMW wird das Pedal bei hoher Beanspruchung etwas weicher, die Bremsleistung bleibt aber gleich stark. Gut abgestimmt sind die elektromechanischen Servolenkungen (serienmäßig mit variabler Übersetzung), sodass von komfortabel und leichtgängig bis sportlich mit höheren Kräften alles möglich ist. Allerdings reagiert die Lenkung im S3 im Grenzbereich manchmal etwas spitz.

 

FAHRKOMFORT

Serienmäßige Sportsitze, im BMW sogar mit elektrisch justierbaren Seitenwangen, verlangen im Alltag keine Zugeständnisse. Im Gegenteil: Die Sportsitze von heute halten ihre Passagiere gut fest und bieten auf langen Strecken sehr angenehmen Komfort. So übersteht man auch 1000-km-Etappen ohne Zwicken im Kreuz. Im S3 sitzen die Rückbänkler dagegen deutlich bequemer, da die zwei Plätze des BMW weniger Beinauflage offerieren. Dennoch reist man im Fond hier wie dort nur auf kurzen Strecken bequem. Spürbar ruhiger läuft der Sechszylinder im BMW, sodass dessen Geräuschkomfort objektiv und subjektiv besser ausfällt. Der S3 klingt stellenweise brummiger.

Bei sportlichen Fahrzeugen ist der Federungskomfort ein besonders sensibles Thema. Hier geht der M235i mit dem Vorteil der adaptiven Dämpfer (760 Euro) ins Rennen. Unseren Test-S3 hat Audi damit nicht ausgerüstet, obwohl sie mit 980 Euro in der Preisliste stehen. Während der BMW leicht überstehende Gullideckel, aufgebrochene Asphaltstücke, Kanten, Absätze oder Kuhlen souverän verarbeitet, wirkt der etwas kopflastige Audi besonders auf der Vorderachse eine Spur zu straff und lässt mehr Aufbaubewegung in der Karosserie zu. Bei maximaler Beladung sprechen die Feder-Dämpfer-Elemente des S3 dann schon sensibler an. Auch der 2er fährt voll ausgelastet etwas komfortabler.

 

KAROSSERIE

Der deutlich größere Kofferraum nützt dem M235i im Karosseriekapitel kaum etwas, denn vorn bleibt weniger Platz als im Audi, und hinten drückt der Verdeckkasten gegen die äußere Schulter. In puncto Variabilität hat der S3 mit serienmäßig geteilt umklappbarer Rückbank ebenfalls die Nase vorn. Ein paar Zähler holt sich der Münchner mit der besseren Übersichtlichkeit dank serienmäßiger Einparkhilfe hinten (Audi v./h.: 400 Euro) und seiner derzeit konkurrenzlos guten Bedienung zurück – woran vor allem das iDrive-System seinen Teil dazu beiträgt.

Der S3 kontert mit der etwas höheren Zuladung und der im Detail besseren Verarbeitung, während die Materialauswahl in beiden Cabrios auf Premium-Niveau liegt. Warum aber die zwei modernen Kompaktklasse-Cabrios fast 1,7 Tonnen wiegen, verstehen wir in Zeiten von CO2-Reduktion und modernen Leichtbau-Materialien dagegen nicht.

 

UMWELT/KOSTEN

Nicht nur in Sachen Gewicht, Verbrauch und Beschleunigung liegen Audi S3 Cabriolet und BMW M235i Cabrio gleichauf. Auch beim Preis trennen sie gerade mal 100 Euro. Allerdings kommen beim 2er die Kosten für Getriebe, Fahrwerk und Lordosenstütze noch hinzu, weil sie die Test-Beurteilung beeinflussen. Auch beim Wertverlust liegen die Bayern nur knapp 600 Euro auseinander.

Entscheidende Punkte holt der Audi dank unbegrenzter Mobilitätsgarantie und niedrigerer Vollkasko-Einstufung. Etwas weniger kosten zudem Steuer und Wartung. Einzig die komplettere Multimedia-Ausstattung – Bluetooth, USB und AUX sind Serie – spricht hier eindeutig für den BMW.

 

FAZIT

Drei Kapitel entscheidet das Audi S3 Cabriolet für sich – genug für einen knappen Sieg im Test gegen das BMW M235i Cabrio.

Der 2er hat mit der Kombination aus Reihensechszylinder und Achtstufen-Automatik einen der immer noch besten sowie emotionalsten Antriebe in dieser Klasse und setzt sich auch dank adaptiver Dämpfer beim Komfort von seinem Konkurrenten ab.

Mehr Platz für die Passagiere gibt es dafür im S3, der außerdem unterm Strich günstiger ist und als Allradler deutlich mehr Traktion aufbaut. Doch beide Kompakt-Cabrios düften ihre Anhänger haben, denn nicht erst auf kurvigen Pass-Straßen in den Alpen machen sie einen Heidenspaß.

Der Audi S3 fährt stets ausgewogen und sicher, der BMW M235i ist ein Dynamiker der alten Schule und klingt einfach herrlich.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

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