BMW 1er M Coupé/Audi RS3 Sportback: Test 1er M Coupe2 gegen RS 3 im Vergleich

25.01.2017
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Audi RS 3 Sportback und BMW 1er M Coupé stellen sich dem Duell auf der Rennstrecke . Welcher der beiden 340 PS starken Kompaktsportler hat am Ende die Nase vorn?


Die Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern. Doch kurz vor Ende ihres Produktionszyklus dürfen Audi A3 und BMW 1er noch einmal zeigen, was in ihnen steckt. Denn wenn in Neckarsulm die quattro GmbH und in Garching die Jungs der M GmbH an die braven Kompaktklassevertreter Hand anlegen, herrscht geballte Spannung im Freistaat. Das Ergebnis ist in beiden Fällen beeindruckend. Die hochgezüchteten Turbomotoren leisten 340 PS, die der BMW traditionell an die Hinterräder schickt, während der Audi auf den Allradantrieb quattro vertraut. Doch welches der rund 50.000 Euro teuren Kraftpakete macht das Rennen?

 

Karosserie


Zugegebenermaßen wird hier mit ungleichen Mitteln gekämpft. Den Audi RS 3 gibt es nur als fünftürigen Sportback, den stärksten BMW 1er ausschließlich als zweitüriges Coupé. Da verwundert es kaum, dass der Audi bei Platzangebot und Variabilität vorn liegt. Der BMW ist enger geschnitten, besonders im Fond bietet der Viersitzer im Vergleich zum fünfsitzigen RS 3 spürbar weniger Bewegungsfreiheit. Auch in Sachen Verarbeitung überzeugt der penibel gefertigte und edel anmutende Audi-Innenraum voll und ganz. Der Münchner kann hier nicht ganz mithalten, wirkt aber durch den gezielten Alcantara-Einsatz am Armaturenbrett hochwertiger als die zahmeren Modelle.

Obwohl der RS 3 mit 1622 Kilo exakt zwei Zentner mehr auf die Waage bringt als das BMW 1er M Coupé, darf er mit 513 gegenüber 378 kg mehr Ballast an Bord nehmen. Beim Thema Sicherheitsausstattung kann der BMW mehr Punkte für sich verbuchen, da nur er über eine Reifenpannenanzeige verfügt. Vorsicht: Wer für den Audi RS 3 die optionalen Schalensitze ordert, muss damit auf die serienmäßigen vorderen sowie die aufpreispflichtigen hinteren Seitenairbags verzichten.


KarosserieMax. PunkteAudi RS3 SportbackBMW 1er M Coupé
Raumangebot vorn1006358
Raumangebot hinten1005036
Übersichtlichkeit703839
Bedienung/ Funktion1008388
Kofferraumvolumen1002126
Variabilität1003823
Zuladung/ Anhängelast802616
Sicherheit1509095
Qualität/ Verarbeitung200187183
Kapitelbewertung1000596564
 

Fahrkomfort


In diesem Kapitel wird recht deutlich, dass der BMW und Mini-Erlkönige: 1er, 3er, GT, i3, i8, Mini Coupé und Roadster in erster Linie Sportwagen ist, wohingegen der Audi eher den verdammt schnellen Granturismo gibt. Seine straffe, aber harmonisch abgestimmte Federung spricht unter allen Bedingungen sensibler an und reduziert die Karosseriebewegungen auf ein Minimum. Im Vergleich dazu zeigen sich die Feder-Dämpfer-Elemente im BMW deutlich unnachgiebiger und lassen Unebenheiten spürbar heftiger zu den Insassen durchdringen. Diese werden zudem von lauteren Fahrgeräuschen behelligt, wofür vor allem die voluminöse und allzeit präsent klingende Auspuffanlage verantwortlich ist. Die Ingolstädter bedienen sich eines Kniffs und lassen dem Fahrer per Tastendruck die Wahl, ob der Klappenauspuff sonor brummen oder eher zurückhaltend klingen soll. Nur beim Sitzkomfort kann der 1er den RS 3 hinter sich lassen, da sich seine Sportsitze vielfältiger justieren lassen (Sitzauflage, Lordose und Wangen) und weiter geschnitten sind.


FahrkomfortMax. PunkteAudi RS3 SportbackBMW 1er M Coupé
Sitzkomfort vorn150120128
Sitzkomfort hinten1006562
Ergonomie150125128
Innengeräusche503419
Geräuscheindruck1006050
Klimatisierung504035
Federung leer200118110
Federung beladen200116103
Kapitelbewertung1000678635
 

Motor und Getriebe


Die Bayern-Sportler setzen auf zwangsbeatmetete Benzin-Direkteinspritzer, auch bei Leistung (340 PS) und Drehmoment (450 Nm, BMW kurzzeitig sogar 500 Nm) herrscht Einigkeit. Doch während die fünf Zylinder im RS 3-Motor von nur einem Lader mit komprimierter Luft versorgt werden, kommen im BMW 1er M Coupé zwei kleinere Abgasturbolader zum Einsatz. Dadurch spricht der Reihensechser noch etwas spontaner an, auch in puncto Drehwilligkeit und Laufkultur lässt er den Audi knapp hinter sich. Bei der Beschleunigungsmessung kann dieser den Spieß allerdings umdrehen: Dank Allrad und Launchcontrol zeigt das Messgerät sagenhafte 4,2 Sekunden für den Standardsprint an. Der Münchner kann ebenfalls die Werksangabe mit 4,5 Sekunden toppen und sich bis Tempo 200 sogar leicht absetzen.

Bei den Getrieben machen BMW und Audi dem Kunden die Entscheidung leicht. Während es den 1er nur mit manueller Sechsgangschaltung gibt, liefert Audi den RS 3 ausschließlich mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aus. Das Ergebnis überzeugt hier wie da. Die Gänge im BMW flutschen spielerisch und exakt durch die Gassen, die S tronic im Audi wechselt die Fahrstufen weitgehend ruckfrei und hält stets die passende Übersetzung parat. Im Test verbraucht der BMW 11,7 l/100 km. Der Audi konsumiert 0,4 Liter mehr, kann aufgrund des größeren Tanks aber längere Etappen zurücklegen.


Motor und GetriebeMax. PunkteAudi RS3 SportbackBMW 1er M Coupé
Beschleunigung150145143
Elastizität100  
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1009288
Kraftentfaltung504648
Laufkultur1008588
Verbrauch325152159
Reichweite2576
Kapitelbewertung1000617622
 

Fahrdynamik


Die Rennstrecke ist des BMW 1er Spielwiese. Also schalten wir das DSC (ESP) aus, den Sportmodus an und die Sitzwangen auf extra eng. In Nullkommanix katapultiert der Sechszylinder-Biturbo das Coupé zur ersten Kurve. Anbremsen, einen Gang herunterschalten, einlenken. Perfekt. Selbst bei starker Verzögerung bleibt der kleine Kraftprotz absolut spurstabil, und mit der hydraulischen Lenkung kann der Fahrer den 1er gefühlt zentimetergenau dirigieren. Dabei baut die Vorderachse mit den Michelin Pilot Sport-Reifen enorm viel Seitenführung auf, sodass man sich schon früh aufs Herausbeschleunigen konzentrieren kann. Denn das ist kein Kinderspiel.

Wenn der elektronische Helfer Pause hat, kommen die 265 Millimeter breiten Hinterräder schnell an ihre Grenzen. Dann ist nicht nur ein sensibles Popometer, sondern auch viel Gefühl am Lenkrad und im Gasfuß gefordert. Wer auf die Rundenzeit pfeift und viel Erfahrung hat, kann die Reifen auch rauchen lassen und den 1er im Drift um die Kurve zirkeln. Diese Übung ist dem frontlastigen und allradgetriebenen Audi völlig fremd. Der über 1,6 Tonnen schwere RS 3 verzögert – wie der 1er – zwar sehr stark, jedoch wird das Heck dabei sehr leicht, und die Bremse leidet auf der Rennstrecke schon nach kurzer Zeit unter dem hohen Gewicht. Trotz der ungewöhnlichen Mischbereifung (vorn 255/30 R 19, hinten 225/35 R 19) untersteuert der Audi RS 3 Sportback etwas, wodurch er den Slalom langsamer absolviert als der BMW.

Die Lenkung des Ingolstädters gibt dem Fahrer viel Rückmeldung, ist direkt und nicht so schwergängig ausgelegt wie die seines Konkurrenten. Knapp eine Sekunde nimmt der BMW dem Audi auf dem Hockenheimring ab.


FahrdynamikMax. PunkteAudi RS3 SportbackBMW 1er M Coupé
Handling150111115
Slalom1008490
Lenkung1008885
Geradeauslauf504032
Bremsdosierung302023
Bremsweg kalt15010698
Bremsweg warm150111113
Traktion1008340
Fahrsicherheit150132132
Wendekreis201511
Kapitelbewertung1000790739
 

Umwelt und Kosten


Den Kapitelsieg sichert sich der Audi RS 3 Sportback dank der unbegrenzten Mobilitätsgarantie, die beimBMW 1er M Coupébereits nach fünf Jahren endet. Mit Grundpreisen von 49.900 (Audi) und 50.500 Euro (BMW) sind beide keine Sonderangebote, dafür aber bereits ab Werk ordentlich ausgestattet. Nicht zu unterschätzen sind die hohen Unterhaltskosten, die durch das Superbenzin und die Versicherungseinstufungen verursacht werden.


Kosten/UmweltMax. PunkteAudi RS3 SportbackBMW 1er M Coupé
Bewerteter Preis675115114
Wertverlust501211
Ausstattung251918
Multimedia50  
Garantie/Gewährleistung502820
Werkstattkosten201515
Steuer1087
Versicherung402424
Kraftstoff552425
Emissionswerte258586
Kapitelbewertung1000330320
 

Fazit


Das Duell der bayerischen Kompaktsportler entscheidet der Audi RS 3 Sportback für sich. Auch wenn er auf der Rennstrecke knapp den Kürzeren zieht, ist er insgesamt das komplettere Auto, da er als Fünftürer das komfortablere Alltagsgefährt darstellt. Das kompromisslose BMW 1er M Coupé ist ein reinrassiges Sportgerät, das messerscharf dirigiert werden möchte. Allerdings erfordern die Coupé-Form sowie der eingeschränkte Fahr- und Geräuschkomfort Nehmerqualitäten.

Gesamtbewertung


 Max. PunkteAudi RS3 SportbackBMW 1er M Coupé
Summe500030112880
Platzierung 12

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