Faszination Audi RS 6 Avant: Vier Generationen im Vergleich Starke Tradition

18.08.2013

Der neue Audi RS6 blickt auf eine imposante Ahnenreihe zurück, die 1996 beim Audi S6 Plus mit 326 PS begann. Die folgenden RS6-Varianten wurden stärker, schneller und immer beliebter. Berauschendes Treffen der vier Generationen

An viele Dinge kann man sich noch genau erinnern – etwa den ersten eigenen Wagen oder den ersten schnellen Ritt auf der Autobahn. Bei uns gehört zweifellos auch die erste Begegnung mit dem 450 PS starken Audi RS6 von 2002 dazu. Noch nie war ein so großer Kombi zuvor zu solchen Fahrleistungen fähig. Noch nie erzeugte ein Avant solch gewaltige Emotionen. Es war einer dieser Momente, der sich in der Erinnerung festgesetzt hat und einem heute das Gefühl vermittelt, früher sei alles besser gewesen. Und so träumt man öfter von den guten alten Zeiten, als dass man den Fortschritt würdigt. Heilung für diese Symptome gibt es normalerweise nicht – in diesem Fall allerdings schon. Denn wir haben eben jenen RS6 zur Testfahrt eingeladen – zusammen mit seinem Vorgänger und den beiden Nachfolgern.

Dem Charme des 17 Jahre alten Audi S6 Plus, der ersten kompletten Eigenkreation der quattro GmbH, erliegt man noch heute. Nur Kenner wissen, dass sich hinter dem kleinen Zeichen im Grill ein 4,2-Liter-V8 mit 326 PS verbirgt. Und auch wenn an seinem feinen, salonartigen Innenraum mit den hohen Sitzen die Jahre nicht spurlos vorübergegangen sind und der Neuwagenduft verflogen ist, empfindet man beim Dreh am Zündschlüssel immer noch Respekt. Munter und hellwach läuft der Sauger an, schiebt den Kombi mit reichlich Drehmoment und viel Komfort über die Landstraßen. Richtig bissig wird der Motor erst bei steigender Drehzahl. Ein klassischer Sauger eben. Doch wer in den Nachfolger RS6 (ab 2002) umsteigt, erlebt einen Sportkombi auf ganz anderem Niveau.

 

Mit Turboladern zum Sportwagenschreck

Schon das Lenkrad liegt griffiger in der Hand. Türen, Sitze und selbst der Wählhebel für die Fünfstufen- Automatik wirken fester und verbindlicher. In der limitierten Plus- Version hat dieser RS 6 über 150 PS mehr als der alte S6 Plus. Und das sieht man auch. Großer Kühler, 18-Zoll-Felgen und Alu-Spiegelgehäuse zeugen vom Sportsgeist nach der Jahrtausendwende. Understatement? Fehlanzeige. Auch akustisch macht der Bi-Turbo keinen Hehl aus seiner Leistung. Schon im Standgas grummelt es gewaltig aus den zwei dicken Abgasrohren, die nur in der Plus-Version schwarz lackiert waren. Während der Fahrt bollert und zischt es von hinten, dass es eine wahre Freude ist. Die Leistung entfaltet der RS6 von damals allerdings nicht ganz so gleichmäßig wie sein Vorgänger. Festhalten sollte man sich spätestens, wenn man das Pfeifen der beiden Turbolader hört. Dann peitscht der Allradler wie vom Teufel gejagt seinem abgeregeltem Tempolimit von 280 km/h entgegen. So komfortabel wie im S6 Plus geht es dabei aber nicht zu, der 1,9 Tonnen schwere RS6 liegt spürbar straffer auf der Straße. Den meisten Konkurrenten fuhr er so damals davon – seinen Meister fand er erst bei der Ablösung durch seinen Nachfolger.

 

Exotisch, betörend – V10-Biturbo mit 580 PS

Als der 2008 präsentiert wurde, stockte nicht nur quattro-Fans der Atem: ein Audi A6 mit Zehnzylinder- Motor, zwei Turboladern und 580 PS. So viel Leistung hat es bis heute nie wieder in einem Serienfahrzeug mit den vier Ringen im Grill gegeben. Und der RS6 V10 setzte tatsächlich Maßstäbe. Mit Sportpaket durchbrach er locker die 300-km/h-Mauer, auf Landstraßentempo 100 sprintete er aus dem Stand in 4,5 Sekunden, und für angemessene Verzögerung gab es eine optionale Karbon-Keramik-Bremsanlage. Für diese Fahrleistungen ging die Optik samt ausgestellter Radhäuser im Ur-Quattro-Stil, gewaltiger 20-Zoll-Räder und der serienmäßigen LED-Tagfahrlichter noch als zurückhaltend durch.

Los geht’s. Innen sitzt man dabei so bequem wie in einem ganz normalen A6. Und weder Platzangebot noch Komfort – die adaptiven Dämpfer lassen sich jetzt erstmalig einstellen – leiden unter dem gewaltigen Antriebsstrang. Angesichts der exorbitanten Leistung und 650 Newtonmeter Drehmoment würde man aber einen Krawallmacher erwarten. Stattdessen entfaltet der Zehnzylinder seine unbändige Kraft akustisch relativ zurückhaltend und fast ein wenig unemotional – eher wie eine Turbine. Und das mächtige Gewicht auf der Vorderachse trübt den Fahrspaß in engen Kurven.

Beide Punkte hat man beim neuen, 560 PS starken RS6 verbessert. Er ist wegen des kleineren Motors auf der Vorderachse 100 Kilogramm leichter, und aus den zwei dicken Endrohren ertönt dank Sound- und Klappenmanagement eine perfekte Gänsehautsinfonie. Vor allem das lautstarke Gebrabbel beim Herunterschalten im Sportmodus hat Suchtpotenzial.

Den Sprint auf Landstraßentempo erledigt das 2013er-Modell mit Achtstufen-Automatik in nicht einmal vier Sekunden. Dabei spricht der Vierliter-Motor jederzeit so unvermittelt an, dass man die Turbolader schnell vergessen hat. Und auf kurvigen Straßen fährt sich der Zweitonner so schnell, agil und sicher wie keiner seiner Vorgänger. Weil er obendrein günstiger und dank Start-Stopp und Zylinderabschaltung sparsamer geworden ist, macht ihn das zum besten RS6 aller Zeiten. Wer hatte noch gleich behauptet, dass früher alles besser gewesen sei?

TECHNIK
AUDI S6 PLUS AVANT ( 1996)
Motor V8-Zylinder, 4-Ventiler Hubraum 4172 cm³ Leistung 240 kW / 326 PS bei 6500 /min Fahrleistungen¹ 0-100 km/h in 5,6 s  Höchstgeschw.¹  250 km/h Grundpreis (1996) 116.300 Mark
AUDI S6 PLUS AVANT (2002)
Motor V8-Zylinder, Bi-Turbo Hubraum 4172 cm³ Leistung 353 kW / 480 PS bei 5700 – 6400 /min Fahrleistungen¹ 0-100 km/h in 4,6 s Höchstgeschw.¹ 280 km/h Grundpreis (2002) 101.050 (999 Stück) 
AUDI RS6 PLUS AVANT (2008)
Motor V10-Zylinder, Bi-Turbo Hubraum 4991 cm³ Leistung 426 kW / 580 PS bei 6250 – 6700 /min Fahrleistungen 0-100 km/h in 4,5 s
Höchstgeschw. 303 km/h Grundpreis (2008) 114.170 Euro (500 Stück)
AUDI RS6 AVANT (2013)
Motor V8-Zylinder, Bi-Turbo Hubraum 3993 cm³ Leistung 412 kW / 560 PS bei 5700 – 6600 /min Fahrleistungen 0-100 km/h in 3,9 s Höchstgeschw.¹ 305 km/h Grundpreis (2013) 107.900 Euro
¹ Werksangaben

Markus Schönfeld

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