Audi RS3 Sportback (2015): Erste Fahrt RS3 367 PS stark!

Auf Schnee im Audi RS3 Sportback: So fahrdynamisch war der RS3 noch nie. Im Fahrbericht zeigt sich, was der 367-PS-Kompaktsportler kann!

Klirrende Kälte weit nördlich des Polarkreises, über dem Testgelände im finnischen Ivalo liegt das fahle Tageslicht des Winters. Vor uns steht der Aud RS3 Sportback (2015), auf 367 PS erstarkt. Geschlossene Schneedecke, zugefrorene Seen – das ist der natürliche Lebensraum des legendären quattro-Allradantriebs. Und der Audi RS 3 Sportback hat nicht nur diese Spezialität zu bieten, sondern auch eine andere Ikone der Audi-Geschichte: Knurrend und brummend macht ein Turbo-Fünfzylinder den ultrastarken Über-A3 zur charismatischen Ausnahme im Segment, und der Reihen-Fünfer ist nicht nur durch seinen charakteristischen Klang spannend, sondern auch durch die souveräne Leistungsentfaltung. 367 PS schafft der Ausnahme-Motor im Audi RS3 jetzt. Bloße Datenblatt-Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz ist aber nicht das Lebenselixier der quattro GmbH. Technikchef Reil vergleicht die jüngste Entwicklungsstufe des Fünfzylinders immer nur mit der Vorgängergeneration: "Im letzten RS3 mussten wir aus Bauraum-Gründen auf eine doppelflutige Auspuffanlage verzichten. Dass wir sie im neuen RS3 unterbringen konnten, hat uns sehr geholfen. Zusammen mit einer sehr effektiven Ladeluftkühlung und neuem Mapping bringt der voluminöse Schalldämpfer satte 27 PS Mehrleistung. Und guten Sound!" Stephan Reil lacht ansteckend.

 

Der Audi RS 3 (2015) überzeugt mit Stabilität und Handling

Dass der Fünfzylinder singen kann, ist bereits auf den ersten Metern unserer Fahrt zu hören. Dass der Motor aber deutlich stärker ist als zuletzt, drängt sich regelrecht auf: Spritzig, druckvoll und präsent wird die Maschine beinahe zum Hauptdarsteller des RS3. Gegen diese Vorstellung wirkt der alte RS3-Fünfzylinder beinahe behäbig. Die gewonnene Schärfe des Audi setzt sich aber auch im Fahrverhalten fort: Mit einer noch schneller reagierenden Momentenverteilung verändert der kompakte RS seinen Charakter vom bisher stumpfen Untersteuerer hin zum ausbalanciert und neutral spurenden Fahrdynamiker. Auf der finnischen Schneepiste gefällt der Allradantrieb im Normalmodus durch große Stabilität und sichere Traktion. Und sobald man sich über die Fahrdynamikprogramme in Richtung "Blasmusik" hangelt, konvertiert der RS3 zum kompromisslosen Rallye-Wunder. Im Sportmodus der Stabilitätskontrolle lässt er spektakuläre Driftwinkel zu, ohne das Sicherheitsnetz ganz aufzugeben – und mit allen elektronischen Helfern auf Aus hängt er hemmungslos den inneren Walter Röhrl heraus.

Der Audi RS3 "Ekström" – Spaß muss sein

40 Hektar Eis und Schnee im finnischen Ivalo – klar, dass die Mannschaft der quattro GmbH da auf wüste Gedanken kommt und dem DTM-Champion Mattias Ekström (2004, 2007) einen ganz besonderen RS3 unter den Hintern schiebt: Offener Auspuff, mechanische Handbremse, Teppiche raus, Schalensitze rein. Leider unverkäufl ich, aber Ekström nimmt uns mit auf eine Chaos-Runde: brutale Traktion mit Spikereifen und Allradantrieb, ein Fünfzylinder, der brennt und brüllt und sprintet, als säßen ihm alle Rallyedämonen im Nacken. Und Ekström zimmert den Audi mit Eleganz und Präzision übers Eis, dass uns die Freudentränen in den Augen gefrieren. Danke, Mattias!

Unser Fazit

Satte Energie, tolle Fahrdynamik, viel Charakter und hohe Funktionalität: Der Audi RS3 (2015) ist klasse.

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