Audi R8/Nissan GT-R/Porsche 911 GT3: Vergleich Dreikampf der Extremsportler

01.12.2016

Frei atmender V10 mit 610 PS gegen 550 japanische Biturbo-Hengste und einen ultrahoch drehenden Saug-Boxer mit 500 Pferdestärken. Oder: Wenn der neue Audi R8 auf den Hof rollt, müssen starke Gegner wie der Nissan GT-R und der Porsche 911 GT3 RS her. Vergleich!

Gut so, Audi! Die Grundform der R8-Generation Nummer eins über den Haufen zu werfen, wäre Unsinn gewesen, denn schon der erste Straßenm-Supersportler aus Ingolstadt ist von außen betrachtet ein großer Wurf. Also gingen die Zeichner behutsam vor. Ein silberfarbener Grill ziert jetzt die Front, und als krönenden Abschluss gibt’s einen fest stehenden Flügel am Heck des derzeitigen Topmodells R8 V10 plus mit 610 PS, den uns Audi zum Test geschickt hat. Im ersten großen Vergleichstest muss sich der dynamitrote Bayer mit zwei Kerlen messen, die bei der AUTO ZEITUNG bereits mehrfach für Furore sorgten: dem Nissan GTR als extrawürzige Track Edition und dem Porsche 911 GT3 RS mit feinsten Zutaten aus der Weissacher Rennsportabteilung.

Audi R8 Spyder im Fahrbericht (Video):

 

Der Audi R8 gibt für Nissan und Porsche den Takt an

Dank Doppelkupplungsgetriebe und Launch Control kann man in allen drei Testkandidaten beim Ampelstart nicht viel falsch machen. Mit fulminantem Antritt schon knapp über Leerlaufdrehzahl und 3,1 Sekunden auf Tempo 100 legt der neue R8 mit serienmäßigem Allradantrieb die Latte hoch, bleibt bis 200 km/h sogar unter der magischen Zehn-Sekunden-Marke und rennt laut Werk maximal 330 km/h schnell. Obwohl seine Leistungsentfaltung quasi linear ist, legt der Vierventiler ab 4500 Umdrehungen subjektiv noch mal eine Schippe drauf, dreht nun noch rasanter und freier Richtung Drehzahlbegrenzer, der bei rund 8700 Touren einsetzt. Im Nissan spürt man diesen Effekt noch stärker. Zwar hängt auch der Biturbo-V6 immer gierig am Gas, aber erst bei rund 3000 /min zündet Godzilla Stufe zwei und drückt ab 4000 Touren noch brutaler in den Antriebsstrang. An den Audi kommt der ebenfalls über alle vier Räder angetriebene Nippon-Renner allerdings nicht heran. Der Porsche 911 hat als knüppelharter Exot das Nachsehen, ist eher für die Rennstrecke als für den Alltag konzipiert. Den kompletten Vergleich lesen Sie in der Bildergalerie!

Mehr zum Thema: Nissan GT-R Facelift

Technische Daten Audi R8 Nissan GT-R Porsche 911
Motor V10 plus Track Edition GT3 RS
Zylinder/Ventile pro Zylinder V10/4 V6/4, Biturbo B6/4
Hubraum 5204 cm³ 3799 cm³ 3969 cm³
Leistung bei 449 kW/610 PS
bei
8250 /min
404 kW/550 PS
bei
6400 /min
368 kW/500 PS
bei
8250 /min
Max. Drehmoment bei 560 Nm bei
6599 /min
632 Nm bei
3200-5800 /min
460 Nm bei
6250 /min
Getriebe 7-Gang,
Doppelkup.
6-Gang,
Doppelkup.
7-Gang,
Doppelkup.
Antrieb Allrad,
permanent
Allrad,
permanent
Hinterrad
0-100 km/h 3,1 s 3,2 s 3,3 s
Höchstgeschwindigkeit 330 km/h 315 km/h 310 km/h
Bewerteter Preis 196.550 Euro 111.000 Euro 190.877 Euro
Platz 1 2 3

Unser Fazit

Er kam, sah und siegte: Audi R8 V10 plus heißt der Gewinner in diesem Vergleichstest, wobei sein Triumph hart erarbeitet ist. Es ist der Spagat zwischen Alltag und Rennstrecke, der dem Ingolstädter besonders harmonisch gelingt – mit guten Komforteigenschaften, tollem Antrieb und exzellenter Dynamik. Spitzenreiter in Sachen Kosten und Karosserie ist der Nissan GT-R Track Edition. Er bietet einen Kofferraum, der seinen Namen verdient und zur Not zwei Fondsitze. Außerdem ist uns immer noch ein Rätsel, wie dieser schwere Brocken eine derartige Dynamik an den Tag legen kann. Allerdings ist der Japaner viel zu hart gefedert – trotz adaptiver Dämpfer mit Komfort-Modus. Kein Verlierer, aber dennoch Letzter ist der Exot in diesem Feld: Der Porsche 911 GT3 RS erweist sich im Vergleich zu seinen Konkurrenten als kompromissloses Track-Tool, das man im Alltag nur mit Oropax erträgt und deshalb lediglich am Wochenende aus der Garage holt. Ein teures Spielzeug – aber mit dem höchsten "Haben-Wollen-Faktor".

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