Audi R8 GT Spyder im Test Audi R8 GT Spyder

06.11.2011

Leistung rauf, Gewicht runter: Gemäß dieser Devise machen die Ingolstädter den Audi R8 GT Spyder zum Geschoss auf vier Rädern

Eckdaten
PS-kW560 PS (412 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 6-Gang, automatisiert
0-100 km/h3.9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit317 km/h
Preis207.800,00€

Wer noch einen ergattern möchte, muss schnell sein. Lediglich 333 Exemplare des radikalen Audi R8 GT Spyder werden die Hallen der Manufaktur in Neckarsulm verlassen, dann ist Schluss. Gegenüber der Basis, dem R8 Spyder V10, haben die Ingolstädter an zwei Stellschrauben gedreht, um mit dem Spyder GT den offenen Über-R8 auf die Beine zu stellen: Die Leistung musste zu-, das Gewicht abnehmen.

JEDES PS BEWEGT NUR 3,03 KILOGRAMM
Durch intelligenten Leichtbau konnten die Ingolstädter das Gewicht des R8 Spyder V10, der in Aluminium-Space-Frame-Bauweise gefertigt wird, um 85 auf 1.640 kg senken. Unser Testwagen lag mit 1.696 kg zwar etwas darüber, ist damit aber stattliche 78 kg leichter als der zuletzt gemessen Spyder.

Für die Diät haben die Techniker ganz schön tief in die Trickkiste und nur zu den besten Materialien gegriffen: Der Motorrahmen besteht aus Magnesium, Verdeckkasten, hintere Seitenteile und Heckstoßfänger sind aus kohlefaserverstärktem Kunststoff – kurz CFK – gefertigt. Karbon-Applikationen im Innenraum sowie an der Karosserie lassen den Leichtbau sichtbar werden.

Allein die Schalensitze, deren Gestell aus CFK besteht, brachten eine Einsparung von 31,5 Kilogramm, und dank dünnerer Blechstärken sowie weniger Dämmmaterial schmolzen weitere Pfunde. Doch Audi wäre nicht Audi, hätte man es allein bei der Gewichtsreduktion belassen. Der V10-Zylinder, der bereits in der „Basisversion“ stramme 525 PS leistet, kommt als GT auf 560 Pferdestärken. Aber nicht nur die Spitzenleistung stieg durch Anpassung des Motormanagements, auch das maximale Drehmoment wuchs um zehn auf 540 Newtonmeter, die bei 6500 Umdrehungen parat stehen.

DER V10-ZYLINDER PACKT ZU WIE EIN BISSIGER HUND
Was sich bereits auf dem Datenblatt viel versprechend liest, überzeugt im Fahrbetrieb auf ganzer Linie. Der 5,2 Liter große Langhuber begeistert mit seinem opulenten Klangspektrum. Ob Brüllen, Kreischen, Hämmern oder sonores Brabbeln – der Direkteinspritzer beherrscht die komplette Klaviatur. Enorm drehfreudig und nahezu verzögerungsfrei klettert der Zehnzylinder die Drehzahlleiter empor – bei Bedarf bis auf 8700 Touren –, ehe das sequenzielle Sechsgang-Schaltgetriebe innerhalb von einer Zehntelsekunde den nächsten Gang einlegt.

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So stürmt der GT Spyder in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100, die 200er-Marke fällt nach 12,1 Sekunden. Doch damit ist noch lange nicht Schluss. Wer den R8 von der Leine lässt, schafft bis zu 317 km/h, die der Supersportler ohne große Mühe erreicht. Doch nur für das reine Sprintvergnügen auf der Autobahn wurde der R8 GT nicht entwickelt, sein Metier ist die Rennstrecke. Deshalb haben wir ihn für einen Abstecher auf den Grandprix-Kurs des Nürburgrings entführt, wo er zeigen durfte, was er kann. Rasiermesserscharf lässt sich der in Sphärenblau mattlackierte Spyder mit seiner hydraulischen Servolenkung dirigieren, setzt jede Richtungsänderung dank erhöhter Sturzwerte noch direkter um und hält unbeirrt die vorgegebene Linie.

Zumindest für zwei schnelle Runden, dann werden die schmalen 235er-Vorderreifen zu warm und vereiteln eine blitzsaubere Linie. Das kann man von den Karbon-Keramik- Bremsen nicht behaupten. Sie verzögern brachial und standfest. Mit kalten wie warmen Stoppern steht der  Audi R8 GT Spyder nach weniger als 33 Metern. Welches Potenzial im R8 GT Spyder schlummert, beweist die Rundenzeit von 1:40,8 Minuten auf der Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke. Dabei überzeugt der Allradler durch sein neutrales Eigenlenkverhalten sowie die trotz Mittelmotor-Layout berechenbaren Fahrwerksreaktionen und lässt sich am Kurvenausgang mittels Leistungsüberschuss in einem gut kontrollierbaren Drift bewegen.

Treibt man es zu bunt, fängt einen das fein regelnde Sport-ESP wieder ein. Doch der Roadster kann auch anders. Trotz der nochmals knackigeren Fahrwerksabstimmung federt der Spyder GT recht verbindlich, und wer gemütlich dahincruist, wird mit geschmeidigen Schaltvorgängen belohnt. Das Geräuschniveau geht bei geschlossenem Verdeck vollkommen in Ordnung, selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der Autobahn-Richtgeschwindigkeit. Und wer auch bei schlechtem Wetter dem betörenden Klang des im Nacken sitzenden Kraftwerks lauschen möchte, der lässt einfach auf Knopfdruck die Heckscheibe heruntersurren.
Alexander Lidl

Technische Daten
Motor 
ZylinderV10-Zylinder, 4-Ventiler
Hubraum5204
Leistung
kW/PS
1/Min

412/560
8000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
540
6500 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6-Gang, automatisiert
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete und gelochte Karbon-Keramik-Scheiben
h: innenbelüftete und gelochte Karbon-Keramik-Scheiben
Bereifungv: 235/35 ZR 19 Y
h: 305/30 ZR 19 Y
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1696
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)3.9
Höchstgeschwindigkeit (km/h)317
Verbrauch 
Testverbrauch16.1l/100km (Super Plus)
EU-Verbrauch14.2l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)332

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