Audi Quattro Concept und Audi Sport Quattro im Fahrvergleich Audi Quattro Concept und Audi Sport Quattro

28.01.2011

Mit dem Sport Quattro setzte Audi 1984 einen Meilenstein. Jetzt ist der Quattro zurück. 408 PS, Fünfzylinder-Turbo, Allrad – erste Ausfahrt mit dem Quattro Concept

Audi Quattro Concept. Vor gut 30 Jahren sagte dieses Wort alles. Nein, es war eben nicht nur eine Ausstattungsvariante, die aus Audi-Fronttrieblern Allradfahrzeuge machte, sondern der Name des teuersten deutschen Sportwagens. Allerdings nur dann, wenn das breitbackige Coupé auch den Zusatz Sport trug. Dieser Sport Quattro hatte eine sehr sachliche Vorgeschichte: Es ging um die Basis für die damalige Gruppe B des Rallysports. Audi musste nachlegen. Der Quattro mit langem Radstand war auf den verwinkelten Passstraßen der Rallyemeisterschaft zu sperrig.

1982 änderte sich das Reglement, die Nähe zur Serie war Vergangenheit. Nun konnte und musste jeder Hersteller, der an der Rallyemeisterschaft teilnehmen wollte, in zwölf Monaten 200 Exemplare von dem Fahrzeug bauen, das teilnehmen sollte. Ein Spielplatz der Audi-Ingenieure. Das Resultat: der Sport Quattro. Der um 320 mm verkürzte Radstand brachte ihm den Beinamen „der Kurze“ ein. Die näher zusammengerückten Achsen machten ihn deutlich wendiger als die bis dahin eingesetzten seriennahen, langen Quattro. Audi zog alle Register. Der Motor war nur noch im Grundlayout mit dem Serientriebwerk identisch. Aus dem Zweiventiler wurde ein Vierventiler, der Zylinderkopf bestand nun aus Aluminium. 306 PS leistete das Turbotriebwerk bei 6700 Umdrehungen. Die gekürzte Karosserie hatte ebenso wenig mit der Serie zu tun wie der Motor – das Dach war kürzer, die Frontscheibe stand steiler.

Statt Stahlblechen verwendete Audi glasfaserverstärkten Kunststoff und mehrschichtiges Kevlargewebe mit Verstärkungen aus Aluminium. Die zerklüftete Front unterwarf sich funktionalen Zwängen, keinen ästhetischen. Knapp 1.300 Kilogramm brachte der Sport Quattro auf die Waage – 300 kg weniger als die normalen Quattro. Und genau hier knüpfen die Ingolstädter wieder an. Laut Audi soll der Quattro Concept ebenfalls dieses Gewicht erreichen. Noch ist er aber nur eine Studie. Doch wenn er in Serie gehen soll, dann ohne Kompromisse. Unter der scharf gezeichneten Karosserie verbirgt sich die Bodengruppe des Audi RS 5 – mit 150 Millimeter kürzerem Radstand.

ALUMINIUM UND KARBON
Statt der Stahlblechkonstruktion des RS 5 wird der neue Quattro über eine Aluminium-Spaceframe-Konstruktion verfügen. Die Anbauteile sind überwiegend aus Aluminium gefertigt – Motorhaube, Heckklappe und der ausfahrbare Spoiler bestehen aus edlem, hochfestem Karbon. Die Rohkarosserie des Coupés soll so lediglich 159 kg wiegen. Aus Stahl wäre sie fast doppelt so schwer. Wie beim Kurz-Quattro von 1984 ist der Motor auch beim Concept Charaktersache. Audi in Detroit auf der NAIASverzichtet auf den V8 des RS 5 und verpflanzt den Fünfzylinder-Turbo des Audi TT RS unter die Haube des Concept. Allerdings nicht quer, sondern längs – Tradition verpflichtet.

Und die Ingenieure schöpfen das Leistungspotenzial des Fünfzylinders weiter aus. Statt der 340 PS im TT bringt es das Triebwerk im Concept auf 408 PS. So rangiert der neue Quattro mit einem Leistungsgewicht von 3,4 Kilogramm pro PS auf dem Niveau des Audi R8 V10 mit 525 PS und deklassiert seinen gleich schweren Urahn deutlich. Und das beste am Audi Quattro Concept ist: Er fährt bereits. Zum ersten Fahrtermin hat Audi sein Vorbild aus den 80ern mitgebracht. Noch stehen beide friedlich nebeneinander in der Garage und warten auf die gemeinsame Ausfahrt. Dann Zündung!

Egal ob die fünf Zylinder des Kurzen von damals oder die des Neuen ihren typischen rauen Klang entfalten – so muss sich ein Quattro anhören. Eine ganz spezielle Form der Laufkultur, die in jedem Vergleichstest mit Punktabzug bestraft werden würde, aber dafür das Blut in Wallung bringt. Geschaltet wird in beiden manuell. Auch beim Neuen verzichtet Audi auf ein Doppelkupplungsgetriebe. Hier liegt alle Macht in den Händen und Füßen des Fahrers. So wie damals, als Walter Röhrl das 600-PS-Flügelmonster beim Race of the Clouds am Pikes Peak virtuos in Rekordzeit den Berg der Berge hinauftrieb.

QUATTRO HEISST TRAKTION
Dieses Mal ist es zwar nicht der Pikes Peak, sondern eine kurvenreiche Straße durch einen Canyon bei Malibu. Aber es fühlt sich nach Rekordfahrt an. Anbremsen, herunterschalten und dem herrlichen Gesang des Turbos lauschen, wenn das Wastegate-Ventil öffnet und den Überdruck ins Freie peitscht. Im Concept deutlich heftiger als im Sport Quattro. Es stimmt, der Neue und der Alte haben zwar viel gemeinsam, aber der künftige Quattro kann alles besser. Entfesseln sich die 306 PS des Urahn erst oberhalb von 3.500 Touren und explodieren nochmal bei 5.000 Umdrehungen, hämmert der Neue schon ab 1.600 Touren 450 Newtonmeter durch den Antriebsstrang.

Jeder Gaspedalbefehl gleicht einem Punch von Vitali Klitschko in die Magengrube – Volltreffer ohne Ansatz. Quattro stand und steht für Traktion. Damit verblüffte schon der Ur-Quattro. Permanenter Allradantrieb, bei dem sich Mitten- und Hinterachsdifferenzial manuell sperren lassen, sorgen bei ihm für überlegenen Grip. Beim Concept erfährt der Begriff Traktion eine neue Bedeutung. Der Neue verfügt über das selbstsperrende Kronenrad-Mittendifferenzial, das die Kraft bis zu 70 Prozent nach vorn oder bis zu 85 Prozent nach hinten leitet – im Normalbetrieb 40 zu 60 Prozent.

Die Kraftverteilung erfolgt ohne Zeitverzögerung rein mechanisch. Zudem hat der neue Audi Quattro Concept: Kommt die Kleinserie?ein Sportdifferenzial an der Hinterachse. Einlenken, den richtigen Gang eingelegt und dann einfach voll aufs Gas. Der Neue ist ganz der Alte – ein Werkzeug für Rekordfahrten. Jetzt liegt es an Audi, eine Kleinserie aufzulegen, 200 Exemplare wären eine gute Basis. Und der Name Quattro würde wieder für einen, wenn nicht sogar für den deutschen Sportwagen stehen.

TECHNIK
   

Audi Quattro Concept
Audi Sport Quattro
Motor 5-Zylinder, 4-Ventiler,
längs eingebaut,
Direkteinspritzer,
Abgasturbolader mit
Ladeluftkühler
5-Zylinder, 4-Ventiler,
längs eingebaut,
Abgasturbolader
mit Ladeluftkühler
Leistung bei 300 kW / 408 PS,
5400 bis 6500 /min
225 kW / 306 PS, 6700/min
Max. Drehmoment bei 480 Nm, 1600 bis 5300 /min 350 Nm, 3700 /min
Getriebe manuelles 6-Gang-Getriebe manuelles
5-Gang-Getriebe
Antrieb permanenter Allradantrieb permanenter Allradantrieb
Fahrwerk vorn: Fünflenkerachse, Federn,
Dämpfer, Stabilisator; hinten:
Mehrfachlenkerachse, Federn
Dämpfer, Stabilisator; ESP
vorn/hinten:
McPherson-Federbeine, Querlenker,
Querstabilisator
Aufbau Zweitüriges Coupé, Aluminium-
Spaceframe, Anbauteile teilweise
aus hochfestem Karbon;
Zweitüriges Coupé, selbsttragende
Stahlblech-Karosserie mit Anbauteilen
aus glasfaserverstärktem
Kunstoff und mehrschichtigem
Kevlargewebe mit Verstärkungen
aus Aluminium
L/B/H 4280/18601330 mm 4160/1780/1340mm
Radstand 2600 mm 2224 mm
Leergewicht 1300 kg 1290kg
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
   
0-100 km/h 3,9 s 4,9 s
Höchstgeschwindigkeit k. A. 250 km/h
EU-Verbrauch 8,5 Liter / 100 km 14,8 Liter / 100 km
KOSTEN    
Grundpreis k. A. 203.000 Mark (1984)

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