Audi quattro 20V: Bezahlbarer Traumwagen Genuss ganz ohne Reue

21.11.2013

Mit Quattro begann der Allrad-Trend, der Audi quattro 20V mit Kat trieb ihn auf die Spitze

Sensation war der meistgebrauchte Begriff für dieses kantige, pausbäckige Auto, das im März 1980 auf dem Genfer Salon seine Weltpremiere feierte: der Audi quattro, heute Ur-Quattro genannt, weil er der Stammvater der Quattro-Familie war, die bis heute wächst und gedeiht.

Die Quattro-Entwickler hatten ganz tief in die Kiste mit den guten technischen Zutaten gegriffen, bevor sie ihn auf die begeisterte Käuferschaft los-ließen. Man nehme: eine damals aktuelle, solide gebaute und steife Coupé-Karosserie, einen ausgereiften, kernig tönenden Fünfzylinder-Motor, einen nicht zu großen Turbolader mit Ladeluftkühlung und einen neu entwickelten, permanenten  Vierradantrieb mit mittlerer und hinterer Sperre. Das fertige Fahrzeug erhielt den italienischen Namen Quattro, was auf Deutsch „vier“ heißt und den Allradantrieb meint.

Der brachte in der Praxis einen klaren Gewinn an Fahrstabilität gegenüber vergleichbaren front- oder heckgetriebenen Autos, er brachte Traktionsvorteile an glatten Steigungen und überhaupt unter winterlichen Straßenbedingungen, und er brachte unbezahlbaren Prestigegewinn. Der Quattro war schließlich Audis Basis für den großen Rallyesport und fuhr alsbald mit Helden wie Michelle Mouton, Stig Blomquist oder Walter Röhrl Siege und Titel ein. Und er war weltweit das erste Auto mit permanentem Allradantrieb, das in nennenswerten Stückzahlen in Serie gebaut wurde. Durch ihn  wurden die noch immer gelegentlich durchschimmernden Hosenträger auf dem Audi-Image endgültig getilgt. Für den Ur-Quattro selbst, dessen Fan-Gemeinde angesichts der geringen Stückzahlen regelmäßig einen baldigen Produktionsstopp befürchtete (der 1991 erfolgte), taten die Ingenieure, von 1983 an in der quattro GmbH zusammengefasst, auch eine ganze Menge. Verschiedene Stufen der Modellpflege betrafen den Antrieb mit zunächst manuell-mechanisch schaltbaren Sperren, die später elektro-pneumatisch bedienbar waren. 

1987 erhielt der Quattro ein Torsen-Zentraldifferenzial spendiert. Die Scheinwerfer änderten sich wie das Armaturenbrett mehrfach leicht, die Motoren dagegen deutlich. Anfangs, ohne Kat, leisteten sie aus 2,1 Liter Hubraum stramme 200 PS, mit geregeltem Katalysator hingegen von 1984 bis 1988 nur 162 PS. Das tat der typischen Quattro-Faszination kaum Abbruch, doch die reine Lehre vom vollen Fahrvergnügen verschaffte uns der ab 1989 gebaute Audi quattro 20V. Ein kleinerer Lader verbesserte das Ansprechverhalten des nun 2,2 Liter großen Fünfzylinder-Aggregats, vier Ventile pro Zylinder erleichterten dem Triebwerk das Atmen. So leistet es – mit G-Kat – kerngesunde 220 PS. Ein Fahrgenuss ganz ohne Reue.

 

TECHNIK-IKONE UND GUTE GELDANLAGE

309 Newtonmeter Drehmoment machen den Griff zum kurzen, ziemlich schwergängigen Schalthebel bei gemäßigter Fahrweise zur freiwilligen Übung. Der Motor ist kernig und nie zu überhören, er hallt im großzügigen Innenraum nach, vor allem, wenn die Sitze mit Leder bezogen sind.

Der Quattro bleibt auch in schnell angegangenen Kurven lange neutral. Wer’s übertreibt, muss aber routiniert reagieren. Sonst droht eine unkontrollierte Offroad-Einlage. Ein Ur-Quattro bietet viel Fahrspaß, ist langlebig und unproblematisch. Er ist eine Technik-Ikone jenseits von Zeitgeist – und gewiss eine gute Geldanlage.

Audi quattro 20V: Daten und Fakten
Antrieb
R5-Zylinder; vorn längs eingebaut; 4-Ventiler; zwei obenliegende Nockenwellen; Gemischbildung: Einspritzanlage Bosch Motronic; Turbolader, Ladeluftkühler; Bohrung x Hub: 81,0 x 86,4 mm; Hubraum: 2226 cm3 ; Verdichtung: 9,3:1; Leistung: 162 kW/220 PS bei 5900/min; max. Drehmoment: 309 Nm bei 1950/min; Fünfgang-Getriebe; permanenter Allradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Selbsttragende Stahlblechkarosserie mit zwei Türen; Radaufhängung vorn: McPherson-Federbeine, Dreiecksquerlenker, Stabi.; hinten: Federbeine, Dreiecksquerlenker, Stabi.; Zahnstangenlenkung; Bremsen: v./h. Scheiben, v. innenbel.; Reifen: 215/50 R 15 V; Alu-Räder: 8 x 15
Eckdaten
L/B/H: 4404/1723/1344 mm; Radstand: 2525 mm; Spurweite v./h.: 1460/1495 mm; Leer-/Gesamtgew.: 1380/1840 kg; Tankinhalt: 90 l; Bauzeit (Quattro 20V): 1989 bis 1991; Stückzahl (Ur-Quattro ges.): 11.452; Preis (1989): 91.000 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 6,6 s; Höchstgeschwindigkeit: 232 km/h; Verbrauch: 10,7 l/100km
1Auto Zeitung 16/1989


MARKTLAGE 

Zustand 2: 26.500 Euro
Zustand 3: 14.500 Euro
Zustand 4:    6500 Euro
Wertentwicklung: steigend
Definition der Zustandsnoten

Weitere bezahlbare Traumwagen:

- Ford Capri RS
- Citroen CX Prestige
- BMW 635 CSi

Unser Fazit

Der Ur-Quattro war immer ein seltenes Auto – teuer, exklusiv, technisch hochgestochen, enorm wichtig für den Image-Fortschritt der Marke Audi. Heute ist er ein gesuchter und bereits hoch bezahlter Youngtimer. Und die Preise werden sicher noch weiter steigen

Wolf-Henning Fanslau

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