Audi Q5 TFSI Quattro/Alfa Romeo Stelvio Turbo Q4: Test Der neue Stelvio stellt sich dem Q5

von Johannes Riegsinger 13.07.2017

Test: Wer baut das bessere, sportlichere Mittelklasse-SUV: Audi oder Alfa Romeo? Ein Vergleich der starken Benziner in Q5 und Stelvio nach Zahlen.

Sechzig Kilogramm. So viel wiegt der Audi Q5 mit Vierzylinder-Turbobenziner und Allradantrieb mehr als der neue Alfa Romeo Stelvio mit vergleichbarer Motorisierung. Und dieses Mehrgewicht ist zu spüren: Die Türen des Audi schließen mit einem satten Plopp, Fahrtwind und Fahrwerks- plus Abrollgeräusche sind sanft weggefiltert – in Ingolstadt scheint man mehr Dämmmaterial eingekauft zu haben als in Turin. Sobald es jedoch in die ersten Kurven geht, muss der Alfa Romeo entsprechend weniger Ballast in die Ecken werfen. Sechs Kästen mit Mineralwasser mehr wuchtet der Audi bei jedem Einlenken von Links nach Rechts oder umgekehrt – kein Wunder, dass der Alfa einfach frischer, spritziger und wacher fährt. Seine unglaublich direkt abgestimmte Lenkung, die jedoch nie überdreht oder unangenehm spitz wirkt, addiert ein zusätzliches Element: Fahren ohne Filter, während der Audi sehr domestiziert auftritt.

Der Alfa Romeo Stelvio im Video:

 
 

Test: Audi Q5 gegen Alfa Romeo Stelvio

Achtundzwanzig PS. So viel mehr leistet der Benziner des Alfa Stelvio als der TSI-Motor im Audi. Das Resultat ist ein wesentlich temperamentvollerer Charakter – im Sprint auf Tempo 100 nimmt der Stelvio dem Q5 laut Werksangaben über eine halbe Sekunde ab. Ein Gang. Den hat der Alfa mit seiner Achtstufen-Automatik dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe des Audi voraus – ebenso den besseren Schaltkomfort: Besonders beim Rangieren wirkt der Audi ruppig, die Vorteile eines Doppelkupplungsgetriebes – schnelles Schalten, geringerer Verbrauch – kann der Q5 nicht wirklich in einen Vorsprung gegenüber dem Stelvio umsetzen. Vier mal Vier. Die starken Benziner gibt es sowohl bei Alfa als auch bei Audi nur mit Allradantrieb. Während der Stelvio aber betont hinterachslastig abgestimmt ist, gibt sich der Q5 ausgeglichener. Das Resultat: Der Stelvio fährt im Grenzbereich animierend übersteuernd wie ein sehr sicheres Heckantriebsauto, der Audi gibt sich homogen, gutmütig und ja, vielleicht langweiliger. Dreivierteltakt und 4G. Beim Thema Infotainment hat der Audi ganz deutlich die Nase vorn: Es dauert zwar eine Zeit, sich an die Bedienung des MMI-Systems mit Touchpad, konfigurierbaren Displays und mächtiger Funktionstiefe zu gewöhnen, aber ab dann macht die Vielfalt von Navigation, Multimedia und Connectivity einfach nur richtig Spaß.

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Stelvio bietet vorbildlichen Schutz

Mittelklasse-SUV auf Augenhöhe

Das System des Italieners lehnt sich in puncto Bedienungslogik ein wenig an BMWs iDrive an und ist nicht ganz so Hightech-drall, befriedigt aber mit Schwung die wesentlichen Bedürfnisse der Premium-Klasse 2017. Vier gewinnt. In Sachen Raumangebot schenken sich Alfa Romeo Stelvio und Audi Q5 wenig – in der ersten Reihe sitzen Fahrer und Beifahrer mit viel Platz in schickem Sport-Ambiente, im Fond kommen zwei Erwachsene langstreckentauglich unter. Die Kofferräume fassen vergleichbar viel und sind ähnlich gut zugänglich. Der minimal-nominelle Vorteil des Audi (25 Liter mehr Ladevolumen) ist in der Realität nicht spürbar. Neunhundert Euro. So viel kostet der Q5 2.0 TFSI mehr als der Stelvio 2.0 Turbo Q4. Die Options-Aufpreise des Alfa sind etwas moderater, der Audi bietet deutlich mehr an angesagten Extras – so kann er beinahe die 80.000-Euro-Grenze knacken.

Technische DatenAlfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Q4Audi Q5 2.0 TFSI quattro
Motor4/4, Turbo4/4, Turbo
Hubraum1995 ccm1984 ccm
Leistung280 PS252 PS
Max. Drehmoment400 Nm370 Nm
Getriebe8-Stufen-Automatik7-Gang, Doppelkupplung
AntriebAllradAllrad
0-100 km/h5,7 s6,3 s
Höchstgeschwindigkeit230 km/h237 km/h
Leergewicht1735 kg1795 kg
L/B/H in mm4687/1903/16484663/1893/1659
Kofferraum525-k.A. l550-1550 l
Testverbrauch7,0 l S/100 km6,8 l S/100 km
Grundpreis49.000 Euro49.900 Euro

von Johannes Riegsinger von Johannes Riegsinger
Unser Fazit

Alfa Romeo Stelvio fürs Herz und Audi Q5 für die Ratio? So leicht lässt sich kein Schlussstrich unter diesen ersten Vergleich ziehen. Vor allem, weil sich der Stelvio auch in Sachen Funktionalität, Ausstattung und Qualität recht gut schlägt. Der Vorsprung des Audi ist hier nicht so groß – und das Fahrspaß-Potenzial des Italieners tatsächlich ungemein ansteckend. Sich gegen den starken Q5 derart zu behaupten, ist sehr respektabel. Gut gemacht, Alfa!

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