Audi Q3 und BMW X1 im SUV-Vergleich Audi Q3 2.0 TDI quattro S tronic | BMW X1 xDrive20d

24.01.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Nicht nur bei Schnee sind die beiden kompakten Allradler BMW X1 und Audi Q3 mit ihrer überragenden Traktion die perfekte Wahl

Die Ingolstädter ließen sich ein bisschen Zeit, bis sie sich für einen kompakten Allradler unterhalb von Q7 und Q5 entschieden. Doch die Nachfrage nach SUV im Golf-Format wird immer größer. Das gute Platzangebot, die höhere Sitzposition und die Option auf kleine Offroad-Abenteuer scheinen vielen Kunden zu gefallen. Jetzt endlich bringt Audi die passende Antwort auf Mini Countryman und Skoda Yeti auf den Markt. Und erstmals trifft der neue Q3 auf seinen wohl ärgsten Konkurrenten: den BMW X1.

 

Karosserie

Gegen den sieben Zentimeter kürzeren und vier Zentimeter höheren Audi Q3 wirkt der X1 eher wie ein klassischer Kombi. Dieser Eindruck setzt sich auch innen fort, weil Passagiere im Audi deutlich höher und aufrechter sitzen. Das führt aber vor allem bei größeren Insassen zu dem Gefühl, eher auf als im Auto zu sitzen. Platzprobleme gibt es deswegen nicht, die runde Dachkuppel bietet selbst hinten noch genügend Luft über den Köpfen. Wer aber im BMW X1 Platz nimmt, fühlt sich auf Anhieb besser ins Auto integriert. Die Fenster sind größer, die Seiten steiler, die Gürtellinie ist für bessere Übersicht flacher. Dafür bietet der Audi 40 Liter mehr Gepäckvolumen hinter der großen Heckluke. Das darf sogar noch 80 Kilogramm schwerer sein als im BMW, muss aber über eine hohe Ladekante in den tiefen Kofferraum gewuchtet werden. Es empfiehlt sich daher, den höheren Wendeladeboden (ohne Aufpreis) zu ordern, der sich als Zwischenboden in Rücksitzhöhe einlegen lässt und so ein zusätzliches Staufach abtrennt. Apropos ordern: Audi hat für den Q3 neben Seitenairbags hinten (350 Euro) auch viele elektronische Helfer im Programm, auf die der X1 verzichten muss. Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner, Tempolimitscanner oder eine automatische Einparkfunktion gibt es im BMW nicht – dafür aber eine serienmäßige Bergabfahrhilfe und Reifen mit Notlaufeigenschaften (260 Euro).

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Auch bei Verarbeitung und Materialanmutung kann sich der Ingolstädter besser in Szene setzen. Im Detail penibel angepasste Spaltmaße und zum größten Teil aufgeschäumte Kunststoffe erzeugen die von Audi gewohnte Premium-Atmosphäre. Dagegen wirkt der Innenraum des Müncheners zwar wie aus einem Stück, die Materialien sind aber hier und da etwas spröde (zum Beispiel der Deckel des Handschuhfachs) und im Vergleich nicht ganz so perfekt eingepasst. Das sollte BMW auch in der mittleren Preisklasse besser machen können.

KarosserieMax. PunkteAudi Q3 2.0 TDI quattro S tronicBMW X1 xDrive20d
Raumangebot vorn1006263
Raumangebot hinten1006161
Übersichtlichkeit704647
Bedienung/ Funktion1008686
Kofferraumvolumen1004439
Variabilität1004040
Zuladung/ Anhängelast804339
Sicherheit15010095
Qualität/ Verarbeitung200174170
Kapitelbewertung1000656640

 

Fahrkomfort

Wer von diesen Kompakt-SUV überlegenen Federungskomfort für schlechte Pisten oder gar Waldwege erwartet, dürfte enttäuscht werden. Beide Allradler sind auf Fahrdynamik getrimmt und können ihre Mitfahrer auf Holperstrecken schon mal ordentlich durchschütteln. Aber keine Angst: Selbst harte Schläge bringen die Fahrwerke nicht aus der Fassung. Hier und da würde man sich nur etwas weniger Aufgeregtheit wünschen. Im Audi sorgt der 16 Zentimeter kürzere Radstand zuweilen für ein leichtes, aber regelmäßiges Nicken des Aufbaus, das mit Beladung aber nachlässt. Der BMW liegt da etwas gelassener auf der Straße. Seine Hinterachse wird erst bei voller Beladung etwas stuckerig. Doch auf den tieferen Sitzen mit den weicheren Polstern fühlt man sich insgesamt einen Tick bequemer aufgehoben.

FahrkomfortMax. PunkteAudi Q3 2.0 TDI quattro S tronicBMW X1 xDrive20d
Sitzkomfort vorn150122124
Sitzkomfort hinten1006768
Ergonomie150130130
Innengeräusche503434
Geräuscheindruck1006466
Klimatisierung503230
Federung leer200134136
Federung beladen200132132
Kapitelbewertung1000715720

 

Motor und Getriebe

Beim Ampelstart schenken sich die beiden Bayern nichts. Der BMW mit xDrive treibt konzeptionell zunächst seine Hinterräder an und leitet erst bei zu viel Schlupf in Sekundenbruchteilen Antriebskraft an die Vorderräder. Der quattro-Antrieb von Audi funktioniert umgekehrt. So kommt der BMW X1 trotz Handschaltung prinzipbedingt schneller vom Fleck, kann sich aber bis Tempo 100 nicht ganz an der Spitze des Duos halten. Die blitzschnellen Schaltvorgänge des Doppelkupplungsgetriebes im Audi Q3 werden mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung belohnt. Allerdings klingt der TDI im Vergleich zum seidigen und sehr drehfreudigen BMW-Diesel in einigen Drehzahlbereichen etwas brummig. Wer im Audi-Autohaus 200 Euro extra ausgibt, kann in seinem Q3 die Charakteristik von Lenkung, Gaspedal und Getriebe per Knopfdruck ändern (Audi drive select). Neben „comfort“, „auto“ und „dynamic“ steht auch die Spritsparvariante „efficiency“ zur Wahl, in der die Schaltzeitpunkte zu niedrigeren Drehzahlen verlagert werden. Zudem soll das Auskuppeln bei höheren Geschwindigkeiten („Segeln“) zusätzlich Kraftstoff sparen. Auf der Verbrauchsstrecke funktioniert das hervorragend, am Ende werden als Durchschnittsverbrauch 6,9 Liter Diesel je 100 Kilometer notiert. Allerdings gibt sich der handgeschaltete BMW X1 mit einem knappen halben Liter weniger zufrieden (6,5 Liter).

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi Q3 2.0 TDI quattro S tronicBMW X1 xDrive20d
Beschleunigung150116114
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1506263
Getriebeabstufung1008681
Kraftentfaltung503636
Laufkultur1006870
Verbrauch325251258
Reichweite251818
Kapitelbewertung1000637640

 

Fahrdynamik

Kompakte Karosserien, kräftige Dieselmotoren und hochmoderne Allradantriebe versprechen auf der Handlingstrecke Fahrdynamik pur. Und tatsächlich überzeugen beide Autos mit überragender Traktion. Und so lässt es sich selbst aus engsten Kurven mit viel Schub herausbeschleunigen. Kommt man dennoch an die Haftgrenze der Reifen, schiebt vor allem der Audi Q3 Vail: Neue SUV-Studie auf der Detroit Auto Show 2012 spürbar über die Vorderräder. Geht man dann vom Gas, findet er prompt wieder die Spur und zieht stoisch weiter. Auch der längere und etwas schwerere BMW kündigt den Grenzbereich zunächst durch Untersteuern an. Doch hier können plötzliche Lastwechsel zu einem nervösen Heck oder gar ruppigen ESP-Eingriffen führen. Und bei schnellen Richtungswechseln wünscht man sich etwas mehr Rückmeldung in der Lenkung, die im Slalomparcours sogar zum Verhärten neigt. Beim Bremsen ist der Münchener aber wieder hellwach. Sogar mit heißen Bremsscheiben steht der fast 1,7 Tonnen schwere Brocken bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 nach gut 34 Metern – eine halbe Autolänge vor dem Audi Q3, der nach 36 Metern zum Stehen kommt.

FahrdynamikMax. PunkteAudi Q3 2.0 TDI quattro S tronicBMW X1 xDrive20d
Handling1507461
Slalom1006556
Lenkung1008482
Geradeauslauf504240
Bremsdosierung301818
Bremsweg kalt1507888
Bremsweg warm15087107
Traktion1008890
Fahrsicherheit150142138
Wendekreis2067
Kapitelbewertung1000684687

 

Umwelt und Kosten

Den stärksten Diesel des Q3 (2.0 TDI, 177 PS) gibt es derzeit nur mit dem Siebengang-Direktschaltgetriebe S tronic. Rechnet man die 2050 Euro für eine Sechsgang-Automatik von BMW zum Basispreis des gleich starken X1 xDrive20d hinzu (Achtstufen-Automatik gibt es nur bei den Benzinern), liegen beide preislich auf Augenhöhe. Abgesehen von der extra zu bezahlenden Metalliclackierung sind sie schon in der Basis mit der AUTO ZEITUNG-Normausstattung bestückt. Doch die etwa 37.000 Euro sind nur der Anfang zweier langer Preislisten. Zahlreiche Komfort- und Elektronikextras sprengen schnell den 50.000-Euro-Rahmen. Allerdings können bei Audi wegen der vielen Assistenzsysteme deutlich mehr Kreuzchen gemacht werden. Dafür fährt der BMW mit weniger Kraftstoffkosten und geringerem CO2-Ausstoß etwas ökonomischer. Das Kapitel sichert sich letztlich der Audi wegen seiner unbegrenzten Mobilitätsgarantie.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi Q3 2.0 TDI quattro S tronicBMW X1 xDrive20d
Bewerteter Preis675156163
Wertverlust501718
Ausstattung251918
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502820
Werkstattkosten201616
Steuer1077
Versicherung403028
Kraftstoff554142
Emissionswerte258886
Kapitelbewertung1000402398

 

Fazit

Spannender kann ein Vergleichstest kaum sein. Weil hier keiner der beiden Bayern eine wirkliche Schwäche zeigt, ist jeder Kapitelsieg hart erkämpft und äußerst knapp. Der BMW X1 präsentiert sich als komfortabler Viersitzer mit kräftigem und überaus sparsamem Antrieb. Audis neuer Q3 kontert mit größerem Kofferraum, mehr Zuladung und aufgeweckter Agilität. Weil ihm die Ingolstädter eine große Palette von elektronischen Assistenten zur Verfügung stellen und ihn mit unbegrenzter Mobilitätsgarantie anbieten, kann sich der Q3 am Ende gerade eine Nasenspitze vom X1 absetzen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi Q3 2.0 TDI quattro S tronicBMW X1 xDrive20d
Summe500030943085
Platzierung12

Tags:
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