Audi Q2/Fiat 500X/Skoda Yeti/Subaru XV: Test Audi Q2 trifft auf 500X und Co.

Inhalt
  1. Test: Audi Q2 gegen Fiat 500X, Yeti und Subaru XV
  2. Skoda Yeti mit rekordverdächtigem Ladevolumen
  3. Der Audi Q2 hat den besten Sitzkomfort
  4. Fiat 500X mit längstem Bremsweg
  5. Der Fiat 500X ist die günstigste Alternative

Mit dem neuen Q2 will Audi das City-SUV-Segment aufmischen. Wir testen den Audi Q2 2.0 TDI quattro gegen Fiat 500X, Skoda Yeti und Subaru XV.

Kleine City- SUV im Test: Unterhalb der Kompaktklasse stehen sie derzeit in der Käufergunst ganz weit oben. Geschätzt wird vor allem die erhöhte Sitzposition, die ein bequemes Ein- und Aussteigen sowie eine bessere Übersichtlichkeit verspricht. Mit dem Q2 baut nun auch Audi seine erfolgreiche SUV-Familie nach unten aus. Die vergleichsweise faire Einpreisung des kleinsten Q hat zur Folge, dass Audi sich nun auch Gegnern stellen muss, die keinen direkten Premiumanspruch haben. Im ersten Vergleichstest trifft der brandneue Q2 deshalb auf Skoda Yeti, Fiat 500X und Subaru XV. Alle Testwagen sind mit drehmomentstarken Dieselmotoren (140 bis 150 PS) sowie Allradantrieb ausgestattet und verfügen – mit Ausnahme des Subaru – zudem über automatisierte Getriebe. Für den kompakten Audi ist es nun also an der Zeit, die kühnen Versprechungen der Marketingabteilung einzulösen und sich gegen die freche City-SUV-Konkurrenz zu beweisen. Arablau-Kristalleffekt heißt die 1000 Euro teure Außenlackierung, die zusammen mit den zahlreichen Sicken im Blechkleid den Audi Q2 bei jedem Tankstopp zum Hingucker macht.

 

Der Audi Q2 im Video:

 

 

 

Test: Audi Q2 gegen Fiat 500X, Yeti und Subaru XV

An der Front prangt zudem der Q-spezifisch dreidimensionale Kühlergrill, und die optionalen LED-Scheinwerfer verleihen dem kleinen Ingolstädter einen bösen Blick. Einzig die quadratischen Rückleuchten mögen nicht so recht zu einem Audi passen und dürften den ein oder anderen an den Konzernbruder VW Polo erinnern. Cool, aber unpraktisch: Die farblich abgesetzten und sehr breiten Blades an der C-Säule schränken die Rundumsicht ein. Aufgrund seiner kompakten Außenabmessungen (Länge:4,19 Meter) sieht man Audis neuem SUV nicht an, dass es ein kleines Raumwunder ist. Der Test zeigt, dass sich das Platzangebot in der ersten Reihe sehen lassen kann: Es steht zum einen genügend Kopffreiheit zur Verfügung, zum anderen engt der Q2 die Knie von Fahrer und Beifahrer nicht mit einem zu breiten Mitteltunnel ein. Fiat und Subaru sind hier nicht so luftig geschnitten, allerdings trumpft der Skoda Yeti mit der üppigsten Bewegungsfreiheit auf. Und im Fond? Da überzeugt der Audi auch großgewachsene Passagiere mit ausreichend Luft über dem Scheitel und akzeptablem Knieraum, während Hinterbänkler im Fiat eher mal den Kopf einziehen und die Beine anwinkeln müssen. Steigt man allerdings in den kantigen Skoda um, genießt man eine in diesem Quartett konkurrenzlose Kopffreiheit. Außerdem verfügt der seit 2009 gebaute Tscheche über drei variable Einzelsitze, sodass auch bei voller Besetzung keine Enge aufkommt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die mittlere Sitzgelegenheit übrigens ausbauen, die äußeren Sessel kann man weiter nach innen verschieben. Diese Sitzkonfiguration beschert zwei Fondpassagieren noch mehr Raum. Weitere Zähler im Vergleichstest sammelt der Yeti mit seinem rekordverdächtigen Ladevolumen von 510 bis 1580 Litern (Audi: 405 bis 1050) sowie 2,1 Tonnen Anhängelast. Fiat und Skoda dürfen mit rund 530 Kilogramm zwar am meisten zuladen, im Alltag reichen aber auch die 480 Kilo, die Subaru und Audi stemmen. Letzterer setzt markentypisch einen Glanzpunkt bei Qualität und Verarbeitung: Die aus A3 und A4 bekannten Regler für das MMI-Bediensystem sind auch beim SUV aus Metall gefertigt und rasten präzise ein. Zwar bestehen Teile der Tür- und die gesamten Dachsäulenverkleidungen aus härterem Kunststoff, alles ist aber liebevoll verbaut. Da können weder der rustikalere Skoda noch die teilweise einfacher verarbeiteten Konkurrenten aus Italien und Japan mithalten.

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Skoda Yeti mit rekordverdächtigem Ladevolumen

Apropos MMI: Die Bedienung des Infotainmentsystems gelingt trotz enormer Funktionsfülle bereits nach kurzer Eingewöhnung problemlos, während man gerade bei Fiat und Subaru etwas unbeholfen auf den Touchscreens herumdrückt und manche Menüpunkte erst nach längerem Suchen findet. Noch stärker im Test absetzen kann sich der Q2 in puncto Sicherheitsausstattung: Wer einen Blick in die umfangreiche Preisliste wirft, findet modernste Assistenzsysteme. Einen City-Notbremsassistenten hat der Audi ebenso serienmäßig an Bord wie einen Abstandswarner. Gegen teils deftige Aufpreise können Käufer unter anderem noch einen aktiven Spurhalteassistenten, die Verkehrszeichenerkennung oder einen adaptiven Abstandsregeltempomaten ordern – alles sicherheitsfördernde Optionen, auf die die Fahrer von Skoda, Fiat und Subaru fast durchweg verzichten müssen. Der Test zeigt weiterhin: Um den Sitzkomfort des Audi Q2 ist es bestens bestellt. Das optionale Sportgestühl (1165 Euro inklusive Leder-/Kunstleder-Bezug) bietet genügend Seitenhalt und Schulterabstützung. Ähnlich kommod sitzt man in der ersten Reihe des Yeti. Beim Subaru stört dagegen die nicht ausreichend straffe Polsterung, und auf den mäßig konturierten Sitzen des Fiat rutscht man in schnell gefahrenen Kurven hin und her. Die hohe Lehne der Q2-Rückbank hat eine angenehme Neigung und umschließt die Schultern der Passagiere am wirkungsvollsten. Hinzu kommen die bequemen Armauflagen in den Türen und dass sich die Füße bequem unter die Vordersitze schieben lassen. Beim Yeti lassen sich die Einzelsitze verschieben und die Lehnen sogar in der Neigung separat einstellen. Der Subaru und gerade der Fiat können beim Sitzkomfort auf der Rückbank keine wirklichen Glanzlichter setzen. Als einziger tritt der Q2 mit adaptiven Dämpfern (800 Euro) an – eine lohnende Investition. Im Komfortmodus verarbeitet der Audi unbeladen wie beladen Wellen, Kanten und Schlaglöcher sehr souverän ohne nennenswerte Karosseriebewegungen. Allerdings ist ihm im Test der sanft anfedernde Subaru XV zumindest ohne Gepäck dicht auf den Fersen. Selbst auf schlechten Pisten erlauben die Federelemente des Japaners so hohe Tempi, dass man sich wie ein Rallye-Pilot fühlt.

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Der Audi Q2 hat den besten Sitzkomfort

Der straffer abgestimmte Skoda wirkt leer zwar steifbeiniger, federt bei voller Zuladung aber manierlicher. Mit seiner nach links und rechts schwingenden Hinterachse, dem zittrigen Gesamteindruck und der schlechtesten Abschottung gegen Fahrgeräusche enttäuscht der Fiat im Test. Nicht nur beim Federungskomfort zeigt der kleine Ingolstädter gute Manieren. Auch der Zweiliter-Turbodiesel verrichtet seinen Job im neuen Q2 ausgesprochen kultiviert. Lediglich der flach bauende Boxer-Turbodiesel des Subaru verwöhnt mit einer ähnlich guten Laufkultur. Der Skoda-Motor, aber vor allem die nagelnde Maschine des Fiat arbeiten mit spürbar mehr Vibrationen. Mehr Temperament gibt es bei Audi und Subaru noch dazu. Vor allem der Q2 beantwortet Gasbefehle spontan und arbeitet sich druckvoll durchs gesamte Drehzahlband. Satter Schub von unten steht ebenso auf seiner Habenseite wie das leichtfüßige Erklimmen des Drehzahllimits. Dem Boxer des Subaru fehlt lediglich das direkte Ansprechverhalten des Audi-Triebwerks. Nach oben heraus gibt sich der flach im Bug liegende Vierzylinder sehr quirlig. Bereits der Skoda reagiert im Test bei hohen Drehzahlen verhaltener, gefällt aber dafür mit seinem bulligen Punch im Teillastbereich. Beim Italiener bremst die teilweise überhastet reagierende Neunstufen-Automatik den Motor des 500X aus. Das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe des Skoda, aber vor allem das mit noch einer Stufe mehr ausgestattete Doppelkupplungsgetriebe des Audi harmonieren deutlich besser mit der Leistungsentfaltung der beiden Diesel aus dem VW-Regal. Recht wenig Schaltfreude vermittelt das teigige Getriebe des XV im Test. Die Übersetzungen sind allerdings gut gewählt, was der Verbrauch dokumentiert: Während der Fiat 6,7 Liter, der Skoda 6,6 Liter und der Audi 6,3 Liter auf 100 Kilometern benötigen, genügen dem fast 100 kg leichteren Japaner 6,0 Liter.

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Fiat 500X mit längstem Bremsweg

Die gute Vorstellung des jüngsten Spross aus Ingolstadt geht auf dem Handlingparcours weiter. Schon im Alltagsverkehr überzeugt der Audi Q2 mit seiner klar definierten Lenkung. Kein anderer der drei Konkurrenten lässt sich so präzise aus der Mittellage heraus in die Kurve steuern wie der Bayer. Auch wenn der mit Michelin Pilot-Sport-Reifen (225/45 R 18) ausgestattete Fiat 500X gleich eine beachtliche Zeit auf den Asphalt brennt und dabei narrensicher sein Limit erreicht, kann der Audi (Michelin Primacy 3; 215/50 R 18) im Test mühelos kontern. Der Q2 liegt einfach besser in der Hand. Die Rückmeldung seiner gefühlvollen Lenkung ist verbindlicher als die Fiat-Lenkung. Auch beim Subaru fehlt die intensive Kommunikation zwischen Fahrer und Auto, die der Audi innig pflegt. Selbst der Yeti, bisher als ausgesprochen direkt und feinfühlig bekannt, verliert hier den Anschluss an den agilen Neuling aus Bayern. Beim Slalom hingegen setzt dem Q2 sein hart einsetzendes ESP frühe Grenzen. Da zeigen vor allem die Italiener mehr Vertrauen in ihr Produkt. Nach dem Audi liefern auch der Subaru und der Skoda gute Verzögerungswerte. Nur der Fiat benötigt mit mindestens 36 Metern (warm) aus Tempo 100 bis zum Stillstand deutlich mehr Weg.

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Der Fiat 500X ist die günstigste Alternative

Dass ein Audi kein Schnäppchen ist, überrascht nicht. Dennoch hat man auch in Ingolstadt mit spitzem Bleistift gerechnet: Der Q2 kostet in der Basis lediglich 660 Euro mehr als der Skoda Yeti. Wie bei allen anderen Audi-Modellen lässt sich der Preis mit Extras aber beliebig nach oben treiben. Das gilt im etwas geringeren Umfang auch für den 500X und den Yeti. Der Subaru hingegen kostet 27.090 Euro. Testrelevante Extras? Im Gegensatz zur Konkurrenz braucht er keine! Das verschafft ihm den Kapitelsieg. Da es für den Audi (Marktstart Anfang Oktober) derzeit noch keine Restwertprognose, detaillierte Emissionswerte und Versicherungseinstufungen gibt, können wir diese Punkte in diesem Test noch nicht bewerten.

 

Technische DatenAudi Q2 2.0 TDI quattroFiat 500X 2.0 MultiJet 4x4
Zylinder/Ventile p.Z.4/4; Turbodiesel4/4; Turbodiesel
NockenwellenantriebZahnriemenZahnriemen
Hubraum1968 ccm1956 ccm
Leistung
bei
110 kW/150 PS
3250 – 4200 /min
103 kW/140 PS
3750 /min
Max. Drehmoment
bei
320 Nm
1500 – 3250 /min
350 Nm
1750 /min
Getriebe7-Gang, Doppelkupplung9-Stufen-Automatik (opt.)
AntriebAllrad, permanentAllrad, permanent
Effektive Zuladung483 kg533 kg
0-100 km/h8,0 s9,5 s
Höchstgeschw.200 km/h190 km/h
100-0 km/h kalt/warm35,2 m/34,6 m36,6 m/36,0 m
Testverbrauch6,3 l D / 100 km6,7 l D / 100 km
Grundpreis30.150 Euro26.990 Euro
Platzierung14
Technische DatenSkoda Yeti 2.0 TDI SCR 4x4Subaru XV 2.0D
Zylinder/Ventile p.Z.4/4; Turbodiesel4/4; Boxer-Turbodiesel
NockenwellenantriebZahnriemenKette
Hubraum1968 ccm1998 ccm
Leistung
bei
110 kW/150 PS
3500 /min
108 kW/147 PS
3600 /min
Max. Drehmoment
bei
340 Nm
1750 – 3000 /min
350 Nm
1600 – 2800 /min
Getriebe6-Gang, Doppelkupplung (opt.)6-Gang, manuell
AntriebAllrad, permanentAllrad, permanent
Effektive Zuladung534 kg481 kg
0-100 km/h9,1 s8,6 s
Höchstgeschw.192 km/h198 km/h
100-0 km/h kalt/warm35,8 m/35,3 m35,7 m/35,2 m
Testverbrauch6,6 l D / 100 km6,0 l D / 100 km
Grundpreis29.490 Euro27.090 Euro
Platzierung23

 

 

 

Unser Fazit

Der Audi Q2 2.0 TDI quattro besteigt gleich bei seinem ersten Auftritt den Thron in seiner Klasse. Zwar ist er nicht so groß und variabel wie der Skoda Yeti, dafür überzeugt er aber mit feinem Federungskomfort, agilem Antrieb und leichtfüßigem Handling. Selbst in puncto Preis fällt der Premium-Aufschlag geringer aus als erwartet. Der Skoda Yeti 2.0 TDI SCR 4x4 ordnet sich auf Platz zwei ein. Der Tscheche kommt langsam in die Jahre, was die lückenhafte Sicherheitsausstattung verdeutlicht. Das pfiffige Raumkonzept ist allerdings noch immer das absolute Nonplusultra in diesem Segment. Platz drei geht an den Subaru XV 2.0D. Der Japaner überzeugt mit seinem charismatischen, kraftvollen, sparsamen Boxer und punktet ferner mit dem günstigsten Preis. Schlusslicht wir der Fiat 500X 2.0 Multijet 4x4. Der schicke Italiener gefällt zwar mit seinem agilen Handling, lässt bei Komfort und Sicherheitsausstattung aber Punkte liegen.

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