Audi gegen BMW – Markenvergleich Teil 2: A3 und 118i im Test Alles drin

28.11.2011

Beide Schräghecklimousinen beherrschen ihre Jobs als gute Repräsentanten der Marken. Im direkten Vergleich hat der jüngere BMW jedoch klar die Nase vorn

Gegen den Vorteil der späten Geburt ist auch im Automobilbereich selten ein Kraut gewachsen. Der taufrische BMW 118i zeigt dem in seiner DNA aufs Jahr 2004 zurückgehenden A3, wo’s langgeht, und zwar gerade bei den Kriterien, die den Charakter eines Autos festlegen, weil sie das Fahrerlebnis an sich betreffen. Das fängt schon bei der Sitzposition an. Im BMW sitzt der Fahrer dichter am Schwerpunkt, tiefer im Cockpit; Lenkrad- und Pedalabstand lassen sich optimal einstellen, die Uhren perfekt ablesen.

Im Audi hockt man höher und aufrechter, seine Sportsitze schmiegen sich nicht so perfekt an den Körper wie die schlankeren Sessel der BMW Sport Line. Guter Zweiter zu werden ist manchmal eine Strafe. Der „alte“ Audi A3 ist ein sehr fahrsicheres und den meisten Rivalen in dieser Klasse nach wie vor überlegenes Auto. Aber im neuen BMW findet er seinen Meister. Die Lenkpräzision des BMW 118i setzt Maßstäbe nicht nur für die Kompaktklasse.

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Wie exakt sich der Einser dirigieren lässt, wie clever die variable Lenkübersetzung die Wendigkeit im Stadtverkehr auf die Spitze treibt, merkt man erst nach dem Umstieg in den Audi, dessen indirektere Lenkung mehr Servounterstützung benötigt und weniger Rückmeldung liefert. Passend dazu verlegt sich der Audi A3 früher aufs Untersteuern und gibt der Fahrsicherheit per ESP-Eingriff Vorrang, während der BMW noch munter seinem hoch angesiedelten Limit entgegenstrebt.

BMW HAT AUS DER KRITIK AM ERSTEN 1er GELERNT
Antriebsseitig stacheln sich die bayerischen Erzrivalen gegenseitig zu Spitzenleistungen an. Was auf den ersten Blick wie ein normaler Vierzylinder erscheint, ist in beiden Fällen vollgestopft mit dem Besten, was Motorentechnik heute bieten kann. Der BMW hat mit variabler Ein- und Auslasssteuerung und Doppelkanal-Turbolader knapp die Nase vorn und holt 170 PS aus 1,6 Liter Hubraum. Diese Leistung beeindruckt umso mehr, als der Vierzylinder sie mit hoher Laufruhe und Vibrationsarmut realisiert und in dieser Hinsicht den Audi knapp übertrifft.

Dessen Turbomotor erledigt seine Arbeit mit stets präsentem Knurren, und auch das Fahrwerk kann sich ein leises Gepolter nicht verkneifen. Das Doppelkupplungsgetriebe des Test-A3 sticht die perfekte manuelle Sechsgang-Box des BMW ebenfalls nicht aus: Bei Verbrauch und Fahrleistungen liegen Audi A3 ab 2012und Einser Kopf an Kopf. Selbst die üblichen Vorteile einer langen Produktionszeit kommen beim A3 nicht zum Tragen. Er ist sehr gut verarbeitet und hochwertig eingerichtet.

Aber BMW hat bei der Neuauflage der 1er-Reihe aus früheren Fehlern gelernt: Der bietet dem A3 auf Anhieb Paroli. Und was ist hinter dem Fahrer los? Herzlich wenig, lautet die Antwort in beiden Fällen. Weder auf der Rückbank noch im Kofferraum offerieren Audi und BMW viel Platz für die Familie. In diesem Punkt war BMW schon immer angreifbar, aber der Audi bietet auch nur unwesentlich mehr Platz. Wie lange noch, das wird die 2012 anstehende Neuauflage zeigen. Karsten Rehmann

ZWISCHENSTAND: AUDI 1 : 1 BMW
Audi A3: Der Routinier A3 schlägt sich wacker. Er ist sehr gut verarbeitet, hat Kraft und Manieren. Doch in puncto Präzision und Handlichkeit fährt ihm der neue 1er BMW davon.
BMW 118i: Der 118i definiert in der Kompaktklasse neue Bestmarken für Antrieb, Lenkung und Fahrverhalten. Seine einzige Schwäche ist der knapp geschnittene Innenraum

Audi gegen BMW: Alle Duelle des Vergleichs

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TECHNIK
   

AUDI A3 1.8 TFSI SPORTBACK
BMW 118i (5-TÜRER)
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbolader, Direkteinspritzung
4-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbolader, Direkteinspritzung
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum 1798 cm3 1598 cm3
Leistung bei 160 PS (118 kW) bei 4500 /min 170 PS (125 kW)
bei 4800 /min
Max. Drehmoment bei 250 Newtonmeter Drehmoment
bei 1500 bis 4500 /min
250 Newtonmeter Drehmoment
bei 1500 bis 4500 /min
Getriebe 7-Gang, Doppelkupplung 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad Hinterrad
Fahrwerk v.: McPherson- Federbeine,
Querlenker, Stabi.;
h.: Mehrfachlenkerachse,
Federn, Dämpfer, Stabi.; ESP
v.: McPherson-Federbeine,
Zugstreben, Querlenker, Stabi.;
h.: Mehrfachlenkerachse, Federn,
Dämpfer, Stabi.; DSC (ESP)
Bremsen v.: innenbelüftete Scheiben;
h.: Scheiben;
ABS, Bremsassistent
v.: innenbelüftete Scheiben;
h.: Scheiben;
ABS, Bremsassistent
Bereifung rundum:
205/55 R 16
(225/45 R 17, opt.)
rundum:
205/55 R 16
(225/40 R 18, opt.)
Felgen 6,5 x 16
(7,5 x 17, opt.)
rundum: 7,0 x 16
(v.: 7,5 x 18, h.: 8 x 18, opt.)
L/B/H 4292/1765/1423 mm 4324/1765/1421 mm
Radstand 2578 mm 2690 mm
Leergewicht / Zuladung 1.335 kg / 560 kg 1.295 kg / 450 kg
Anhängelast, gebr./ungebr. 1.400 kg / 700 kg 1.200 kg / 670 kg
Kofferraumvol. 370 bis 1.100 l 360 bis 1.200 l
Abgasnorm Euro 5 Euro 5
Typklassen 15 HP/17 VK/20 TK 16 HP/21 VK/20 TK
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
   
0-100 km/h 7,7 s 7,4 s
Höchstgeschwindigkeit 222 km/h 225 km/h
EU-Verbrauch 6,5 l S / 100 km 5,9 l S / 100 km
Test-Verbrauch 8 l S / 100 km 8,4 l S / 100 km
CO2-Ausstoß 149 g/km 134 g/km
KOSTEN    
Grundpreis 26.700 Euro 26.750 Euro

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