Audi A8 TDI/BMW 750d/Porsche Panamera Diesel: Test Luxusklassen-Diesel im Vergleichstest

von Michael Godde 10.04.2017
Inhalt
  1. Test: A8 TDI, BMW 750d & Porsche Panamera Diesel
  2. Fahrkomfort im BMW 750d xDrive am größten
  3. Motor/Getriebe: BMW mit der besten Abstimmung
  4. Der Panamera punktet im Test mit Fahrdynamik
  5. Umwelt/Kosten: Der Audi A8 ist am günstigsten
  6. Unser Fazit

Test der Luxus-Diesel: Porsche bringt mit dem Panamera 4S Diesel den Selbstzünder zurück auf die Überholspur. Kann der Zuffenhausener an Audi A8 4.2 TDI quattro und BMW 750d xDrive vorbeiziehen?

Test dreier Diesel, auch wenn der Selbstzünder zurzeit schwer in der Kritik steht. Soll man sich überhaupt noch für ein derartiges Aggregat entscheiden? Im Fall des neuen Porsche Panamera 4S Diesel, des BMW 750d xDrive und des Audi 4.2 TDI quattro fällt die Entscheidung eindeutig aus: Ja! Und das ohne Wenn und Aber. Die großen Luxuslimousinen bieten Fahrleistungen auf Sportwagenniveau und ordnen sich mit etwas Zurückhaltung zudem bei den Verbräuchen eher in der Kompaktklasse ein. Warum wir keinen Mercedes mitgenommen haben? Weil das Leistungsspektrum der S-Klasse-Diesel derzeit bei 258 PS endet. Also heißt es: Audi, BMW, Porsche – wer baut die beste Diesel-Luxuslimousine?

Der Porsche Panamera 4S im Video:

 
 

Test: A8 TDI, BMW 750d & Porsche Panamera Diesel

Effizienz: Das bezieht sich bei BMW nicht nur auf den Antrieb, sondern auch auf die Karosserie. Zum einen wiegt der in Hybridbauweise aus Aluminium, Stahl und Karbon gefertigte 750d deutlich weniger als seine Rivalen. Und zum anderen offeriert er – obwohl er kaum länger als der Panamera und sogar etwas kürzer als der A8 ist – am meisten Platz. Vor allem im Fond herrscht üppige Bewegungsfreiheit. Auch im Panamera sitzt man hinten ausgesprochen luftig. Lediglich einen mittleren Platz, den Audi und BMW anbieten, gibt es bei Porsche nicht. Auch vorn ist der Zuffenhausener Familienwagen alles andere als eng. Aber der hohe Mitteltunnel und die massiven Türtafeln lassen hier weniger Raum zur freien Entfaltung, als es im Audi und im BMW der Fall ist. Der Panamera punktet, sobald man ihn als Transporter verwendet. Nur bei ihm lassen sich die Rücksitzlehnen asymmetrisch geteilt vorklappen, und die große Heckklappe ermöglicht auch den Transport sperriger Güter. Für die Stufenhecklimousinen gibt es nur eine optionale Durchreiche. Das neue Infotainmentsystem des Panamera überzeugt. Auch wenn Porsche die Touchflächen auf der Mittelkonsole beim neuen Modell noch weit verstreut, so sind deren Funktionen doch klar definiert. Besonders der weitgehend logische Aufbau der Menüpfade, die brillante Kartendarstellung und die Kombination aus Touchscreen und Schaltflächen auf der Mittelkonsole sind eingängiger als beim in die Jahre kommenden MMI-System des Audi. Und was hat der BMW dem Porsche voraus? Den kompakten iDrive-Dreh-Drück- Steller. Alles lässt sich von hier aus auch problemlos während der Fahrt ansteuern. Dieses System hat BMW perfektioniert. Der ebenfalls als Touchscreen ausgelegte Monitor und die Gestensteuerung einiger Funktionen sind eher ein netter Gimmick als wirklich notwendig. Die Verarbeitungsqualität und die Materialgüte haben die Münchner beim 7er ebenfalls optimiert und damit zumindest zu Audi aufgeschlossen. Aber an die Souveränität, mit der Porsche den Panamera zusammensetzt, kommen beide nicht heran.

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Fahrkomfort im BMW 750d xDrive am größten

Wer sich für die Luxusklasse entscheidet, erwartet Komfort. Und der beginnt beim Platznehmen. Gute Sitze sind die Basis für entspanntes Reisen. Im neuen 7er empfangen die Passagiere daher auch Sitze der Extraklasse. Zwar kosten die Komfortsitze inklusive Massagefunktion 2200 Euro, sie sind damit aber immer noch günstiger als das 2990 Euro teure Komfortsitzpaket des A8 (nur vorn) oder die adaptiven Sportsitze für happige 3261 Euro im Panamera. Die Fauteuils des 7er sind eine Wohlfühloase. Sie bieten maximalen Komfort, eine perfekte Kontur und auf Knopfdruck nicht nur eine entlastende Massage, sondern auch sehr guten Seitenhalt. Dieser kommt beim Audi etwas zu kurz, während der Porsche davon reichlich hat. Ihm fehlen allerdings der große Einstellbereich des 7er und die Möglichkeit, die Kopfstützen und den oberen Lehnenbereich individuell einzustellen. Auch hinten verwöhnt der BMW mit geschmeidiger Polsterung und sehr guter Kontur die Insassen noch mehr als Audi und Porsche. Beim Federungskomfort übernimmt der 750d ebenfalls die Spitzenposition. Er gleicht große und kleine Unebenheiten immer elegant und mit feinem Ansprechverhalten aus. Der Audi verstolpert sich hier und da auf Querfugen, punktet dafür mit einem sehr guten Geräuschkomfort bei hohem Tempo. Die im Gegensatz zur Konkurrenz optionale Luftfederung des Panamera zeigt zwar eine größere Spreizung zwischen der Normal- und den beiden Sporteinstellungen als die seines Vorgängers, kann aber ihre Sportwagenherkunft nicht leugnen. Die trockenen Stöße der Hinterachse auf Querfugen verdankt der 4S Diesel allerdings den auf 21-Zoll- Felgen aufgezogenen 315er-Walzen hinten.

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Motor/Getriebe: BMW mit der besten Abstimmung

Die Münchner haben neben der Freude am Fahren auch ihr EfficientDynamics-Programm in die Markenbotschaft aufgenommen – und so bleiben sie beim 750d auf dem Downsizing-Weg. Während Audi und Porsche V8-Biturbo-Diesel mit 4,0 respektive 4,2 Liter Hubraum installieren, setzt BMW seinen Dreiliter-Reihensechszylinder gleich mit vier Turboladern unter Druck. Das Ergebnis überzeugt: Der 750d reagiert spontan auf Gasbefehle, setzt ohne Verzögerung schon knapp über Leerlaufdrehzahl mit bärigem Schub an und dreht leichtfüßig bis oberhalb von 5000 Touren. Der Porsche spielt seine Kraft über die gleiche Drehzahlbreite mit noch mehr Druck aus, während der Audi schon bei knapp über 4000 Umdrehungen in die nächste Stufe der Achtstufen-Automatik (ZF) schaltet. Apropos Automatik: Audi und BMW nutzen beide eine ZF-Achtstufen-Automatik, Porsche dagegen ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe vom gleichen Hersteller. Die Münchner haben dabei die beste Abstimmung gefunden. Gangwechsel werden deutlich eleganter überblendet als beim Audi oder beim Porsche. Dem A8 fehlt im Vergleich zum 7er die Schnelligkeit, dem Panamera die Geschmeidigkeit der Gangwechsel. Zurück zur Effizienz: Die drei Diesel zeigen, welches Potenzial im Selbstzünder schlummert. Das Trio generiert Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau und hält sich dennoch beim Verbrauch zurück. Audi und Porsche unterbieten die Werksangaben beim Sprint von null auf Tempo 100 zwar eindrucksvoller als der BMW, aber beim Verbrauch hat der 7er die Nase vorn. Zurückhaltend bewegt, zerstäubt der 750d auf der Sparfuchsrunde lediglich 6,7 Liter auf 100 Kilometern. Auch der Panamera bleibt mit 7,1 Litern genügsam. Entscheidend ist aber die AUTO ZEITUNG-Normrunde, die Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn mit Richtgeschwindigkeit sowie einem Volllastanteil beinhaltet. Hier zeigt der BMW mit acht Litern im Vergleich zu Audi (9,5 Liter) und Porsche (8,5 Liter), dass Downsizing seine Berechtigung hat.

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Der Panamera punktet im Test mit Fahrdynamik

Knackige Fahrwerksabstimmung, 21-Zoll-Mischbereifung, Karbon-Keramik-Bremsanlage und das Sport-Chrono-Paket: Porsche will keinen Zweifel daran lassen, wer in Sachen Fahrdynamik den Ton angibt. Die Rechnung geht auf. Der Panamera ist der Sportwagen in diesem Test. Die beeindruckende Rundenzeit dient dabei allerdings nur der Dokumentation. Die Zuffenhausener Limousine fährt sich wie ein 911 mit vier Türen. Ihre Lenkung (Allradlenkung) verschleiert keine Information und ist dennoch frei von jeder Hektik. Der Panamera wieselt leichtfüßig durch Wechselkurven, folgt jedem Kurvenradius wie auf Schienen und krönt seine Vorstellung mit exzellenten Verzögerungswerten. Genau deshalb entscheidet man sich für einen Porsche. Auch wenn der 750d vom Wankausgleich bis hin zur Allradlenkung mit allem ausgestattet ist, was die Aufpreisliste hergibt, kann er dem Panamera nicht folgen. Dabei gefällt der BMW mit zielgenauem Einlenken, wenig Untersteuern und einem intensiven Feedback der Lenkung. Genau diese intensive Kommunikation fehlt beim A8. Er gibt nur eine synthetische Rückmeldung und schiebt in Kurven stärker über die Vorderräder nach außen.

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Umwelt/Kosten: Der Audi A8 ist am günstigsten

Der Audi A8 4.2 TDI ist deutlich günstiger als der BMW und vor allem als der Porsche. Die Aufpreise für die testrelevanten Extras vergrößern die Differenz weiter. Allein die Karbon-Keramik-Bremse des Zuffenhauseners kostet 8937 Euro. Und während man den Audi mit bis zu 23,7 und den BMW mit bis zu 14,5 Prozent Nachlass bekommt, sind es für den Porsche gerade einmal 7,0 Prozent. Doch das alles scheint den Kunden der Panamera wert zu sein.

 

Unser Fazit

Der neue Panamera 4S Diesel macht alles richtig. Er ist agil, schnell, perfekt verarbeitet, bietet ordentlichen Komfort und geht genügsam mit dem Kraftstoff um. Allerdings ist er teuer. Daher sichert er sich nur die Eigenschaftswertung. Der Gesamtsieg geht an den größeren, sparsameren, komfortableren und günstigeren BMW 750d xDrive. Dem kultivierten Audi 4.2 TDI quattro bleibt der dritte Rang. Aber der Abstand ist gering – gute Vorzeichen für die nächste A8-Generation.

Technische DatenAudi A8 4.2 TDI quattroBMW 750d xDrivePorsche Panamera 4S Diesel
MotorV8/4, BiturboR6/4, QuadturboV8/4, Biturbo
Hubraum4134 ccm2993 ccm3956 ccm
Leistung385 PS400 PS422 PS
Max. Drehmoment850 Nm760 Nm850 Nm
Getriebe8-Stufen-Automatik8-Stufen-Automatik8-Gang, Doppelkpl.
AntriebAllradAllradAllrad
Leergewicht2040 kg1940 kg2050 kg
L/B/H in mm5135/1949/14605098/1902/14675049/1937/1427
Kofferraum490 l515 l495-1304 l
0-100 km/h4,0 s4,5 s4,0 s
Höchstgeschw.250 km/h250 km/h285 km/h
Test-Verbrauch9,5 l D/100 km8,0 l D/100 km8,5 l D/100 km
Grundpreis100.900 Euro108.300 Euro116.954 Euro
Testwagenpreis108.170 Euro118.115 Euro139.552 Euro
Platzierung312

Tags:
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