Audi A8 2013: Facelift im Vergleich der Luxuslimousinen Einer für alles

29.11.2013
Inhalt
  1. Im direkten Duell mit den Charakterköpfen
  2. Der wertige Audi A8 ist mit Hingabe gemacht
  3. Temperament pur: Sound und Dynamik à la Maserati

Mit dem neuen A8 4.0 TFSi quattro möchte Audi den Spagat zwischen Dynamik und Effizienz noch souveräner schaffen. Erster Vergleich gegen Lexus LS 600h und Maserati Quattroporte S Q4

Noch vor wenigen Wochen konnte der Audi A8 2013 mit beeindruckendem Erfolg seinen 100.000-Kilometer-Dauertest in der AUTO ZEITUNG abschließen – und nun steht bereits die aktuelle Version des sportlichen Oberklasse-Audi in den Startlöchern. Die Qualitäten des großen Ingolstädters sollen mit dem Facelift weiter ausgebaut werden, um so der völlig neuen Mercedes S-Klasse und dem ab 2015 neuen BMW 7er Paroli bieten zu können: Stärkere, effizientere Motoren sorgen für Tempo, das Design des A8 wirkt nun einerseits noch formeller und gleichermaßen wertiger.

Ein bunter Strauß an neuen Assistenz-Systemen rückt den Audi im Wettrüsten der Luxusklasse ganz nach vorn. Zu guter Letzt dürfen sich A8-Fahrer auch noch mit den optionalen Matrix-LED-Scheinwerfern über eines der fortschrittlichsten Automobil-Licht-Systeme freuen: Die LED sind beispielsweise in der Lage, konstant als Fernlicht zu arbeiten, entgegenkommende Fahrzeuge werden vom Scheinwerfer-Strahl einfach automatisch ausgespart. Personen und Tiere am Fahrbahnrand werden im Dunkeln erkannt und mit einem Spot angeleuchtet, und die dynamischen LED-Blinker des Systems laufen gut sichtbar in Abbiegerichtung.

 

Im direkten Duell mit den Charakterköpfen

Dass es der Audi A8 im Übrigen endgültig geschafft hat, in der Luxusklasse anzukommen, beweist er freilich nicht nur durch eine ausgesprochen respektable Performance mitten unter seinen hervorragenden Haupt-Wettbewerbern sowie etliche Testsiege. Erstklassigkeit demonstriert der A8 vor allem dadurch, dass er längst sein langweiliges Musterschüler-Niveau verlassen hat und ein ganz eigener Charakter geworden ist: Er steht für erstklassige Verarbeitung, liebevolle Details, ein beeindruckendes Hightech-Programm – vor allem aber für einen sympathischen Mix aus Sportlichkeit und Effizienz. In unserem ersten Vergleich wollen wir also nicht sofort mit Siebener und S-Klasse in den Clinch gehen, sondern eine Gegenüberstellung mit den Extremisten der Oberklasse wagen: Der japanische Hybrid-Profi Lexus LS 600h steht für Qualität, Komfort und Effizienz, am anderen Ende der Charakterskala treffen wir den Maserati Quattroporte – einen Sportwagen, der nur so tut, als ob er eine Luxusklasse-Limousine sei.

Kann sich der A8 in dieser Individualisten- Gesellschaft behaupten? Vielleicht sogar nicht nur durch technische Brillanz punkten, sondern auch Fans, Liebhaber, Autonarren mit emotionalen Argumenten auf seine Seite ziehen?

Gleich zu Beginn der Begegnung nimmt der Lexus den Audi ins Visier: Sein Hybrid-Antrieb punktet bei ausgedehnten Stadtfahrten durch spürbare Verbrauchsvorteile und hat für Technik-Fans großes Faszinations-Potenzial zu bieten. Allerdings folgt die Antwort des A8 hier ebenso spontan wie gelassen: In der Leistungsklasse des Lexus tritt er als 4.0 TFSI an, dessen 435 PS starker V8-Benziner dank Direkteinspritzung, zweier Abgasturbolader und Zylinderabschaltung vergleichsweise sparsam arbeitet und Hightech-Freunden ein anerkennendes Zungenschnalzen entlocken wird. Im unteren Teillastbereich arbeitet der Motor als Vierzylinder. So ist der A8 sparsam unterwegs und schafft es trotzdem, den Lexus in jeder Lebenslage im Griff zu haben: Wo der LS 600h selbst im Sportmodus immer entweder etwas zögerlich oder im Gegenzug hektisch hochdreht, gefällt der Audi-Antrieb mit toller Dynamik, exzellenter Dosierbarkeit, schöner Spritzigkeit und gleichzeitig hohem Komfort.

Audi A8 2013 im Vergleich: Hier geht's zu Teil 2

Es mag ja manchmal sehr unterhaltsam sein, auf dem Hauptdisplay des Lexus die Lade- und Kraft-Ströme des Hybridsystems zu beobachten – die kraftvolle und zupackende Art des über 300 kg leichteren Audi hat jedoch eindeutig das höhere Faszinations-Potenzial.

 

Der wertige Audi A8 ist mit Hingabe gemacht

Auch in Sachen Anfass- und Detail-Qualität kann der solide verarbeitete Lexus dem Ingolstädter nicht das Wasser reichen: Zwar wirkt der Japaner unerschütterlich wie eine Burg, ihm fehlt jedoch die Finesse des Audi A8 2013. Oberflächen und Farbharmonien sind im Lexus vergleichsweise einfach, die weit durchs Cockpit verstreuten Tasten und Bedienhebel wirken konfus, und auch das grobpixelige Display sowie die Multimedia- Bedienung des Lexus über einen leichtgängigen Schiebe-Joystick sind nicht auf Höhe der Zeit. Viel Funktionstiefe, wenig Übersicht, keinerlei Hingabe zur Ästhetik. Während der Lexus teilweise wirkt wie ein klassischer japanischer Ghetto-Blaster – viele Knöpfe, viel Anzeige –, hat man bei Audi augenscheinlich großen Wert auf Funktion, Verständlichkeit und Ästhetik gelegt. Dazu das präzise, metallische Klicken der Drehregler – und Technik-Fans bekommen vor Rührung feuchte Augen.

In Fahrt wird allerdings klar, dass Lexus nicht umsonst eine vor allem in den USA höchst erfolgreiche Marke ist: Komfortabel und gewichtig zieht der Lexus LS: Facelift 2013 seine Bahn, der Abrollkomfort des großen Japaners ist nach dem kürzlich erfolgten Facelift bemerkenswert gut. Hier kann der Audi zwar mithalten, vielleicht sogar noch ein Quäntchen definierter anfedern und kontrollierter dämpfen, am Ende enteilt er dem Lexus aber kaum. Zumal der LS seine Passagiere nicht nur vorn, sondern auch im Fond mit großen, gut ausgeformten Loungechair-Sitzen verwöhnt. Besonders im Fond wirkt der Ingolstädter etwas enger, da helfen auch die neuen, elektrisch einstellbaren Einzelsitze nicht.

Und nun hüpfen wir schnell hinüber in den Maserati, denn der kommt uns natürlich nicht mit Sportwagen-Ausreden davon. Die Überraschung ist groß: Zwar sind die Sitze im Maserati etwas knapper geschnitten, das Platzangebot ist jedoch ausgezeichnet. Taugt der Quattroporte also doch zum Reisen? – Wir meinen ja! Zumindest, wenn man sich in den hinreißenden Sound des Biturbo-V6 verliebt hat: Der röchelt, bellt und brüllt so sagenhaft, dass man sich bereits schon im Stand unheimlich schnell wähnt. Der Punch des V6 mag nicht ganz auf Augenhöhe mit dem des Audi-V8 sein, seine Drehfreude und Spontaneität spielen aber in einer Extra-Liga. Dazu das feuerspeiende Zwischengas, wenn die ZF-Achtstufen-Automatik herunterschaltet – herrlich! Das muss man allerdings auch noch nach langen Autobahn-Etappen mögen, ebenso wie die grundsätzlich deutlich härtere Federungsabstimmung des Quattroporte.

 

Temperament pur: Sound und Dynamik à la Maserati

Gelungen ist das Multimedia-System mit dem großen Touchscreen-Display: Kaum Knöpfe, logische Bedienung, tolle Funktion – wer das mit früheren Multimedia-Versuchen aus Italien vergleicht, kann kaum glauben, was er sieht. Und dann geht es ans Fahren: Aggressiv pfeilt der Quattroporte los, lenkt extrem direkt ein, bleibt ewig lange neutral und ohne Untersteuern, liegt wie das sprichwörtliche Brett. Hier kommt der Audi nicht mit! Emotional … Denn die Geschwindigkeit des Maserati Quattroporte ist vor allem subjektiv: Er versprüht Sportwagencharme aus jeder Ader, hier wird es nie langweilig, aber der Audi ist dem italienischen Heißsporn dicht auf den Fersen. Leichtfüßig lenkt er ein, verbindet Stabilität und Gutmütigkeit mit lustvoller Dynamik.

Am Ende ist der Lexus eine Empfehlung für Freunde des Komforts, zudem verbraucht er dank Hybrid relativ wenig. Dagegen ist der Maserati der ultimative Tipp für sportliche Fahrer und der top verarbeitete Audi der beste Allrounder.

TECHNISCHE DATEN

AUDI A8 4.0 TFSI
LEXUS LS 600h
MASERATI QUATTROP.
S Q4
Motor V8-Zyl., 4-Ventiler,
Direkteinspr.,
Bi-Turbo V8-Zyl., 4-Ventiler,
Direkt-/Saug-
rohreinspr.;
Drehstr.-
Synch.-Motor V6-Zyl., 4-Ventiler,
Bi-Turbo,
Direkteinspr. Hubraum 3993 cm³ 4969 cm³ 2979 cm³ Leistung
bei 320 kW/
435 PS
5100 -
6000 /min - 301kW/410PS
5500 /min Systemleistung - 327 kW/445 PS - Max.Drehmoment
bei 600 Nm
1500 -
6000 /min 520 Nm
4000 /min
E-Motor:300Nm 550 Nm
1750 –
5000 /min Getriebe 8-St.-Autom. Automatik, stufenlos 8-St.-Automatik Antrieb Allr., perm. Allrad, perm. Allr., permanent L/B/H (mm) 5135/1949/1460 5090/1875/1480 5262/1948/1481 Radstand 2992 mm 2970 mm 3171 mm Leergewicht 1995 kg 2353 kg 1920 kg Kofferraum 520 l 420 Liter 530 Liter 0 - 100 km/h1 4,5 s 6,6 s 4,9 s Höchstgeschw.1 250 km/h 250 km/h 283 km/h EU-Verbrauch1 9,1 l
S / 100 km 8,6 l
S / 100 km 10,5 l
S / 100 km CO2-Ausstoß1 213 g/km 199 g/km 246 g/km Grundpreis 96.900 Euro 111.000 Euro 107.700 Euro

1 Werksangaben

Johannes Riegsinger

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