Audi A7 2.8 FSI und A7 3.0 TDI Sportback im Vergleichstest Die glorreiche Sieben

27.07.2011

Sein Auftritt ist großes Kino: Der neue Audi A7 überzeugt mit vollendetem Design , edler Verarbeitung und sparsamen Motoren. 2.8 FSI oder 3.0 TDI – was ist die bessere Einstiegsmotorisierung?

Audis A7 trägt eine große Bürde: Die Zahl 7 verdammt zum Erfolg, ob James Bond alias 007, der Kinohit „Die Glorreichen Sieben“ oder die Erfolgsbrause 7 UP. Sie alle sind oder waren echte Kassenschlager. An diese Tradition soll der A7 nach dem Willen der Audi-Granden anschließen – „mit einer Synthese aus Sportlichkeit und Eleganz“, so Chef-Designer Stefan Sielaff. Zweifellos gut gerüstet, wird es die Konkurrenz dem A7 dennoch nicht leicht machen. Schließlich trifft der Sportback, der ab 29. Oktober beim Händler steht, auf den Mercedes CLS, den BMW 5er GT und den Porsche Panamera. Letzterer ist ähnlich variabel und bis auf einen Zentimeter gleich lang.

An den Start geht der A7 zunächst als 2,8 FSI quattro (204 PS, 51.650 Euro), 3.0 TFSI quattro (241 PS, 58.100 Euro) und als 3.0 TDI quattro mit dem neuen 245 PS starken V6- Diesel für 58.600 Euro. Wir hatten allerdings schon jetzt Gelegenheit, die beiden preislich attraktiveren Einstiegsvarianten miteinander zu vergleichen. Der A7 2.8 FSI wird knapp 50.000 Euro kosten und kommt Anfang 2011, den Basis-3.0-TDI bekommt man ab Ende 2010 für 51.900 Euro. Beide Fronttriebler leisten 150 kW (204 PS) und verfügen serienmäßig über ein Start- Stopp-System. Doch während es der 2,8-Liter-Benzindirekteinspritzer auf ein Drehmoment von maximal 280 Nm bei 3000 bis 5000 Umdrehungen bringt, tritt der Diesel mit 400 Nm an.

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Der V6 TDI wurde neu entwickelt. Kurbelgehäuse und Zylinderköpfe haben separate Kühlwasserkreisläufe. Das Kurbelgehäuse besteht aus Grauguss. Optimiert wurden die Pumpen der Common-Rail- Einspritzanlage, Ansaug- und Abgasanlage sowie die Abgasrückführung. Insgesamt bringt das Aggregat nun 25 Kilo weniger auf die Waage und wiegt nur 194 kg. Seine Daten weisen das Triebwerk überdies als Saubermann aus: Der EU-Verbrauch liegt bei lediglich 5,3 l/ 100 km, der CO2-Ausstoß bei 139 Gramm. Da hat der Benziner das Nachsehen. Exakte Werte stehen noch aus, aber der 2.8 FSI dürfte im Normverbrauch bei etwa 7,6 l/ 100 km liegen. Im Spurt von 0 auf 100 km/h wird der Diesel mit 7,4 Sekunden ebenfalls knapp die Nase vorn haben.

In der Praxis treten aber deutlichere Unterschiede zu Tage. Der Direkteinspritzer im FSI gibt den Heißsporn. Er reagiert spontan auf Gasbefehle, dreht willig hoch, ist aber bei voller Beschleunigung akustisch stets präsent. Ganz anders der Diesel: Bullig tritt er aus dem Drehzahlkeller an und katapultiert den A7 deutlich leiser nach vorne. Dabei zeigt der Bordcomputer durchschnittlich immer einen um drei Liter günstigeren Verbrauch als beim Benziner. Im Handling waren bei der ersten Kontaktaufnahme zwischen den Fronttrieblern keine Unterschiede feststellbar. Leichtfüßig und präzise folgen beide A7 durch Wechselkurven, dirigiert von der neuen elektromechanischen Lenkung.

Die Servounterstützung arbeitet nur, wenn sie gebraucht wird und spart bis zu 0,3 Liter Kraftstoff auf 100 km. Überdies bietet sie eine gute Rückmeldung. Die Lust zum Untersteuern, die Frontantriebsautos gerne ausleben, hat Audi dank eines ESP mit einer elektronischen Quer-Sperre gezähmt. Ein Steuergerät erkennt, wenn das kurveninnere Vorderrad zu stark entlastet wird und veranlasst dort einen gezielten Bremseneingriff. Die Kraftübertragung erfolgt bei den Frontantriebsvarianten über eine hervorragend abgestimmte und mit dem Motor harmonierende stufenlose Multitronic. Bei den quattro-Modellen kommt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (S tronic) zum Einsatz. Schon bei der ersten Ausfahrt präsentierte sich der A7 als Auto, bei dem selbst erfahrene Tester ins Schwärmen geraten.

AUFREGEND UND VARIABEL
Das leidenschaftliche Design der 4,97 Meter langen und nur 1,42 Meter hohen fünftürigen Coupé-Limousine begeistert. Das Heck, das bis auf den Spoiler, der bei 130 km/h ausfährt, an das Audi 100 Coupé Serinnert, ist das Sahnestück. Die Motorhaube und die fünf Türen sind aus Aluminium gefertigt und helfen beim Gewicht sparen. Lediglich 1.695 Kilo soll der 3.0 TDI mit Frontantrieb auf die Waage bringen. Doch der Audi A7 will nicht nur sportlich und schön sein, sondern auch variabel. Die große Heckklappe ermöglicht den Zugang zu einem 535 Liter fassenden Kofferraum, der bei umgelegter Rücksitzbank (asymmetrische Sitze) bis auf 1.390 Liter erweiterbar ist.

Die Heckklappe wird elektrisch betätigt. Das Platzangebot ist für vier Personen mehr als ausreichend. Allerdings vermitteln das intim geschnittene Cockpit und die hohe Fensterlinie mehr Coupé- als Limousinen-Feeling. Einziger Kritikpunkt: Großgewachsene Personen über 1,90 Meter können hinten wegen der flach verlaufenden Dachlinie kaum aufrecht sitzen. Ansonsten verwöhnt der neue A7 mit viel Komfort. Die Testwagen waren mit der optionalen Luftfederung ausgestattet. Serienmäßig wird der A7 mit Stahlfederung geliefert.

Die Adaptive Air Suspension lässt sich vierfach variieren und erlaubt neben komfortablem Cruisen auch eine sportliche Fahrwerkseinstellung. Darüber hinaus senkt das System je nach gefahrener Geschwindigkeit und Einstellung den Aufbau um 20 Millimeter ab – etwa, wenn der Audi mindestens 30 Sekunden lang über 120 km/h fährt. Nur im Programm „Komfort“ unterbleibt die Absenkung. Auf schlechten Straßen kann der Audi um 20 Millimeter angehoben werden. Ein weiteres Fahrdynamik-System („Audi drive select“) gehört zur Serienausstattung. Hier können die Schaltzeiten, die Lenkkräfte und die Kennlinien des Gaspedals eingestellt werden.

VIELE LUXURIÖSE EXTRAS
Darüber hinaus offeriert der Audi optional jede Menge elektronische Helfer: Nachtsicht-Assistent, Tempolimit-Anzeige, Audi Side Assist und Active Lane Assist, Einparkhilfen mit selbsttätiger Lenkfunktion und erstmals ein Head-up-Display. Das komplexeste Assistenzsystem aber ist die neue Adaptive Cruise Control (ACC) mit Stop-&-Go-Funktion inklusive „pre sense“-Sicherheitssystem. Es regelt die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vorausfahrenden durch automatisches Gasgeben und Bremsen im Bereich von 0 bis 250 km/h. Dabei bremst der A7 bis zum Stillstand automatisch ab.

Für HiFi-Fans ist gegen Aufpreis eine Bang & Olufsen-Anlage mit 1300 Watt und 15 Lautsprechern verfügbar, die hervorragend zum edlen Interieur des Audi passt. Die Oberflächenmaterialien und die Verarbeitungsqualität sind von allererster Güte. Prägendes Element im Innenraum ist eine umlaufende Horizontlinie, die über der Instrumententafel verläuft und in der Tür endet. Unterschiedliche Furniere, Alu-Applikationen und verschiedene Lederarten sorgen für ein exquisites Ambiente. Die mit Liebe zum Detail gezeichneten Instrumente sind übersichtlich, und die Bedienelemente lassen keine Fragen offen – einschließlich des Audi Multimedia Interface (MMI).

Mit dem A7 Sportback haben die Ingolstädter ein emotionales und hochwertiges Auto auf die Räder gestellt, an dem sich die Konkurrenz messen lassen muss. Wer sich für diesen Audi entscheidet, hat die Wahl zwischen vier Motoren. Von den gefahrenen Einstiegsvarianten gilt unsere Empfehlung dem 3.0 TDI. Er passt hervorragend zum Charakter dieses Autos, macht jede Menge Spaß und lässt sich dennoch sparsam bewegen.
Volker Koerdt

DIE MOTORVARIANTEN DES AUDI A7 SPORTBACK

MODELL 2.8 FSI 3.0 TFSI quattro 3.0 TDI 3.0 TDI quattro
Motor/Getriebe 6-Zylinder, 4-Ventiler,
Direkteinspr.
6-Zylinder, 4-Ventiler,
Direkteinspr.,
Kompressor
6-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbodiesel, Partikelfilter
6-Zylinder, 4-Ventiler,
Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum 2773 cm3 2995 cm3 2967 cm3 2967 cm3
Leistung 150 kW / 204 PS 220 kW / 300 PS 150 kW / 204 PS 180 kW / 245 PS
Max. Drehmoment 280 Nm 440 Nm 400 Nm 500 Nm
Max. Drehmoment ca. 8,7 s 5,6 s 7,4 s 6,3 s
Höchstgeschw. ca. 235 km/h 250 km/h 235 km/h 250 km/h
Verbrauch ca. 7,6 l S / 100 km 8,2 l S / 100 km 5,3 l D / 100 km 6,0 l D / 100 km
Kohlendioxid C02 ca. 176 g/km 190 g/km 139 g/km 158 g/km
Grundpreis ca. 49.800 € 58.600 € 51.900 € 58.100 €

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