Audi A6 Avant: Luxus-Kombi im Fahrbericht

02.09.2011

Spaß beim Einpacken? Aber gern: Im neuen Audi A6 Avant wird das Verstauen ihrer Siebensachen zum schönen Erlebnis. Gut fahren kann er übrigens auch

Eckdaten
PS-kW313 PS (230 kW)
AntriebAllrad, 8-Stufen-Automatik
0-100 km/h5.3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis58.250,00€

Auto packen ist fast so grauslig wie Koffer packen. Immer ist irgendwas zu sperrig oder findet keinen Halt, nie passt alles rein. Ganz am Ende kommt dann die Dame des Hauses mit dem Picknickkorb, den wir mal wieder völlig vergessen hatten. Nochmal von vorn.

Aber es gibt Luxuskoffer, die sind so praktisch wie Omas Kommode, und es gibt feine Autos, die können das auch – mit viel Platz, schlauen Stausystemen und devoten Ordnungsgeistern. Der neue Audi A6 Avant zum Beispiel, den wir gerade gefahren sind. Er darf hier ab sofort als Aushängeschild dienen – so nervenschonend und praktisch ist dieser neue, 4,93 Meter lange Luxus-Kombi.

Er sieht auch sehr gut aus, aber starten wir erst einmal mit schnöden Zahlen. Sein Standard-Ladevolumen liegt bei 565 Litern, beim Umklappen der Rücksitzlehnen, jetzt auch elegant per Fernbedienung vom Kofferraum aus, wächst es bis auf 1680 Liter. Das liegt zwar eher auf 5er BMW-Niveau (560 bis 1670 Liter) als auf dem des voluminöseren Mercedes E-Klasse-Kombis (695 bis 1950 Liter), aber mehr war bei der schnittigen Avant-Karosserie nicht möglich.

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Die Show des Avant beginnt beim Öffnen der Heckklappe. Kein Schlüsselgefummel bei vollen Einkaufstüten: Falls Sie die Extras „Komfortschlüssel“ und „automatisch öffnende Heckklappe“ gewählt haben (zusammen 1340 Euro), reicht hinten eine Kick-Luftbewegung mit dem Fuß – schon öffnet sich das Gepäckabteil. Übereifrig macht uns auch das elektrische Gepäckraumrollo Platz, indem es sich mit der Heckklappe nach oben trollt.

EICHENHOLZ ZUM LIEBHABEN
Der Raum hinter der Edelstahl-Ladekante ist glattflächig wie ein begehbarer Kleiderschrank – nebst (Netz-)Seitenfach, Taschenhaken, Zwölf-Volt-Steckdose, Trennnetz, festem Ladeboden und praktischer Schmutzwanne. Fürs serienmäßige Schienensystem (verschiebbare Verzurrösen) gibt es noch ein „Fixierset“ (155 Euro), das den Kleinkram sicher sortiert. Dazu eine Durchlade inklusive Skisack für 200 Euro, sie soll für vier Paar Ski oder zwei Snowboards reichen. Und der Öffnungswinkel der (elektrischen) Heckklappe lässt sich praktischerweise auf Ihre Körpergröße abstimmen. Kleines Manko: Die umgelegten Sitzlehnen ruhen nicht plan zum Ladeboden, sie sorgen für eine leichte Schräge.

Im Innenraum des Audi A6 Avant streicheln wir inzwischen begeistert die Dekorflächen im Cockpit. „Eichenholz Beaufort“  – in mehreren Lagen geschichtet, dann noch geschält. Es fühlt sich an wie das Deck einer klassischen Yacht und kostet 970 Euro extra. Ebenso nobel ist die beigefarbene Top-Lederausstattung Valcona (4500 Euro): Nähte stramm wie Zinnsoldaten, eine Oberfläche wie Pfirsichhaut. Das kann Rolls- Royce kaum besser.

In beiden Sitzreihen haben es auch Großgewachsene bequem, selbst die Kniefreiheit im Fond gefällt. Ebenso die Rundumsicht, was ja bei den heutigen Karossen keine Selbstverständlichkeit ist. Für Parkmuffel gibt es erstmals eine Einparkhilfe mit totalem Umgebungsbild, die Frontkamera zeigt Ihnen als Spähauge bei der Ausfahrt aus der Garage schon vorab den Querverkehr, bevor Sie ihn sehen. Dazu gibt es viele praktische Fächer und Ablagen – in die der Vordertüren passen Einliter-Flaschen.

Zum ersten Straßenauftritt des neuen Audi A6 Avant klotzen die Ingolstädter auch motorisch: Das Testauto hatte, quasi als Weltpremiere, Audis neuen Dreiliter-Superdiesel unter der Haube – serienmäßig mit überarbeiteter sparsameren Achtstufen-Wandlerautomatik (Tiptronic) und Allradantrieb gekoppelt. Der 313 PS starke Biturbo-TDI kommt erst im November zu den Händlern, er basiert auf dem bisherigen 3.0 TDI. Aber hier sorgen zwei in Reihe geschaltete, wassergekühlte Lader gemeinsam für Druck, eine Unterdruck-betätigte Klappe (Turbinenumschaltventil) verbindet sie. Bei niedrigen Drehzahlen ist vorrangig der Kleine mit seiner variablen Turbinengeometrie in Aktion, der Große übernimmt die Vorverdichtung. Ab 2500 /min (Klappe öffnet) kommt zunehmend der Große ins Spiel, ab 3500 /min ist er dann Alleinunterhalter.

Was wir davon merken? Die katapultartige, lineare Beschleunigung, die Kraft in jeder Drehzahllage. Und dank eines „Soundaktuators“ in der Abgasanlage können wir sogar die Stimme des TDI verändern. Wählen wir im Fahrdynamiksystem (drive select) den Modus „dynamik“, wechselt er per Lautsprecher in einem Nebenkanal der Abgasanlage von der Normallage in einen grollenden Bariton.

Alles andere ist typisch A6. Der rund 65 Kilogramm schwerere Kombi fährt sich fast so leichtfüßig und agil wie die Limousine, rollt samtig ab, ist exzellent verarbeitet und gedämmt, bei Bedarf können Sie ihn mit Luxusextras jeder Art aufrüsten – egal ob Luftfederung, Head-up-Display, Nachtsichtassistent oder Bang & Olufsen-Soundsystem.
Wolfgang Eschment

Technische Daten
Motor 
ZylinderV6-Zylinder, 4-Ventiler, Bi-Turbodiesel
Hubraum2967
Leistung
kW/PS
1/Min

230/313
3900 - 4500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
650
1450 - 2800 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe8-Stufen-Automatik
AntriebAllrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 225/55 R 17 V
h: 225/55 R 17 V
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)k.A.
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch6.4l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)169

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