Audi A6 Avant 3.0 TDI quattro 2014: Facelift im Fahrbericht Der Pferdeflüsterer

04.11.2014

Der Audi A6 Avant 3.0 TDI quattro bietet 272 muntere Pferdestärken und fährt flüsterleise. Im Fahrbericht zeigt sich, was das Facelift gebracht hat

Das markante Design des Audi A6 wurde behutsam nachgeschärft: Die sechs Ecken des Singleframe-Grills wirken nun kantiger und breiter, zusätzliche Chromstreben und der neu gezeichnete Stoßfänger mit einer Chromspange in den Lufteinlässen sorgen für Eleganz. Die Schwellerleisten sind jetzt stärker konturiert. Am Heck kommen LED-Rückleuchten mit räumlich wirkender Linien-Grafik zum Einsatz.

 

Aud A6 Avant 3.0 TDI quattro: Facelift im Fahrbericht

Der Clou: Tippt man den Blinker an, dann leuchtet die LED-Leiste wie ein Lichtband von innen nach außen auf. Am Gepäckraumdeckel prangt eine Chrom-Abschlussleiste, und die neuen stoßfängerfesten Lochblenden der Abgasanlage haben einen breiten Auslass. Mit all diesen Modifikationen wirkt die Karosserie jetzt eleganter, niedriger und breiter – kurz: noch dynamischer.

Neu sind auch die flachen Frontscheinwerfer, die jetzt serienmäßig mit Xenon plus-Technik ausgestattet sind. Als Option bietet Audi Voll-LED- oder Matrix-Scheinwerfer an. In Letzteren wird das Fernlicht aus 38 Leuchtdioden kombiniert, die sich je nach Bedarf in 64 Stufen dimmen lassen. Diese Technik ermöglicht ein „intelligentes“ Kurvenlicht sowie ein sehr helles Fernlicht, bei dem – kamerabasiert – nur der Bereich entgegenkommender und vorausfahrender Fahrzeuge abgedunkelt wird. Für den Antrieb stehen drei Benziner und fünf Diesel von 150 bis 333 PS bereit.

Alle Motoren unterbieten die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 6, die CO2-Emission konnte zum Teil um bis zu 22 Prozent reduziert werden. Für unsere erste Testrunde wählten wir den populären A6 Avant 3.0 TDI clean diesel mit 272 PS. Serienmäßig ist dieses Triebwerk mit dem Allradantrieb quattro und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S tronic kombiniert.

Während die unteren Gänge sportlich-kurz übersetzt sind, wurden die oberen Gänge lang ausgelegt. So unterstützt der Antrieb mit sehr niedrigen Drehzahlen das Kraftstoffsparen. Dank des üppigen Drehmoments von 580 Nm, das bereits ab 1250 Touren zur Verfügung steht, lässt sich der 1,9-Tonner recht sportlich bewegen. Audi gibt für den Sprint auf Tempo 100 5,7 s an.

Rasch wechselt das Getriebe in den höchstmöglichen Gang und bietet damit eine angenehme Laufruhe. Für zügige Zwischenspurts reicht ein Tipp aufs Gaspedal, dann schaltet die S tronic, wenn nötig, auch zwei Gänge zurück und stellt dank Doppelkupplungs-Technik ohne spürbare Unterbrechung des Kraftflusses viel Zugkraft bereit.

Die S tronic ersetzt bei den schwächeren Fronttrieblern die stufenlose Automatik (Multitronic) und soll beim Sprit- und CO2-Sparen unterstützen. Als besonders angenehm registrieren wir die generell große Laufruhe. Vorn halten jetzt serienmäßig doppelt verglasten Seitenscheiben Windgeräusche und Straßenlärm von den Insassen fern, und hydraulisch gedämpfte Lager zwischen dem Achsträger an der Hinterachse und der Karosserie reduzieren die Abrollgeräusche.

An unserem Testfahrzeug sorgt zudem die Luftfederung mit geregelter Dämpfung (adaptiv air suspension) für ein besonders geschmeidiges Abrollen. Im Innenraum überzeugen hochwertige Materialien und die gute Verarbeitung, während die Vordersitze mit ihren kräftigen Wangen viel Seitenhalt bieten. Und in der Dämmerung verbreiten Ambiente-Leuchten (LED und Lichtleiter) im Innenraum eine wohlige Stimmung.

In unserem Testwagen konnten wir das Top-Navigationssystem ausprobieren. Es verfügt über einen elektrisch ausfahrenden, hochauflösenden Acht-Zoll-Monitor und nutzt die Rechenpower des Modularen Infotainmentbaukastens (MIB), zu dem auch ein schneller Tegra 30-Grafikchip von Nvidia gehört.

Über Audi connect, die Audi Phone box und WLAN lassen sich im A6 Online-Services nutzen, zum Beispiel die Navigation per Google Earth und Google Street View sowie Facebook oder Twitter. Das funktioniert zumindest dort, wo eine schnelle Datenverbindung via LTE (Long Term Evolution) besteht, schon recht gut.

Zu den zahlreichen Sicherheitsfeatures des Audi gehört jetzt auch ein Assistent gegen Folgekollisionen: Nach einem Aufprall unterstützt er den Fahrer durch eine automatisch eingeleitete Bremsung, die Schleudern und weitere Zusammenstöße verhindern soll. Und die ACC (adaptive cruise control) mit Stop&Go funktioniert nun im kompletten Gechwindigkeitsbereich, also bis 250 km/h.

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Unser Fazit

Der neue Audi A6 ist ein kraftvoller Leisetreter, er bietet Business Class pur. Und das Audi connect taugt notfalls auch als Mini-Büro.

Holger Ippen

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