Audi A5 vs BMW 3er Coupé und Mercedes CLK German Masters

02.04.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der ewige Wettstreit um die Krone zwischen den drei deutschen Premium-Herstellern geht in eine weitere Runde. Diesmal fordert der neue Audi A5 3.2 FSI das BMW 330i Coupé und den Mercedes CLK 350 heraus. Im Test: kräftige Sechszylinder-Benziner mit Automatikgetriebe

Sie sind im besten Mannesalter, so um die 50, vermögend, und die Kinder haben längst das Haus verlassen? Eigentlich fehlt nur noch das entsprechende Fortbewegungsmittel? Und es soll etwas Elegantes und Sportliches sein? Verstehe. Dann kommt nur ein standesgemäßes Coupé in Frage. Aber welches?

Fast zwölf lange Jahre haben die Ingolstädter diesem Segment den Rücken gekehrt – seit Juni spielt der Audi A5 die Rolle des Rookie. Das Trio der deutschen Premium-Coupés ist also endlich wieder komplett. Nun gilt es, die Rangordnung zu klären. Mit BMW 330i Coupé und Mercedes CLK 350 trifft der Audi A5 3.2 FSI auf seine härtesten Widersacher, die Messlatte liegt dementsprechend hoch. Da es den frontgetriebenen Ingolstädter nur mit stufenloser Multitronic-Automatik gibt, tritt auch der BMW mit Sechsstufen-Automat (2160 Euro) an. Beim Mercedes CLK 350 ist die 7G-Tronic-Automatik schon serienmäßig an Bord. Also los.

 

Karosserie

Alle drei Coupés bieten erfreulich viel Platz – zumindest in der ersten Reihe. Hinten geht es entsprechend eng zu, denn die charakteristische niedrige Dachlinie weist bereits Personen über 1,75 Meter in ihre Schranken. Zwar ist der Audi A5 lang und vor allem ein breites Auto. Den Vorteil kann er aber nur bedingt ausschöpfen. So bietet er vorn gerade mal etwas mehr Ellenbogenfreiheit als der BMW. Unterschiede ergeben sich auch beim Einstieg in die hintere Reihe.

Während die Easy-Entry-Funktion im Audi die Vordersitze weit nach vorn gleiten lässt, erfordert der Zugang von den BMW-Passagieren viel Gelenkigkeit. Das 3er-Coupé bietet zwar die meiste Kniefreiheit, doch schränkt die bis in den Fond durchgängige Mittelkonsole die Bewegungsfreiheit enorm ein. Licht und Schatten auch beim Mercedes. Seine fehlenden B-Säulen und die großen Fensterflächen vermitteln ein luftiges Raumgefühl. Das subjektive Empfinden ändert sich aber sofort beim Nachmessen: Denn der Schwabe ist spürbar schmaler als seine bayerische Konkurrenz.

Bei der Sicherheitsausstattung schneiden das 3er-Coupé und der CLK gut ab. Notlauf-Reifen (beim BMW Serie) oder etwa ein Tempomat mit Abstandsradar gibt es hingegen für den A5 noch nicht. Zumindest letzteren wollen die Ingolstädter im Januar nachreichen. Dafür hat man aber – exklusiv – einen Spurhalteassistenten im Angebot. Kostenpunkt: 510 Euro. Dennoch kann sich der solide verarbeitete CLK im ersten Kapitel hauchdünn behaupten, da die großen A5-Spaltmaße an den Innenverkleidungen unter der B-Säule den Audi bei der Verarbeitung zurückwerfen. Ärgerlich auch: Der bartlose Audi-Schlüssel lässt sich oftmals nur widerwillig aus dem Schacht wieder herausziehen.

KarosserieMax. PunkteBMW 330 i Coupé AutomatikAudi A5 3.2 FSI MultitronicMercedes CLK 350
Raumangebot vorn100667068
Raumangebot hinten100262828
Übersichtlichkeit70363839
Bedienung/ Funktion100839085
Kofferraumvolumen100343633
Variabilität100181818
Zuladung/ Anhängelast80282930
Sicherheit150998995
Qualität/ Verarbeitung200173175178
Kapitelbewertung1000563573574

 

Fahrkomfort

Bequemer geht es nicht: Unter leisem Surren reichen Mercedes und BMW den Vornsitzenden automatisch die Gurte. Audi verzichtet auf die kleinen elektrischen Helfer, Verrenkungen nach dem weit hinten angebrachten Sicherheitsgurt sind an der Tagesordnung. Dafür bietet der A5 perfekt konturierte Sportsitze.

Ähnlich der BMW, dessen schmaler geschnittenes Mobiliar – trotz vieler Einstellmöglichkeiten – kräftigeren Personen nicht optimal passt. Die würden sich über die großen und bequemen Mercedes-Sessel freuen, denen mangelt es aber an genügend seitlicher Körperabstützung. Dafür ist der CLK ausgesprochen leise und empfiehlt sich – dank schluckfreudiger Federung – als komfortables Reisecoupé. Nicht ganz so geschmeidig, aber nahezu auf gleichem Niveau rollt der BMW über Unebenheiten ab, während das sportlich-straffe Fahrwerk im Audi seine Insassen nie im Unklaren über den Fahrbahnzustand lässt.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 330 i Coupé AutomatikAudi A5 3.2 FSI MultitronicMercedes CLK 350
Sitzkomfort vorn150135138115
Sitzkomfort hinten100293226
Ergonomie150110113113
Innengeräusche50252935
Geräuscheindruck100808085
Klimatisierung50324139
Federung leer200137125142
Federung beladen200132128137
Kapitelbewertung1000680686692

 

Motor und Getriebe

An Leistung mangelt es keinem. Dementsprechend eng ist das Feld zusammen. So liegen die Werte für den Sprint von null auf 100 km/h bei knapp 6,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird bei allen auf 250 km/h begrenzt. Audi setzt bei seinem 3,2-Liter-Motor auf Benzin-Direkteinspritzung. Der V6 leistet 265 PS und besitzt neben einer variablen Nockenwellenverstellung auch eine zweistufige Ventilhub-Verstellung auf der Einlassseite (valvelift system). Überarbeitet wurde auch die stufenlose Multitronic, die im manuellen Modus nun acht Fahrstufen hat. Auf Gasbefehle spricht der Automat spontan an. Da aber die Multitronic beim Tritt aufs Gas kontinuierlich die Übersetzung ändert, die Motordrehzahl jedoch nahezu gleich bleibt, ist das zunächst ungewohnt.

Der Dreiliter-Reihensechszylinder im BMW leistet 272 PS und ist ebenfalls ein Benzin-Direkteinspritzer. Im Vergleich zum Audi arbeitet dieser im Magerbetrieb, was den Verbrauch senken soll. Sei-ne Sechsstufen-Automatik agiert spontan und ruckfrei, während sich die perfekt übersetzte Siebenstufen-Automatik im 272 PS starken Mercedes beim manuellen Gangwechsel mehr Zeit lässt. Mit einem Verbrauch von 10,3 Litern führt der BMW die Runde an. Allerdings nimmt er Super Plus, während CLK (10,5 Liter) und A5 (10,7 Liter) mit Super auskommen.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 330 i Coupé AutomatikAudi A5 3.2 FSI MultitronicMercedes CLK 350
Beschleunigung150171170171
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150120120120
Getriebeabstufung100889184
Kraftentfaltung50404139
Laufkultur100908888
Verbrauch325159154156
Reichweite25101010
Kapitelbewertung1000678674668

 

Fahrdynamik

Die optionale Aktivlenkung (1300 Euro) im BMW variiert je nach Fahrzustand nicht nur die Servounterstützung, sondern auch die Übersetzung. Das zackige Einlenkverhalten erfordert anfangs Gewöhnung, bereitet aber nach einigen Kilometern viel Spaß. So durcheilt das handlich zu fahrende 3er-Coupé den Slalomparcours wie auch den Handlingkurs am schnellsten. Einzig der Audi kann ihm folgen. Der verspielt aber die Chancen einer besseren Platzierung mit Traktionsproblemen an den Vorderrädern, obwohl die straffe Abstimmung in Verbindung mit der zielgenauen Lenkung mehr kann.

Aus diesem Grund sollten sportlich ambitionierte Fahrer besser zum allradgetriebenen A5 3.2 FSI quattro greifen – er ist nur 200 Euro teurer. Ihn gibt es aber momentan nur mit herkömmlichem Sechsgang-Schaltgetriebe.
Zwar lassen sich auch mit dem Mercedes Coupé schnelle Rundenzeiten erzielen, doch umrundet der CLK nur schwerfällig den Kurs. Ein weiteres Hindernis ist seine gefühllose und mit großen Lenkwinkeln arbeitende Servolenkung. Auch in puncto Dosierbarkeit des Bremspedals bleibt er hinter den anderen zurück, obwohl sich die Bremsanlage als standfest erweist. Das kann den Etappensieg des agilen 3er-Coupés jedoch nicht verhindern.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 330 i Coupé AutomatikAudi A5 3.2 FSI MultitronicMercedes CLK 350
Handling150777471
Slalom100716355
Lenkung100908077
Geradeauslauf50364041
Bremsdosierung30211817
Bremsweg kalt150717482
Bremsweg warm150928486
Traktion100473844
Fahrsicherheit150128138135
Wendekreis20131015
Kapitelbewertung1000646619623

 

Umwelt und Kosten

Mit 44.000 Euro ist der Audi der Günstigste, der BMW kostet gerade mal 460 Euro mehr, Mercedes verlangt für den CLK 350 stolze 49.504 Euro. Deutliche Unterschiede ergeben sich ebenfalls bei den Kosten. So fällt die Kraftstoffbilanz für den CLK am besten aus. Weitere Vorteile sind die umfassenden Garantien, die nur noch vom Audi mit einer lebenslangen Mobilitätszulage überboten werden. Deutlich günstiger schneidet der A5 zudem bei Wartungskosten und Wertverlust ab. Hier belastet der Mercedes das Budget am meisten, während der BMW in fast allen Kosten-Disziplinen im Mittelfeld liegt.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 330 i Coupé AutomatikAudi A5 3.2 FSI MultitronicMercedes CLK 350
Bewerteter Preis675130131116
Wertverlust50141512
Ausstattung25171716
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50232827
Werkstattkosten20151511
Steuer10888
Versicherung40293130
Kraftstoff55313132
Emissionswerte25868586
Kapitelbewertung1000353361338

 

Fazit

Fahrdynamisch lässt der BMW seine Konkurrenten hinter sich und leistet sich auch sonst keine gravierenden Schwächen. So gewinnt der Münchener verdient. Der Vorsprung, den sich das 330i Coupé erarbeitet, fällt aber nur sehr gering aus. Denn der Audi A5 ist ihm dicht auf den Fersen. Das größte Manko beim A5 3.2 FSI ist der Frontantrieb, der oftmals für Traktionsprobleme, vor allem bei Nässe sorgt.

Wäre der Ingolstädter in diesem Vergleichstest mit quattro-Antrieb angetreten, hätte er womöglich am Ende vorn gelegen. So entscheidet der A5 3.2 FSI nur das Kostenkapitel für sich, obwohl er sich insgesamt auch auf einem hohen Niveau bewegt. Allerdings trifft seine straffe Fahrwerksauslegung nicht jedermanns Geschmack. Einen ganz anderen Charakter legt der drittplatzierte Mercedes CLK 350 an den Tag, der sich auf Grund seines hohen Fahrkomforts als Langstrecken-Reisecoupé empfiehlt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 330 i Coupé AutomatikAudi A5 3.2 FSI MultitronicMercedes CLK 350
Summe5000292029132895
Platzierung123

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