Audi A4 contra BMW 3er Audi gegen BMW

25.07.2007

Audi muss sich beim Duell A4 gegen BMW 3er vorkommen wie der Kontrahent in Grimms Märchen "Der Hase und der Igel". Überall dort, wo der A4 vorn sein will, lauert schon der 3er, er ist seit Jahren einen Schritt schneller und erfolgreicher

So hat er in Deutschland in den ersten fünf Monaten 2007 mit 47058 verkauften Exemplaren im Vergleich zum A4 mit 36049 Einheiten die Nase vorn. Europaweit lag der 3er auch im Jahr 2006 mit 292578 verkauften Autos vor dem A4 (241044). In den USA ging das Duell » 3er gegen » A4 im letzten Jahr klar mit 133627 zu 56225 aus. Und in Japan verkaufte BMW zeitgleich 22789 Exemplare des 3er, Audi schaffte beim A4 gerade mal 6066 Stück.

Das alles soll ab Herbst anders werden. Der » neue Audi A4 soll an die glorreiche Zeiten anknüpfen, in denen der A4 dem 3er ebenbürtig oder gar überlegen war. 1996 etwa platzierte sich der A4 hierzulande mit 134108 Zulassungen deutlich vor dem 3er (122095). 1997 lagen beide mit 108238 (BMW) und 108177 Einheiten (Audi) gleichauf.

Als Grundlage für den geplanten Erfolg des A4 soll das schicke Design dienen. Nachdem der frühere Audi-Chefdesigner Walter de’ Silva den » A5 als sein bisher schönstes Auto bezeichnet hat, dürfte er beim ähnlich geformten neuen A4 ebenfalls ins Schwärmen geraten. Der Audi soll etwa 4,75 Meter lang sein. Beim Radstand legt er durch die nach hinten gerückte Anordnung des Antriebs um 15 Zentimeter zu. Die Achsverteilung (mehr Gewicht auf der Hinterachse) soll sich klar verbessern - gut für die Fahrdynamik und beim Bremsen.

Auffällig ist der kurze Karosserieüberhang vorn. Rund fünf Zentimeter breiter, wirkt neue A4 nun dynamischer und repräsentativer. Das macht ihn interessanter für Dienstwagenkäufer und auch wieder attraktiver für die derzeit etwas zurückhaltenden Privatkunden. Längsmotoren sowie Front- oder wahlweise Allradantrieb gehören - wie bisher - zum technischen Grundkonzept.

Bei dem Neuen sind Fahrwerk und Motoren nahezu mit denen des A5 identisch. Die Benziner reichen vom 1.8 TFSI mit 130 und 170 PS über den 2.0 TFSI mit 200 PS und den 2.4 V6 mit 177 PS bis zum 3.2 V6 FSI mit 255 PS. Der S4 mit dem 360 PS starken 4.2 V8 FSI-Motor ist wieder eingeplant. Beim RS 4 könnte der 420-PS-V8-Motor von einem V6 mit Biturbo abgelöst werden. Die Dieselpalette soll sich aus dem 2.0 TDI mit 140 PS, dem 2.7 V6 TDI mit 180 PS, dem neuen Zweiliter-Vierzylinder-TDI mit 204 PS sowie dem 3.0 V6 TDI mit 240 PS zusammensetzen. Beim A4 soll auch das automatisierte Doppelkupplungsgetriebe, die S-tronic, für den Längseinbau ihr Debüt feiern.

Doch BMW will den Spitzenplatz im Mittelklasse-Premiumsegment vehement verteidigen. Deshalb tüftelt die Münchner Designmannschaft schon jetzt am » 3er-Nachfolger, der Ende 2011 auf den Markt kommen soll. BMW-Konzern-Designchef Christoher Bangle deutet an, wo es mit dem "ikonenhaften 3er mit eigener Modellhistorie" formal hingehen soll: "Die Zukunft eines Autos ist mit seiner Herkunft verbunden." Das heißt, auch der neue 3er soll wieder ein kompakter Dynamiker werden.

Die Studie » CS, die in Shanghai präsentiert und sehr positiv aufgenommen wurde, dient dabei nach BMW-Aussagen bei markanten Details als Ideenspender. Bei den Abmessungen soll sich wenig ändern. Einige Zentimeter können in der Breite dazukommen. Das Cockpit soll fahrerorientierter werden - der neue X5 mit dem integrierten Navi-Bildschirm und der leicht zum Fahrer hin geschwungen Cockpittafel wird dabei als Vorbild dienen. Auch in der Studie CS war dieser Trend erkennbar.

Das Fahrwerk soll trotz der beim 3er stets gewünschten Fahrdynamik komfortabler ausfallen. Man will damit - zumindest bei den Basismodellen - auch der Klientel im höheren Käuferalter Rechnung tragen. Und mithilfe der dynamischen Antriebskontrolle DPC soll die Fahrstabilität des neuen 3er optimiert werden.
Bevor jedoch das Design und die Technik-Details endgültig festgezurrt werden, stellt BMW im Herbst 2007 - ganz im Sinne von "Hase und Igel" - gegen den neuen A4 eine neue Vierzylinder-Motorenpalette, die es in puncto Energie-Effizienz in sich hat. Die Benziner werden, wie schon beim » 1er, auf Benzin-Direkteinspritzung umgestellt - der 320i leistet dann 170 PS.

Die ebenfalls leistungsstärkeren Dieseltriebwerke bestehen nun aus Aluminium. Der stärkste Vierzylinder, der 320d, leistet 177 PS. Auch der 3er bekommt das "Efficient Dynamics-Paket" samt Start-Stopp-Automatik, Schaltpunktanzeige, Bremsenergie-Rückgewinnung, elektrischer Wasserpumpe und elektrischer Servolenkung. Im Herbst 2008 folgt dann ein Facelift des kompakten Bayern.

Nicht im aktuellen 3er: der neue Twin-Turbo-Diesel mit 204 PS aus dem 123d. Der soll erst im künftigen Modell ab 2011 installiert werden. Auch weitere Turbomotoren mit der Kombination von Benzin-Direkteinspritzung und Twinturbo-Aufladung wie der 306 PS starke Motor im heutigen » 335i, sind in Arbeit. Denkbar ist ein Vierzylinder-Turbo mit rund 220 PS. Die neue, extrem schnell schaltende Sechsgangautomatik sorgt ebenfalls für eine gesteigerte Fahrdynamik.
Neben Touring und Coupé/Cabrio-Ablegern soll es vom neuen 3er noch ein weiteres Modell geben: den F3, ein "raumfunktionales" Fahrzeug. Damit wäre BMW wieder einmal schneller als Audi - denn dort liegt ein ähnliches Konzept, der A4 Roadjet, noch auf Eis.

Werner Müller

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