Kompakte Sparer im Vergleich: Audi A3 ultra vs. BMW 116d und Mercedes A 180 CDI Sparen mit Stil

15.08.2014
Inhalt
  1. Audi A3 ultra, BMW 116d und Mercedes A 180 CDI: Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor/ Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt/Kosten
  6. Fazit

Die Premium-Kompakten Audi A3 1.6 TDI ultra, BMW 116d EfficientDynamics Edition und Mercedes A 180 CDI BlueEFFICIENCY Edition zählen zu den sparsamsten Vertretern ihrer Zunft. Wir haben im Vergleichstest überprüft, welche weiteren Qualitäten sie mitbringen.

Audi A3, BMW 1er und Mercedes A-Klasse gehören hierzulande seit Jahren zu den beliebtesten Kompakt-Modellen. Kein Wunder, verbinden die Premium-Vehikel  doch Stil, Qualität und Fahrspaß miteinander wie nur wenige andere Autos. Als Diesel-Sparmodelle sollen sie zudem hervorragende Effizienzwerte erreichen. Im Vergleichstest treten der Audi A3 Sportback 1.6 TDI ultra, der BMW 116d EfficientDynamics Edition und der Mercedes A 180 CDI BlueEFFICIENCY Edition gegeneinander an.

Mit EU-Durchschnittsverbräuchen von 3,3 (Audi) bis 3,8 Litern (BMW) zählen sie zu den derzeit sparsamsten Kompakten überhaupt. Doch welcher der drei edlen Sparfüchse bietet das beste Gesamtpaket?

 

Audi A3 ultra, BMW 116d und Mercedes A 180 CDI: Karosserie

Der Audi A3 stellt den größten Innenraum bereit

Das Karosseriekapitel entscheidet der Audi A3 Sportback relativ klar für sich. Die Gründe sind einleuchtend: Er bietet vorn wie hinten die besten Platzverhältnisse und das größte Gepäckraumvolumen. Außerdem ist der Ingolstädter, was Material- und Verarbeitungsgüte angeht, eine Klasse für sich und glänzt mit der besten Bedienbarkeit aller Audi-Modelle.

Der BMW macht sich mit seinem funktionalen und passgenauen Cockpit viele Freunde. Sämtliche Schalter und Knöpfe liegen griffgünstig platziert, und die Bedienung ist – mit Ausnahme der etwas fummeligen Klimaregelung über kleine Tasten – vorbildlich. Darüber hinaus punktet der Münchner mit dem größten und schärfsten Multimedia-Display.

Allerdings hinkt er den Rivalen in Sachen Sicherheitsausstattung etwas hinterher. Bei Audi und Mercedes erhältliche Features, wie etwa ein Toter-Winkel-Warner oder eine vorausschauende Crashsensorik, die im Fall eines drohenden Unfalls automatisch Fenster sowie Schiebedach schließt und die Sicherheitsgurte strafft, sind weder für Geld noch gute Worte zu bekommen.

Die sportliche Optik des Mercedes geht zu Lasten des Platzangebots im Innenraum. Vor allem hinten fühlen sich Erwachsene aufgrund des niedrigen Dachverlaufs schnell eingeengt – Personen ab 1,75 Meter Körpergröße berühren mit dem Kopf fast schon den Dachhimmel. Vorn bietet die A-Klasse hingegen ähnlich viel Freiraum wie der BMW, ohne jedoch an dessen intuitive Bedienbarkeit heranzukommen.

Die leicht verschachtelte Menüstruktur des Infotainmentsystem erfordert mehr Eingewöhnung als bei den Wettbewerbern, und auch der  mit Funktionen überladene Blinkerhebel, in dem zusätzlich die Scheibenwischersteuerung sitzt, ist eine Eigenart, die man mögen muss. Dafür glänzt der A 180 CDI mit einer sehr guten Verarbeitungsqualität. Sämtliche Oberflächen im dynamisch gestylten Cockpit sind sauber und gleichmäßig zusammengefügt.

Audi A3 Sportback 1.6 TDI ultra
BMW 116d EfficientDynamics Edition
Mercedes A 180 CDI BlueEFFICIENCY Edition
110 PS 116 PS 109 PS
Vorderradantrieb Hinterradantrieb Vorderradantrieb
0-100 km/h in 10,0 s 0-100 km/h in 9,4 s 0-100 km/h in 11,0 s
Spitze 200 km/h Spitze 195 km/h Spitze 190 km/h
5,0 l D/100 km 4,7 l D/100 km 5,1 l D/100 km
26.100 Euro 26.100 Euro 27.430 Euro

 

Fahrkomfort

Die A-Klasse bietet Mercedes-typischen Komfort

Die Rollen im Bereich Komfort sind klar verteilt: Der BMW ist der sportlich Harte, der Mercedes der Komfortable, während der Audi den Wanderer zwischen den Welten gibt. Die Feder-Dämpfer-Einheiten des kompakten Sternenträgers sprechen sensibel auf kleinere Unebenheiten an und lassen sich auch durch schwerwiegende Fahrbahnschäden nicht nachhaltig aus der Ruhe bringen. Der Langstreckentauglichkeit der A-Klasse ebenfalls zuträglich sind die bequemen Sportsitze, die zum Style-Paket für 934 Euro gehören. Sie sind angenehm gepolstert, könnten allerdings etwas mehr Seitenhalt bieten.

Die Fahrwerksabstimmung des BMW ist hingegen etwas unausgewogen geraten. Gerade auf vermeintlich harmlosen Unzulänglichkeiten im Asphalt (kleine Querfugen, Kopfsteinpflaster und mehr) reagiert der Bajuware überaus steifbeinig, sodass die Karosserie auch auf guten Straßen beinahe permanent in Bewegung ist. Dieser Wesenszug lässt sich indes weiter verschärfen, indem die adaptiven Dämpfer (1100 Euro) über den Fahrerlebnisschalter auf Sport und somit fast komplett auf stur gestellt werden.

In diesem Modus kann dem BMW endgültig übertriebene Härte attestiert werden. Eine Empfehlung wert sind indes die mit 490 Euro nicht zu teuren Sportsitze, mit denen der Münchner den Test bestreitet. Sie stützen den Körper seitlich wirkungsvoll ab und begünstigen dank der weitreichenden Einstellmöglichkeiten inklusive  ausziehbarer  Beinauflage sowie der angenehm straffen Polsterung ein ermüdungsarmes Reisen.

Der Audi ist zwar insgesamt eine Spur straffer abgestimmt als der Mercedes, aber bei Weitem nicht so hart wie der BMW. Das Ansprechverhalten der A3-Federung gefällt sowohl auf kleineren als auch auf gröberen Asphaltschäden bedeutend besser als das des 1er. Anders als bei dem Münchner Konkurrenten bilden die Feder-Dämpfer-Elemente der Vorder- und Hinterachse beim Audi zudem eine harmonische Einheit.

Die Karosserie beruhigt sich nach Anregungen umgehend wieder. Eine typische Audi-Domäne ist einmal mehr auch beim A3 Sportback festzustellen: der sehr gute Geräuschkomfort. Akustische Störquellen – sei es durch den Wind, die Reifen oder den Motor – dämmt er wirkungsvoll ein.

 

Motor/ Getriebe

Der BMW ist sparsamer als seine Rivalen

Die deutschen Premiumhersteller setzen bei ihren Sparmodellen auf kleine Vierzylinder-Turbodiesel mit kleinen Hubräumen. Nur bei der Einbaulage des Motors und der Wahl der angetriebenen Achse vertraut BMW im Gegensatz zu allen anderen in diesem Segment mit längs eingebautem Motor und Heckantrieb noch auf das klassische BMW-Rezept. Die daraus resultierende gute Traktion setzt der 116d direkt gewinnbringend ein.

Er wandelt seine Kraft aus dem Stand ohne Traktionverluste in Vortrieb um. Während Audi und Mercedes kurz mit den Vorderrädern scharren, ist der BMW bereits auf und davon. Die passend aufeinander abgestimmten unteren Gänge verschaffen ihm bis Tempo 140 einen deutlichen Vorteil. Insbesondere dem im oberen Drehzahlbereich lethargisch wirkenden Mercedes ist er dann schon vier Sekunden voraus. Dem Audi fehlen beim Sprint bis Tempo 140 1,6 Sekunden.

Allerdings wendet sich das Blatt, sobald die drei Sparer in den lang übersetzten oberen zwei Gängen unterwegs sind. Im fünften Gang spielt der Audi-Triebsatz sein über einen breiten Drehzahlbereich anliegendes Drehmoment gekonnt aus. Die kultiviert laufende A-Klasse, deren Motor von Renault stammt, kaschiert ihr maues Temperament – zähes Ansprechverhalten, mangelnde Drehfreude – mit der kürzesten Übersetzung im sechsten Gang.

Beim mitunter knurrig wirkenden BMW-Turbodiesel hingegen dienen die oberen beiden Gänge der Effizienz. Auch wenn der Mercedes (5,1 Liter) und der Audi (5,0 Liter) auf 100 Kilometern sehr genügsam mit dem Dieselkraftstoff  umgehen, setzt der BMW mit 4,7 Litern einen beeindruckenden Bestwert. Der Kapitelsieg geht aber dennoch an den ausgeglichenen A3.

 

Fahrdynamik

Fahrfreude im 1er, untersteuern in der A-Klasse

Das klassische BMW-Layout mit Heckantrieb und damit verbundener guter Traktion sorgt nicht nur für Sprintqualitäten, sondern auch für ein agiles Handling. Der 1er beantwortet Lenkbefehle sehr direkt und präzise, folgt der eingeschlagenen Linie bestechend genau und ist frei von überraschenden Lastwechseln. Erst bei ausgeschaltetem DSC (ESP) zeigt der BMW eine leichte Tendenz zum Übersteuern. Sein leichtfüßiges, zielgenaues Handling verschafft ihm auch im Slalom den entscheidenden Vorteil vor seinem härtesten Rivalen, dem A3.

Der Audi ist zwar der Leichteste im Test, bringt aber fast 120 kg Mehrgewicht auf die Vorderachse als der BMW und bietet zudem weniger Rückmeldung. Trotzdem lenkt er ausgesprochen stürmisch ein. Das in Wechselkurven spürbar leicht werdende Heck unterstützt das spielerische Handling des Audi und wird vom ESC (ESP) sicher kontrolliert. Bei deaktiviertem System mausert er sich mit seiner stark nach außen drängenden Hinterachse zu einem der dynamischsten Fronttriebler überhaupt. Die A-Klasse setzt hingegen konsequent auf Fahrsicherheit.

Der kopflastige Mercedes reduziert frühzeitig zu viel Kurventempi mit sicherem Untersteuern, bleibt frei von Lastwechseln und wird stets vom nicht ganz abschaltbaren ESP sicher auf Kurs gehalten. Die  Fahrdynamikmedaille geht aber hier an den präzisen BMW.

 

Umwelt/Kosten

Mit dem Audi A3 fährt man am günstigsten

Im Gegensatz zu 1er und A-Klasse benötigt der A3 keine teuren Extras, um am Ende gut dazustehen. Das macht ihn zum günstigsten Angebot in diesem Premium-Trio. Die im Vergleich besten Garantiebedingungen und der zu erwartende geringe Wertverlust sichern dem Audi weitere wichtige Punkte in der Kostentabelle.

Obwohl der 1er die schlechtesten Garantieleistungen in unserem Vergleich bietet – BMW sollte hier dringend nachbessern –, muss der sehr teure Mercedes dem Bayern in diesem Kapitel knapp den Vortritt lassen.

 

Fazit

Der Gewinner heißt Audi A3 Sportback 1.6 TDI ultra. Er ist in diesem Vergleich qualitativ eine Klasse für sich, kombiniert gekonnt Dynamik mit Effizienz, zeigt einen ansprechenden Komfort und ist zudem günstiger als seine Rivalen.

Platz zwei sichert sich der BMW 116d EfficientDynamics Edition mit dynamischem Fahrspaß und einem sehr effizienten Antrieb.

Für den sehr komfortablen, aber kleinen sowie nicht sonderlich temperamentvollen Mercedes A 180 CDI BlueEFFICIENCY Edition bleibt der dritte Platz.

Michael Godde, Marcel Kühler

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