Kompaktklasse-Test: Audi A3 Sportback und BMW 118i BMW 118i - Audi A3 Sportback 1.8 TFSI

20.03.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Auch in der Kompaktklasse verstehen sich Audi und BMW auf besondere Schmankerl. Jüngstes Beispiel: Der neuer 1er, der sich im Test mit dem A3 messen muss

Sie gehören zu den Menschen, die zwar nicht auf den Euro schauen müssen, den raumgreifenden Auftritt aber gern vermeiden? Dann bieten die Kompakten aus Ingolstadt und München genau das Richtige für Sie – Premium- Technik im dezenten Outfit. So wie der Audi A3 Sportback, der den neuen 1er-BMW zum automobilen Fingerhakeln empfängt.

 

Karosserie

Ein Raumfahrzeug war der 1er-BMW der ersten Generation beileibe nicht – das gilt auch für den Nachfolger. Zwar ist seine Karosserie gewachsen. Doch gemessen an der des Audi fühlen sich die Insassen im BMW eher etwas beengt untergebracht, Hinten bietet der Audi vor allem mehr Knieraum als sein Konkurrent.

In der Bedienung ist der BMW 118i absolut problemlos. Pfiffig: Zweimal ziehen an der Haubenentriegelung, und die Motorhaube muss nur noch aufgeklappt werden. Lästiges Fingern nach dem Fanghaken entfällt.

Der Audi A3 wirkt inzwischen etwas angejahrt. Die Audio-Navi-Einheit fällt nicht nur hinter die hauseigenen moderneren MMI-Systeme, sondern auch hinter das bedienfreundlichere iDrive des BMW zurück. Auch die Temperatur- und die Gebläseeinstellung verläuft etwas umständlicher als im 1er.

Wo der BMW mit optionalen Assistenzsystemen wie Spurassistent und Auffahrwarner Punkte sammelt, lässt der Audi A3 Sportback 1.8 TFSI die Flanke offen. Mit einer auf Wunsch dreigeteilten Rückenlehne der Fondsitzbank und einem ebenen Ladeboden nach Umklappen derselben sticht der BMW den Audi nochmals aus. Auch beim maximalen Kofferaumvolumen liegt der 1er mit 1200 Litern eindeutig vorn (Audi: 1100 Liter).

KarosserieMax. PunkteBMW 118iAudi A3 Sportback 1.8 TFSI
Raumangebot vorn1006164
Raumangebot hinten1004852
Übersichtlichkeit704238
Bedienung/ Funktion1009088
Kofferraumvolumen1003030
Variabilität1004528
Zuladung/ Anhängelast802732
Sicherheit1509892
Qualität/ Verarbeitung200185185
Kapitelbewertung1000626609

 

Fahrkomfort

Ausgerüstet mit dem ab November erhältlichen adaptiven Fahrwerk (1100 Euro), das über den serienmäßigen „Fahrerlebnisschalter“ die Wahl zwischen Sport und Komfort lässt, zeigt sich der 118i auf welligem Asphalt nicht nur ausgesprochen schluckfreudig. Auch die leichte Unruhe, die das alte Modell speziell auf nicht ganz topfebenen Autobahnstücken an den Tag legte, ist einer deutlich satteren Straßenlage gewichen. Der Neue liegt wiein Brett. Auf Schlaglochpisten zeigt der Audi aber speziell im beladenen Zustand etwas größere Dämpfungsreserven und weniger große Ausfederbewegungen. Hier neigt der 1er auch etwas zum Poltern, was zum Teil auf das Konto der üppigen 18-Zoll-Mischbereifung gehen dürfte (2300 Euro).

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Auf den vorderen Sportsitzen (580 Euro) freuen sich die BMW-Passagiere über ausziehbare Schenkelauflagen, im Fond dagegen geht es im Audi komfortabler zu, denn hier reisen die Insassen mit weniger stark angewinkelten Beinen als im 1er.

Für das Wohlbefinden an Bord sorgen die Münchner darüber hinaus mit einer serienmäßigen Klimaanlage, die sich die Ingolstädter selbstbewusst mit immerhin noch 1425 Euro extra honorieren lassen.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 118iAudi A3 Sportback 1.8 TFSI
Sitzkomfort vorn150134130
Sitzkomfort hinten1006267
Ergonomie150128128
Innengeräusche503234
Geräuscheindruck1006969
Klimatisierung503424
Federung leer200131129
Federung beladen200128130
Kapitelbewertung1000718711

 

Motor und Getriebe

Die Zeiten der Vierzylinder-Saugmotoren sind im 1er passé. Statt eines 2,0-Liter-Aggregats wie früher kommt nun ein 1,6-Liter- Turbo mit 170 PS zum Einsatz. Audi setzt dagegen auf mehr Hubraum (1,8 Liter), aber ebenfalls auf Turboaufladung, dank derer 160 PS abgerufen werden können. Mit 250 Nm Maximal-Drehmoment bewegen sich beide in Sachen Durchzugskraft auf Turbodiesel-Niveau, zumal die Werte jeweils zwischen 1500 und 4500 Umdrehungen anliegen.

Entsprechend gehen die Triebwerke spontan ansprechend und mit Druck aus dem Keller zu Werke und wirken auch bei hohen Drehzahlen recht lebhaft. An der Laufkultur gibt es hier wie dort ebenfalls nichts auszusetzen.

Im BMW 1er beeinflusst der „Fahrerlebnisschalter“ die Gaspedalkennlinien und bietet mit der ECO PRO-Funktion zudem die Möglichkeit, spritsparend zu fahren – oder aber mit den Modi „Comfort“, „Sport“ und „Sport+“ mehr oder weniger engagiert unterwegs zu sein. Die Fahrleistungen jedenfalls reichen dazu völlig aus, wie der Sprint von null auf 100 km/h in 7,7 Sekunden (Audi: 7,8) und 225 km/h Spitze belegen (Audi: 222 km/h). Beim Testverbrauch steht der mit dem perfekt gestuften Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgerüstete Audi A3 Sportback 1.8 TFSI (1750 Euro) mit 8,0 Litern um 0,4 Liter besser da als der BMW mit manuellem Sechsgang-Getriebe. Im 1er arbeitet dafür serienmäßig ein Start-Stopp-System.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 118iAudi A3 Sportback 1.8 TFSI
Beschleunigung150119118
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1507269
Getriebeabstufung1008692
Kraftentfaltung503838
Laufkultur1007171
Verbrauch325222230
Reichweite251012
Kapitelbewertung1000618630

 

Fahrdynamik

Auf dem Handlingkurs zeigt sich der Audi sehr agil. Richtungswechsel gehen ihm leicht von der Hand, das gekonnt abgestimmte ESP hält sich dezent im Hintergrund. Wer den ESP-Knopf betätigt, hebt die Regelschwelle des Systems an und kann sich an wohldosierten Lastwechselreaktionen freuen, die – gekonnt provoziert – dem Audi A3 Sportback 1.8 TFSI noch leichter ums Eck helfen. Das Bild trüben jedoch eine vergleichsweise unpräzise Lenkung und starke Aufbaubewegungen, die zu Lasten der Zielgenauigkeit gehen. Auch das etwas teigige Bremspedalgefühl stört etwas, obwohl es an der Bremsleistung nichts auszusetzen gibt.

Doch ist der BMW 118i aus ganz anderem Holz geschnitzt. Seine variable Sportlenkung (450 Euro) ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, verwöhnt aber mit hoher Präzision und mustergültiger Rückmeldung. Die üppige Mischbereifung und die im Verbund mit der im adaptiven Fahrwerk um zehn Millimeter tiefergelegten Karosserie ermöglichen höhere Kurvengeschwindigkeiten als im Audi bei nur minimalen Aufbaubewegungen. Dennoch reagiert der 1er im Grenzbereich stärker auf Lastwechsel als der A3, bleibt dabei aber gut kontrollierbar. Eine sehr gut zu dosierende Bremse komplettiert die gelungene Vorstellung.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 118iAudi A3 Sportback 1.8 TFSI
Handling1508273
Slalom1008369
Lenkung1008879
Geradeauslauf504040
Bremsdosierung302117
Bremsweg kalt1508385
Bremsweg warm1509789
Traktion1004542
Fahrsicherheit150131129
Wendekreis201416
Kapitelbewertung1000684639

 

Umwelt und Kosten

Premium heißt nicht unbedingt preiswert. Das belegen beide Kandidaten. Mit kompletter AUTO ZEITUNG-Normausstattung überschreitet der A3 Sportback die 30.000-Euro-Schwelle, der BMW ist immerhin knapp 2000 Euro günstiger, was für einen kleinen Punktevorsprung in diesem Kapitel sorgt. Die anfallenden Werktstattkosten schätzt der ADAC für den BMW mit 400 Euro pro Jahr ein, der Audi ist 50 Euro günstiger. Eine um vier Klassen schlechtere Vollkasko-Einstufung beim BMW macht sich da schon stärker bemerkbar, ebenso wie die höheren Kraftstoffkosten. Doch derlei dürfte bei denen, die den Euro nicht zweimal umdrehen müssen, kaum kaufentscheidend sein.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 118iAudi A3 Sportback 1.8 TFSI
Bewerteter Preis675206201
Wertverlust502121
Ausstattung25110
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502028
Werkstattkosten201617
Steuer1099
Versicherung403033
Kraftstoff553638
Emissionswerte258985
Kapitelbewertung1000438432

 

Fazit

O’zapft is! Passend zum Oktoberfest darf in München gefeiert werden, denn der neue BMW 118i hat den Audi A3 Sportback geschlagen. Spürbar mehr Komfort als beim Vorgänger dank adaptivem Fahrwerk und eine hervorragende Fahrdynamik geben hierfür den Ausschlag. Der Audi ist spürbar in die Jahre gekommen, besticht aber nach wie vor mit hoher Qualität und dem etwas sparsameren Motor. Auch das Geld für das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist gut angelegt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 118iAudi A3 Sportback 1.8 TFSI
Summe500030843021
Platzierung12

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