Diesel im Vergleich 2012: Audi A3 Sportback 2.0 TDI vs. VW Golf 2.0 TDI Zwei Konzernrivalen in der Kompaktklasse

07.12.2012
Inhalt
  1. A3 und GOlf: trotz GLeicHer baSiS uNterScHieDLicH
  2. Der Sportback wird zum Hotspot
  3. FAZIT

Zwei Diesel im Vergleich: Der Audi A3 ist knackig und familienfreundlich. Der neue viertürige Sportback trifft auf den VW Golf VII

Mit der neuen A3-Generation hat Audi mitten ins Schwarze getroffen: knackiges Fahrverhalten, viel Komfort und die derzeit beste Verarbeitungsqualität in der Golf-Klasse. Aber im Gegensatz zur Konkurrenz bot Audi seinen Kompaktklässler bisher nur mit drei Türen an. Junge Familien wählten daher lieber die Konkurrenz, bei der der Fond über separate Türen zu erreichen ist - besonders den Golf, der als Drei- und Fünftürer zu haben ist. Aber Audi legt nun nach. Und bei den Ingolstädtern lassen sich nicht nur zwei Türen extra ordern, der Kunde bekommt auch eine eigene Modellvariante: den Sportback.

 

A3 und GOlf: trotz GLeicHer baSiS uNterScHieDLicH

Der Aufbau wirkt gestreckter. Ein etwas längeres Dach und das dritte Seitenfenster formen aus dem bisherigen Dreitürer zumindest optisch einen kleinen Kombi. Drei Zentimeter mehr Radstand und ein Plus von fast acht Zentimetern in der Außenlänge machen sich vor allem auf den hinteren Plätzen bemerkbar. Selbst Großgewachsene finden auf den gut konturierten Rücksitzen ausreichend Platz. Aber vor allem erleichtern jetzt die großen Türen den Zugang in den nun geräumigeren Fond. Der Einbau von Kindersitzen fällt so deutlich leichter, zudem wächst das Kofferraumvolumen - zwar nur minimal, aber junge Eltern sind für jeden zusätzlichen Stauraum dankbar. Das macht den Sportback gegenüber dem normalen A3 attraktiver.

Seinen härtesten Rivalen, dem neuen VW Golf, kommt er damit ebenfalls ein gutes Stück näher. Der Wolfsburger bietet zwar noch etwas mehr Platz im Fond und einen Hauch mehr Stauraum bei umgeklappten Rücksitzlehnen, aber die große Differenz zum A3-Dreitürer ist nahezu aufgehoben. Und wer glaubt, dass Audi sich den Sportback teuer bezahlen lässt, der irrt. Der Aufpreis beträgt lediglich 900 Euro - der gleiche Betrag also, den Volkswagen für die optionalen zwei Türen verlangt. Als 2.0 TDI (150 PS) kostet der A3 Sportback mit 27.200 Euro nur 1025 Euro mehr als der Golf.

Und beim Sportback ist jeder Cent gut angelegt. Allein die Sorgfalt, mit der Audi auch in der Kompaktklasse Fahrzeuge fertigt, würde den Preisunterschied rechtfertigen. Der A3 ist ein haptischer Genuss, sämtliche Regler sind aus solidem Metall gefertigt. Dreht man sie, wird der Vorgang von einem klaren, sauber defi nierten, metallischen Klicken begleitet. Das und die optionalen LED-Scheinwerfer gibt es in dieser Klasse derzeit nur bei Audi.

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Zweifelsohne hat auch die neue, nun siebte Generation des Golf in Sachen Verarbeitung ein neues Niveau erreicht. Aber an die Konsequenz, mit der Audi Materialien kombiniert und die Bauteile penibel zusammenfügt, reicht auch der neue VW nicht heran.

Denn obwohl beide Modelle des Konzerns auf der gleichen technischen Basis aufbauen, haben sie nur wenig gemeinsam. Das gilt auch für die Bedienung. Die Bayern haben die Kritik der letzten Jahre bei der Entwicklung genau analysiert und zum Beispiel die Schalter und Tasten des MMI-Bedienfelds auf deutlich kleinerem Raum konzentriert. Gegenüber anderen Audi-Modellen höherer Klassen gelingt so die Auswahl einzelner Menüpunkte deutlich leichter. Nach kurzer Eingewöhnung findet die rechte Hand intuitiv die richtigen Schaltflächen. Zudem liegt der ausfahrbare Monitor hoch und damit ideal im Blickfeld des Fahrers.

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Beim Golf hingegen haben die Ingenieure den Monitor wesentlich tiefer platziert. Zudem verlangt die Menüstruktur des neuen Bediensystems hier und da einen Schritt mehr als zuvor. So muss der Fahrer nun, um etwa das adaptive Fahrwerk (990 Euro) zu bedienen, erst den Mode-Schalter auf der Mittelkonsole aktivieren und dann per Touchscreen zwischen den einzelnen Modi wählen. Die vielen neuen Menüebenen erschließen sich aber schnell. Der vom iPhone bekannte Zweifingerzoom kann getrost als Spielerei gewertet werden. Im Stand ist er ein nettes Gimmick, doch während der Fahrt gelingt die Maßstabsveränderung besser über den nach wie vor vorhandenen Drehregler. Und obwohl der Golf mit seinem riesigen Bildschirm (8,0 Zoll) des neuen Navigationssystems Discover Pro (2315 Euro) die Nähe zur Online-Welt sucht, fehlt ihm im Gegensatz zum A3 noch der Anschluss ans Web.

 

Der Sportback wird zum Hotspot

Wer beim Audi A3 zum MMI-Navigationssystem plus die Audi connect-Anbindung für das Internet via UMTS hinzuordert, macht den  Sportback zum fahrenden Hotspot. Ob sich das lohnt? Absolut: Neben aktuellen Wetterinformationen zeigt das System zum Beispiel die günstigsten Tankstellen im Umkreis an. So lässt sich gleich ein Teil der Mehrkosten durch niedrige Spritpreise wieder refinanzieren. Zudem kann man bis zu acht Geräte wie iPads oder Mobiltelefone per WLAN mit dem System koppeln. Je nach eigener Konfiguration können E-Mails, die auf dem Mobiltelefon eingegangen sind, dem Fahrer vorgelesen werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Audi hat den ersten Schritt in einen gänzlich vernetzte Welt bereits gemacht – und das in der Kompaktklasse.

Trotz dieser technischen Raffinessen überzeugt der neue Sportback vor allem als Gesamtfahrzeug. Während der Golf den komfortablen Gentleman gibt, betont Audi beim A3 die dynamische Ausrichtung. Aber auch der Sportback agiert auf schlechten Pisten extrem feinfühlig. Keine Unebenheit dringt über Gebühr bis zu den Insassen durch – sogar nicht mit dem serienmäßigen Dynamikfahrwerk. Wer es komfortabler mag, muss zum magnetic ride-Fahrwerk (1200 Euro) greifen.

Wie gut adaptive Dämpfer funktionieren können, demonstriert der VW äußerst überzeugend. Mit dem DCC-Fahrwerk (990 Euro) bestückt, gleitet der Golf derart souverän dahin, dass selbst als komfortabel bezeichnete Limousinen dagegen schlecht aussehen würden. Die Komfortwertung gewinnt also der Volkswagen. In Sachen Fahrdynamik hat jedoch der Ingolstädter klar die Nase vorn. Er ist derzeit der Maßstab in der Kompaktklasse. Der A3 ist in allen Bereichen das entscheidende Quäntchen verbindlicher als der Golf, sein mustergültiges Einlenkverhalten begeistert. Der VW Golf ist fast ebenso zackig unterwegs, aber eben nicht ganz so agil.

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Beim Antriebsstrang herrscht prinzipiell Einklang: gleiche Plattform, gleiche Motoren und Getriebe. Dennoch zeigen vor allem die Getriebe beim Schalten eigene Charakterzüge: Der Audi-Hebel ist eine Spur satter geführt. Anschlüsse und Ansprechverhalten sind dagegen - wie es der Vergleichstest mit dem dreitürigen A3 in Ausgabe 23/2012 gezeigt hat - identisch.

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Für einen ersten Fahrvergleich stand uns der Sportback in der druckvollen, 184 PS starken Version mit 380 Newtonmeter Drehmoment (29.000 Euro) zur Verfügung und traf auf den derzeit stärksten Golf TDI mit 150 PS. Diese A3-Version dürfte auch der letzte Dieselverweigerer überzeugen. Denn mit dem 184-PS-Triebsatz befeuert, soll der Ingolstädter bereits nach 7,4 Sekunden Tempo 100 erreichen. Drehfreude und satter Punch von unten ergänzen sich hier perfekt, die Leistung ist jederzeit abrufbar. Und den sehr guten Fahrleistungen steht ein niedriger EU-Durchschnittsverbrauch von 4,4 Liter Diesel auf 100 km gegenüber. Golf-Fans müssen auf den künftigen Golf GTD warten, um in den Genuss der 184 Diesel-PS zu kommen.
Michael Godde

 

FAZIT

Der neue VW Golf hatte einen perfekten Einstieg. Direkt auf Anhieb setzte er in gleich zwei Vergleichstest den neuen Maßstab. Lediglich der Audi A3 rückte ihm dabei dicht aufs Blech. Die klare Dominanz des Wolfsburgers könnte jetzt aber gefährdet sein. Als Sportback hat der A3 an praktischen Nutzen und Platz gewonnen, ohne seine dynamischen Qualitäten zu vernachlässigen. Der dazu erstaunlich niedrige Aufpreis von 900 Euro für den Sportback gegenüber der dreitürigen A3-Version dürfte nicht nur eine Kampfansage an den Konzernbruder Golf, sondern auch an die Premiumkonkurrenz von BMW und Mercedes sein.

Audi A3 Sportback 2.0 TDI: Technik
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum 1968 cm³
Leistung 110 kW / 150 PS bei 3500 – 4000 /min
max. Drehmoment 320 Nm bei 1750 – 3000 /min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad
L/B/H 4310/1785/1425 mm
Radstand 2636 mm
Leergewicht 1310 kg
Kofferraum 380 – 1220 l
Fahrleistungen¹ 0-100 km/h in 8,7 s
Höchstgeschw.  216 km/h
EU-Verbrauch¹ 4,2 l D/100 km
Co²-Ausstoß¹ 108 g/km
Grundpreis 27.200 Euro
¹ Werksangaben
VW Golf 2.0 TDI: Technik
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum 1968 cm³
Leistung 110 kW / 150 PS bei 3500 – 4000 /min
max. Drehmoment 320 Nm bei 1750 – 3000 /min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad
L/B/H 4255/1790/1452 mm
Radstand 2637 mm
Leergewicht  1279 kg
Kofferraum 380 – 1270 l
Fahrleistungen¹ 0-100 km/h in 8,6 s
Höchstgeschw.¹ 216 km/h
EU-Verbrauch¹ 4,1 l D/100 km
Co²-Ausstoß¹ 106 g/km
Grundpreis 26.175 Euro
¹ Werksangaben

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