Audi A3 g-tron mit Erdgas-Antrieb: Vergleich gegen Diesel und Benziner Drei Wege, ein Ziel

21.05.2014

Auch in der Premiumklasse ist Sparen keine Schande. Mit der Erdgasvariante Audi A3 g-tron und dem neuen Knauser-Diesel ultra setzen die Ingolstädter interessante Akzente. Vergleich der Antriebe

Man gewöhnt sich wirklich an nahezu alles. Kraftstoffpreise wie aktuell um 1,50 Euro erscheinen einem heute schon fast normal. Für unverbesserliche Nostalgiker: Das waren mal knapp drei Mark. Trotzdem muss natürlich sparsam mit dem kostbaren Saft umgegangen werden – schon der Umwelt zuliebe. Das gilt auch für die Premiumklasse, wo es zwar etwas teurer, aber nicht verschwenderisch zugehen darf. Wie vernünftig Premium sein kann, demonstriert Audi mit dem A3 Sportback: Top-Verarbeitung, moderne Technik und mehr Platz als im Kompakt-Urmeter VW Golf gibt es hier zu moderaten Preisen ab 22.800 Euro.

 

Audi A3 g-tron im Antriebsvergleich: Hoher Gasverbrauch

Motormäßig erhält der Kunde dafür einen modernen Downsizing-Turbobenziner mit 1,2 Liter Hubraum und 105 PS. Normverbrauch: nur 4,9 Liter Super auf 100 Kilometern. Als Spar-Alternative haben die Ingolstädter aber auch einen A3 Sportback mit bivalentem Erdgasantrieb im Programm. Bivalent bedeutet: Der Kompakte verfügt über zwei Tanks und kann mit Benzin oder Erdgas (CNG) betrieben werden. Kombiniert verspricht Audi eine Reichweite von bis zu 1300 km. Weiterer Vorteil: Das noch bis 2018 steuerbegünstigte Erdgas ist mit Kilopreisen von rund 90 Cent deutlich günstiger als Super- oder Diesel-Kraftstoffe, zudem werden bei der Verbrennung vergleichsweise weniger Gramm CO2 pro Kilometer freigesetzt.

Ganz neu im Audi-Portfolio sind die ultra-Modelle. Hier kommen besonders effiziente Dieselmotoren zum Einsatz, die in Verbindung unter anderem mit serienmäßigen Start-Stopp-Systemen und auf Sparsamkeit ausgelegten Getrieben die jeweils verbrauchsgünstigsten Audi-Diesel in ihren Klassen sein sollen. In der ultra-Version des A3 Sportback arbeitet ein optimierter 1,6-Liter-Turbodiesel, dessen Normverbrauch bei 3,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern liegt. Doch Effizienz ist meist erstmal teuer. So ist der CNG-A3 bei vergleichbarer Ausstattung exakt 3100 Euro teurer als der Einstiegsbenziner. Und der Diesel bringt es sogar auf einen Mehrpreis von 3300 Euro. Dafür kann man recht oft zur Zapfpistole greifen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die versprochenen Verbrauchswerte nach europäischem Prüfzyklus zwar beim Finanzamt für die Festlegung der Kraftfahrzeugsteuer wichtig sind, sonst aber keine Auswirkung auf die Realität haben. Für die alltagstaugliche Ermittlung von Spritkonsum und Kosten haben wir deshalb alle drei Testkandidaten zeitgleich auf die Verbrauchsrunde der AUTO ZEITUNG geschickt. Hier werden in einem definierten Mix aus Stadtverkehr, Landstraßenfahrt und Autobahnstrecke mit Volllastanteil realistische Verbrauchswerte ermittelt. Und es zeigt sich, dass schon der Basisbenziner A3 1.2 TFSI kein Langweiler ist. Obwohl mit 105 PS nominell der leistungsschwächste Kandidat, legt der 1,3 Tonnen schwere Kompakte nach leicht verhaltenem Start munter los. Der Motor dreht willig hoch, klingt dabei aber etwas angestrengt. Mit einer gemessenen Beschleunigung von 10,2 Sekunden von null auf Landstraßentempo ist er der langsamste A3 im Vergleich. Trotzdem fühlt man sich am Steuer des Einstiegsmodells keinesfalls unterprivilegiert. Der Testverbrauch von 6,2 Liter Super pro 100 Kilometer geht in Ordnung.

Im Vergleich zum kleinen Benziner ist die Erdgas-Variante aber noch deutlich engagierter unterwegs. Unser Testwagen unterbot die Werksangabe beim Sprint auf Tempo 100 um  1,1  Sekunden. Mit 9,7 Sekunden ist der CNG-A3 der Schnellste des Trios. Bei Volllast fällt auch die 200-km/h-Marke erstaunlich schnell. Dabei schleppt der Audi 55 Kilogramm Extragewicht in Form von zwei mit Kohlefaser verstärkten Drucktanks unter dem Gepäckraumboden mit. Weiterer Nachteil: Das Ladevolumen sinkt um 100 Liter auf 280 bis 1120 Liter.

So  viel  Engagement  rächt  sich an der Erdgastankstelle. Nach 100 km pumpt die Anlage in wenigen Minuten 5,4 Kilogramm CNG in die Tanks. Da ein Kilogramm Erdgas ungefähr dem Energiegehaltvon 1,5 Liter Superbenzin entspricht, ist das schon ein strammer Wert. Allerdings fällt die Tankrechnung mit 4,86 Euro für die 100 Kilometer trotzdem recht niedrig aus. Da kann auch der ultra-Diesel nicht mithalten. Am Ende der Verbrauchsrunde kommt der 1.6 TDI zwar auf einen Testwert von 4,9 Liter Diesel auf 100 km, was aber auch mit gut 6,66 Euro zu Buche schlägt. Dabei ist der kultivierte Turbodiesel jederzeit leistungswillig und drehfreudig, aber durch die besonders lang übersetzten Gänge fünf und sechs gehandicapt. Wer mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs sein will, muss immer wieder herunterschalten. Entspanntes Gleiten bei Tempo 140 macht aber  ohnehin  mehr  Spaß.  Mit 1020 Kilometer Reichweite ist der Diesel  der  beste  Langstrecken-A3 im Test.

Doch bei der Endrechnung müssen auch die hohen Versicherungs- und Steuertarife für den Diesel berücksichtigt werden. Zudem fällt sein Wertverlust nach vier Jahren prozentual zwar am geringsten aus, in  harter  Währung  verliert  der günstige Benziner aber rund 1000 Euro weniger. Für Vielfahrer rechnet sich also der CNG.

 

Technische Daten zum Nachlesen

Unser Fazit

Audi bietet den praktischen und komfortablen A3 Sportback in drei unterschiedlichen Spar-Varianten mit ganz verschiedenen Talenten an. Der neue ultra-Diesel erweist sich mit der höchsten Testreichweite als idealer Begleiter auf langen Strecken. Der preisgünstige Einstiegsbenziner ist für Wenig-Fahrer mit einer Jahresfahrleistung von rund 10.000 Kilometern die beste und sparsamste Wahl. Wer 20.000 Kilometer und mehr pro Jahr zurücklegt, kommt mit dem agilen g-tron im Erdgasbetrieb am günstigsten voran.

Klaus Uckrow

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