Einzeltest: Audi A3 Sportback g-tron mit Erdgas-Antrieb Audi gibt Gas

02.01.2014

Ende des Jahres startet bei Audi der Verkauf des A3 Sportback mit kombiniertem Benzin-Erdgasantrieb und damit verringertem Kohlendioxid-Ausstoß

Jetzt hat auch Audi ein Fahrzeug mit Erdgas-Antrieb im Programm. Der A3 Sportback g-tron verfügt über einen bivalenten Antrieb – er fährt also sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin. Gut so, denn in Europa gibt es flächendeckend noch immer nicht ausreichend Erdgastankstellen, und in Deutschland existieren gerade mal 960 davon.

Der Ausbau geht seit Jahren nur schleppend voran. Allerdings benötigt der 1,4 Liter große TFSI-Motor für Kaltstarts vor allem bei tiefen Temperaturen nach wie vor flüssigen Kraftstoff. Schnellstmöglich und vollautomatisch stellt sich der Motor dann auf Gas um. Davon bemerken die Insassen nichts. Sogar der prinzipbedingt etwas härtere Motorklang durch die viel schnellere Verbrennung des Gases ist hier kaum zu spüren. Das gelang den Audi-Technikern durch eine speziell auf den Gasbetrieb abgestimmte Motorsteuerung. 

 

Audi A3 g-tron: Echter Saubermann dank Erdgas

Der Hauptvorteil des Erdgasantriebs ist die um etwa 25 Prozent geringere Kohlendioxid-Emission: Der spurtstarke Fünfsitzer stößt lediglich 92 g/km CO2 aus. Doch es geht noch besser: Neben dem fossilen Erdgas kann der Ingolstädter auch das klimaneutrale Audi e-gas als Kraftstoff nutzen. Dabei handelt es sich um einen synthetisch hergestellten Treibstoff, der mit Ökostrom aus Wasser und CO2 speziell produziert wird (siehe Kasten nächste Seite). Das verbessert die Öko-Bilanz enorm. Gas-Tanken ist aber auch aus Kostengründen attraktiv, denn ein Kilogramm Erdgas entspricht der Energiemenge von 1,5 Liter Superbenzin.

Bei einem Normverbrauch von 3,5 kg pro 100 km und einem derzeitigen CNG-Kilo-Preis (Compressed Natural Gas) von 1,094 Euro kann der g-tron laut Audi für nur vier Euro immerhin 100 km zurücklegen. Dabei hält sich der zusätzliche Technik-Aufwand in Grenzen: In zwei mit Kohlefaser verstärkten Drucktanks unter dem Gepäckraumboden können sieben Kilo Erdgas gespeichert werden. Damit soll der Fünftürer 400 km weit kommen. Als Reserve ist ein herkömmlicher Benzintank an Bord – laut Werk reicht sein Inhalt (50 l) für weitere 900 km. Theoretisch muss der A3 Sportback g-tron also erst nach 1300 Kilometern einen Tankstopp einlegen. Im Alltag sieht es allerdings anders aus.

Bei unserer praxisnahen Verbrauchstour schaltete das Motormanagement erst nach 1,2 zurückgelegten Kilometern von  Benzin auf Gasbetrieb um. Ein Hinweis auf dem Display im Kombiinstrument veranschaulicht den Wechsel, zu spüren ist davon sonst nichts.

Unsere Bilanz: Im Gasmodus ermittelten wir einen durchschnittlichen Verbrauch von sechs kg pro 100 km. Für die gleiche Distanz auf derselben Strecke waren es im reinen Benzinmodus 7,4 l/100 km. Diesen Wert kann man beim A3 g-tron übrigens nur mit leer gefahrenem Gas-Tank ermitteln, denn ein Umschalten per Hand ist nicht vorgesehen. Insgesamt kamen wir mit beiden vollen Tanks knapp 800 km weit.

Das liegt zwar deutlich unter den Prospekt-Angaben, ist aber immer noch ein akzeptabler Wert, zumal die mit Erdgas zurückgelegte Wegstrecke mit einer verminderten CO2- Emission verbunden ist. In puncto Fahrdynamik lässt der Audi auch im CNG-Modus nichts anbrennen: In weniger als zehn Sekunden fällt die 100-km/h-Marke, die Spitze beträgt 197 km/h. Und auch dieser Ingolstädter überzeugt mit Premium-Qualitäten: Man sitzt in perfekt ausgeformten Sitzen, genießt die exakte Schaltung und die angenehm direkte sowie präzise Lenkung.

Das sportlich-komfortabel abgestimmte Fahrwerk verwöhnt mit sauberem Geradeauslauf und gutmütigem Fahrverhalten auf kurvenreicher Strecke. Weder Bodenwellen noch Fahrbahnunebenheiten bringen den g-tron aus der Ruhe. Auch das mit 55 Kilogramm etwas höhere Leergewicht ist dem kompakten Familienauto kaum anzumerken. Einziger Nachteil: Das Ladevolumen des Kofferraums schrumpft wegen der Zusatztanks von 370 auf 280 Liter. Übrigens: Der g-tron kostet ab 25.900 Euro – der Aufpreis für die Gastechnik bleibt mit 2200 Euro im Vergleich zum gleich motorisierten Benziner also moderat.

TECHNISCHE DATEN
 

AUDI A3 g-tron
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 1395 cm³
Leistung 81 kW / 110 PS bei 4800 – 6000 /min
Max. Drehmoment 200 Nm bei 1500 – 3500 /min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad
Fahrwerk v.: McPherson Federbeine, Querlenker, Stabi.; h.: Verbundlenkerachse, Federn, Dämpfer;
ESC (ESP)
Bremsen v.: innenbel. Scheiben; h.: Scheiben; ABS, Bremsass.
Bereifung rundum: 225/45 R 17; Dunlop Sport Maxx
Felgen rundum: 6,5 x 16
L/B/H 4310/1785/1427 mm
Radstand 2637 mm
Leergewicht/Zuladung 1335 / 465 kg
Anhängelast gebr./ungeb. 1500 / 660 kg
Kofferraumvolumen 280 – 1120 l
Abgasnorm Euro 5
Typklassen HP 16/VK 17/TK 17
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH1
 
0-100 km/h 9,9 s
Elastizität 60 – 100 km/h in 9,8 s (5. G.), 80 – 120 km/h in 13,5 s (6. G.)
Höchstgeschwindigkeit¹ 197 km/h
Bremsweg 100 – 0 km/h kalt/warm  34,8/33,1 m
Verbrauch 7,4 l S/100 km (Benzinverbrauch); 6,0 kg CNG/100 km (Gas)
EU-Verbrauch¹ 5,1 l S/100 km (Benzin); 3,5 kg CNG/100 km (Gasverbrauch)
CO2-Ausstoß¹ 92 g/km (CNG)/120 g/km (Benzin)
KOSTEN  
Grundpreis 25.900 Euro
¹ Werksangaben

Unser Fazit

Der A3 g-tron ist eine umweltfreundliche Alternative von hoher Audi-Qualität, rechnet sich aber erst im konsequenten CNG-Langstreckenbetrieb

Holger Ippen

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