Audi A3 Cabrio 1.8 TFSI: Test, Bilder und technische Daten Edler Luftikus

20.03.2014

Mit dem Audi A3 Cabriolet präsentieren die Ingolstädter bereits die vierte Spielart des Kompaktmodells. Test des viersitzigen Stoffdachträgers mit dem 1.8 TFSI-Motor

Pünktlich zur nahenden Frischluftsaison präsentiert Audi die zweite Generation des A3 Cabriolets. Sichtlich gewachsen – plus 18 Zentimeter in der Länge – und dadurch auch viel eleganter als der Vorgänger schielt die Neuauflage ganz unverhohlen in Richtung des größeren A5 Cabriolets. 

Audi verabschiedete sich von den beiden unschönen Überrollbügeln hinter den Fondkopfstützen, stattdessen sorgen zwei schlagartig ausfahrbare Metallplatten für den notwendigen Überlebensraum im Fall eines Überschlags. Anders als beim Vorgänger stört das geöffnete Verdeck nicht die flache Seitenlinie. Und während das Heck bei vielen Cabrios hoch baut und nicht gerade als Schokoladenseite durchgeht, ist den Audi-Designern das A3-Hinterteil sehr gut gelungen, woran auch die spitz zulaufenden Leuchten einen nicht unmaßgeblichen Anteil haben.

 

Audi A3 Cabrio: Angenehm niedriges Geräuschniveau

Im Innern gefällt das Cabrio ebenfalls. Das aus den anderen A3-Modellen bekannte Armaturenbrett zählt nicht nur in dieser Fahrzeugklasse zu den ansehnlichsten und hochwertigsten, es glänzt auch mit bester Bedienbarkeit. Im A3 Cabrio kommt die derzeit aktuellste MMI-Generation des Audi-Konzerns zum Einsatz – inklusive stark reduzierter Tastenzahl und praktischer Touch-Oberfläche zur alternativen Eingabe von Zeichen. Platzmäßig können sich die Passagiere der ersten Reihe nicht beschweren, doch im Fond hätten wir in Anbetracht des Längenwachstums mehr Beinfreiheit erwartet. Denn selbst wenn vorn kein Riese Platz genommen hat, stoßen die Knie trotz der pfiffigen Ausformung an den Vordersitz.

Die Kopffreiheit geht allerding selbst für 1,80-Meter-Leute in Ordnung. Wer mit dem Audi A3 Cabriolet in den Urlaub fährt, muss sich beim Gepäck nicht mehr so stark einschränken wie beim Vorgänger. Das Ladevolumen beträgt bei geschlossenem Dach 320 Liter – im geöffnetem Zustand sind es 40 Liter weniger. Und auch die Rücksitzlehnen lassen sich umklappen. Für zwei Personen dürfte dies in den meisten Fällen reichen.

Der Testwagen war mit dem 250 Euro teuren Akustikverdeck ausgestattet, das durch eine zusätzliche Dämmschicht das Geräuschniveau im Fahrzeuginnern gegenüber dem Standardverdeck weiter absenken soll. Und das mit Erfolg. Selbst bei flottem Autobahntempo bleibt der Lärmpegel niedrig – man vergisst sogar bisweilen, in einem Cabrio zu sitzen. Der Geräuschkomfort wird also großgeschrieben beim offenen A3, und auch für die Fahrt oben ohne haben sich die Ingolstädter sichtlich Mühe gegeben, den Insassen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Wer die Scheiben hochfährt, das optionale Windschott aufstellt, die Temperatur hochdreht, die Sitzheizung einschaltet und sich den Nacken von der neuen Kopfraumhei-zung wärmen lässt, kann selbst im Winter der Sonne huldigen.

Spaß macht das A3 Cabriolet jedenfalls immer, ob mit oder ohne Stoffdach. Unter der Haube des offenen Ingolstädters steckt mit dem 180 PS starken 1.8 TFSI der derzeit stärkste Benziner, ehe das S3 Cabrio der Baureihe im Mai die Krone aufsetzt. Der Vierzylinder geht mit dem A3 eine überzeugende Liaison ein. Bereits extrem früh, nämlich schon ab 1250 Touren, entwickelt der Vierventiler sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern und hält dieses über einen weiten Drehzahlbereich bis 5000 Kurbelwellenumdrehungen konstant parat. Daraus ergibt sich zwar keine spektakuläre, dafür aber eine sehr gleichmäßige Leistungsentfaltung. Garniert wird das Ganze noch mit einer ausgesprochen guten Laufruhe, einem spontanen Ansprechverhalten und einer überdurchschnittlich guten Drehfreude.

Doch nicht nur subjektiv gefällt der Antrieb, auch die Messwerte überzeugen im Test: Aus dem Stand beschleunigt der A3 1.8 TFSI in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 und rennt bei Bedarf mit bis zu 242 km/h über die Autobahn. Zwischenspurts im hohen Gang erledigt der Audi, wie die Elastizitätswerte belegen, zackig, auch wenn der Griff zum präzise geführten Schalthebel des Sechsgang-Getriebes sehr wohl Freude macht.

Audi A3 Cabrio: Sparsam, aber teuer

Bei den Trinksitten gibt sich der Ingolstädter im Test ebenfalls keine Blöße: 7,9 Liter flossen auf der AUTO ZEITUNG-Normrunde im Schnitt durch die Injektoren, die den Kraftstoff beim Start und bei hoher Motorlast direkt in den Zylinder, im Teillastbereich am Ende des Saugrohrs einspritzen. Das knackig-komfortable Fahrwerk passt gut zum spritzig-gelassenen Motor. Es verdaut Unebenheiten bemerkenswert gelassen und hält die Aufbaubewegungen sehr gering. Einzig der Lenkung würde man etwas mehr Transparenz wünschen, woran auch die verschiedenen Einstellungen des drive select-Schalters wenig ändern. Happige 33.900 Euro ruft Audi für das A3 Cabrio 1.8 TFSI auf und hält damit zumindest zum mehr als 5000 Euro teureren A5 Cabrio den nötigen Respektabstand.

TECHNIK
 

AUDI A3 Cabriolet 1.8 TFSI
Motor 4-Zyl., 4-Vent., Turbo, kombinierte Saugrohr-/Direkteinspritzung
Hubraum 1798 cm3
Leistung 132 kW / 180 PS bei 5100 – 6200 /min
Drehmoment 250 Nm bei 1250 – 5000 /min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad
Fahrwerk v.: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.; h.: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabi.; ESC (ESP) 
Bremsen v.: innenbelüftete Scheiben; h.: Scheiben; ABS, Bremsassistent
Bereifung 225/45 R 17 Y (opt.), Dunlop Sport Maxx RT AO1
Felgen 7,5 x 17 (opt.)
L/B/H 4421/1793/1409 mm
Radstand 2595 mm
Leergewicht / Zuladung 1519/386 kg
Anhängelast gebr./
ungeb.
1800/740 kg
Kofferraumvolumen2 320/280 l
Abgasnorm Euro 6
Typklassen HP 16/VK 20/TK 20
MESSWERTE
 
0 - 100 km/h 7,7 s
Elastizität 60 – 100 km/h in 8,4 s (5. Gang); 80 – 120 km/h in 11,3 s (6. Gang)
Höchstgeschwindigkeit1 242 km/h
Bremsweg 100-0 km/h 100 – 0 km/h kalt/warm 36,0/33,7 m
Verbrauch 7,9 l S/100 km
EU-Verbrauch1 6,0 l S/100 km
CO2-Ausstoß1 140 g/km
KOSTEN  
Grundpreis 33.900 Euro
1Werksangaben; 2 bei geschlossenem/geöffnetem Dach

Unser Fazit

Das neue Audi A3 Cabriolet ist eine elegante Erscheinung und eine echte Bereicherung in der Kompaktklasse. Verarbeitung, Antrieb und Komfort überzeugen auf der ganzen Linie. Dafür verlangt Audi aber auch eine Stange Geld

Alexander Lidl

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