Luxuscoupés: Auf die Zwölf
Aston Martin DBS / Mercedes CL 65 AMG
Aston Martin DBS | Mercedes CL 65 AMG
Aus AUTO ZEITUNG 4 / 2008
Kann man das Thema Edelcoupé mit Zwölfzylinder- Antrieb unterschiedlicher interpretieren als Aston Martin und Mercedes mit DBS und CL 65 AMG? Vermutlich nicht. Ein Vergleichstest der nicht ganz alltäglichen Art mit insgesamt über 1100 PS und knapp zwölf Liter Hubraum
Die wirklich schönen und guten Dinge sind, das weiß jeder, diejenigen, die man nicht wirklich braucht, ohne die das Leben aber langweiliger und grauer wäre. Kein Mensch benötigt etwa eine Armbanduhr aus einer edlen Manufaktur, die das Hundertfache einer viel genaueren und robusteren Quarzuhr kostet. Aber jeder Blick auf das Ziffernblatt und den geschmeidig gleitenden Sekundenzeiger erfreut selbst dann noch das Herz des Feinsinnigen, wenn der Preis längst vergessen ist. Ähnlich dürfte es bei Autos wie dem Aston Martin DBS und dem Mercedes CL 65 AMG sein.
Selbst wenn man allerhöchste Ansprüche an sein Coupé hat, geht es nämlich deutlich billiger: Aston Martin hält den V8 Vantage ab 111.200 Euro bereit – mithin für weniger als die Hälfte des DBS-Einstandspreises von 240000 Euro. Ähnlich ist die Lage bei Mercedes: Den CL 500 gibt es ab 112.276 Euro, der CL 65 kostet mit 221.459 Euro rund 110.000 mehr. Da dürften auch solche Kunden zweimal schlucken, die beim Autokauf nicht erst den Kreditberater der Sparkasse konsultieren müssen. Womöglich trifft dieser Kundenkreis seine Kaufentscheidung nicht in erster Linie nach den Punktewertungen. Interessant ist es dennoch, wie sich die beiden Coupés im Vergleichstest der AUTO ZEITUNG schlagen – auf einem Terrain also, in dem nicht Flair, Design und Exklusivität, sondern nur Zahlen, Fakten und Messwerte zählen.
Karosserie
Dass der CL 65 in der Karosseriewertung mehr Punkte sammelt als der vergleichsweise kleine und spartanische DBS, ist nicht sonderlich überraschend, zumal der Aston auf Rücksitze völlig verzichtet. Die schmalen Nischen sind extra so gebaut, dass sie nur als Ablage für jenes Gepäck dienen können, das nicht in den nur 186 Liter fassenden Schacht unter den Heckdeckel passt.
Im Mercedes dagegen finden selbst ausgewachsene Mitteleuropäer bequem Platz im Fond, auch wenn der Einstieg etwas mühsam ist. Die Bewegungsfreiheit auf den beiden vorderen Plätzen ist im CL ohnehin eine ganze Klasse besser. Im DBS kauert die Besatzung in engen Nischen, auch wenn das Platzangebot wegen der dünnen Schalensitze etwas großzügiger ist als in anderen Aston-Modellen.
Viele Punkte erntet das Stuttgarter Coupé außerdem mit seiner mustergültigen Sicherheitsausstattung, der es wirklich an kaum etwas Wichtigem fehlt. Selbst exotische Features wie etwa den Nachsicht-Assistenten gibt es zumindest gegen Aufpreis.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | Mercedes CL 65 AMG | Aston Martin DBS | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 82 | 68 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 41 | - | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 36 | 31 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 71 | 65 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 40 | 4 | ||||||
| Variabilität | 100 | 3 | - | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 17 | 7 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 122 | 69 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 195 | 192 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 607 | 436 | ||||||
























































