Dodge Caliber 1.8 im ersten Fahrbericht Anderes Kaliber

20.06.2011

Mit dem neuen Caliber nimmt Dodge die europäische Kompaktklasse-Klientel ins Visier und bietet jenen eine Alternative, die gegen den Golf-Strom schwimmen

Eckdaten
PS-kW150 PS (110 kW)
AntriebFrontantrieb, 5 Gang manuell
0-100 km/h11.8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Preisk.A.

Wer Kompaktwagen sagt, meint ein Schräg- oder Steilheckauto mit großer Klappe und inzwischen deutlich über vier Meter Außenlänge. Seit Jahrzehnten motorisieren Golf und Co auf diese Art Millionen. Weil in den USA, bedingt durch hohe Kraftstoffpreise, die Außenabmessungen und die Antriebstechnik immer stärker in den Mittelpunkt rücken, will Dodge bei Neuheiten nicht hinten anstehen und präsentiert mit dem Caliber das amerikanische Verständnis von einem Kompaktwagen. In den Staaten soll der Caliber in der Chrysler-Group das Modell Neon ablösen. Eine Art SUV-Coupé. In Deutschland sehen die Amerikaner noch Platz im dichtgedrängten Kompaktsegment und schicken den Caliber ab Sommer auch nach Good old Germany. Im Fadenkreuz seines Kühlergrills - symbolisiert durch zwei sich kreuzende Chromleisten, an deren Schnittstelle das Markenlogo prangt - sehen die US-Boys jene, die in der Kompaktklasse mehr Individualität zeigen möchten und dabei auf Markenattribute wie "männlich, kraftvoll, ehrlich und Lebenslust" setzen, wie es der Pressetext zum Caliber salopp formuliert. Die gewünschten Merkmale verteilt der wuchtig wirkende Dodge auf 4,41 Meter Außenlänge bei einem Radstand von 2,63 Meter. Damit rangiert er etwas über dem Golf (4,20 Meter Länge, 2,58 Meter Radstand). Seine Karosserie-Architektur erinnert eher an ein Kompakt-SUV. So entsprechen die Caliber-Maße in etwa denen des Ford Maverick, des Nissan X-Trail oder des Hyundai Tucson. Jedoch ist der Dodge mit 1,53 Metern Höhe deutlich niedriger. Mit seiner hohen Gürtellinie und der nach hinten abfallenden Dachlinie erscheint er eher wie ein SUV-Coupé. Dennoch sieht Dodge die Caliber-Klientel bei denen, die bislang europäische Kompaktwagen vom Schlage eines Peugeot 307, Mazda 3, Alfa 147 oder Citroën C4 in ihre Kaufüberlegungen einbezogen. Unter der Haube des Fronttrieblers (Allradantrieb wird in den USA erhältlich sein, ist für Deutschland aber vorerst nicht geplant) kommen vier Motoren zum Einsatz. Die drei Vierzylinder entstammen der Weltmotoren-Familie, einem Joint Venture von DaimlerChrysler, Mitsubishi und Hyundai, und verfügen über 1,8, 2,0 und 2,4 Liter Hubraum. Allen gemeinsam sind variable Steuerzeiten für Ein- und Auslassventil sowie Klappen in den Einlasskanälen, die einer effektiveren Gemischbildung dienen. Die Leistung reicht von 150 PS beim 1,8- über 156 PS beim 2,0- bis hin zu 174 PS beim 2,4-Liter-Aggregat. Für die Kraftübertragung stehen Fünfgang-Getriebe (1,8 und 2,4 Liter) oder eine stufenlose CVT-Automatik zur Verfügung. Für den deutschen Markt dürfte vor allem der Dieselmotor interessant sein. Dabei greift Dodge auf den bewährten 2.0 TDI von Volkswagen zurück, der 140 PS leistet und mit einem Sechsgang-Getriebe kombiniert wird. Im Innenraum des Caliber findet sich ein wuchtiger Armaturenträger, der weit in die Fahrgastzelle hineinreicht und das Raumgefühl einschränkt. Davon abgesehen sind vier Personen gut auf bequemen Sitzen untergebracht. Allerdings müssen bei der Schulterfreiheit leichte Abstriche gemacht werden. Die asymmetrisch geteilt klappbare Rückenlehne lässt sich um 12 Grad in der Neigung verstellen. Dahinter wartet ein Laderaum von 525 Litern. Bei umgeklappten Sitzen sind es 1360 Liter. Die Qualitätsanmutung geht in Ordnung, denn auch auf holprigen Wegen bleiben Knister- und Klappergeräusche aus. Preise noch offen auch wenn die Ausstattungslinien und -umfänge für Deutschland noch nicht feststehen, so zeichnet sich nach derzeitigem Kenntnisstand ab, dass ein ESP bei den Benzinern optional und beim Diesel serienmäßig ist. Der von uns gefahrene 1,8-Liter-Benziner ist zwar relativ laufruhig, produziert aber zwischen 3500 und 4500/min leichte Dröhnfrequenzen. Bis zur Markteinführung ist hier ebenso noch Feinabstimmung nötig wie bei der Leistungsentfaltung, die beim Testwagen noch etwas müde wirkte. Dafür gefällt das Getriebe mit präziser Schalthebelführung. Die ersten Kilometer auf amerikanischen Landstraßen offenbaren eine ausreichend direkte Lenkung und einen Fahrkomfort, der sich durch schluckfreudige und sensibel ansprechende Federelemente auszeichnet. So darf man gespannt sein, ob und wie der Widder im Markenlogo die angestammte Kompaktklasse auf die Hörner zu nehmen vermag. Dies hängt nicht zuletzt vom Preis ab. Aber darüber hüllen sich die Amerikaner noch in diskretes Schweigen. Elmar Siepen

Technische Daten
Motor 
ZylinderR4
Hubraum1798
Leistung
kW/PS
1/Min

110/150
6500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
168
5200 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe5 Gang manuell
AntriebFrontantrieb
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 215/60 R 17
h: 215/60 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1378
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)11.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)180
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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