Test Alpina B3 Biturbo: Dezenter Turbosound und fein austariertes Fahrwerk Aktives Mitglied

07.09.2013

Einzeltest: Umfangreiche Modifikationen verhelfen dem BMW Alpina B3 Biturbo Touring zu 410 PS Leistung und einer Spitze von 302 km/h. Willkommen im Club 300!

Gegenüber dem BMW 335i, der die technische Basis des Alpina bildet, setzen zwei statt eines Turboladers den Reihensechszylinder unter Druck. Das Biturbo-Konzept verspricht sowohl mehr Leistung als auch ein verbessertes Ansprechverhalten, da der (kleinere) Primärlader mit geringerer Massenträgheit aufwartet. Ein neues Alu-Kurbelgehäuse, motornahe Katalysatoren, spezielle Zündkerzen sowie eine geschmiedete Stahlkurbelwelle und ein elektronisch gesteuertes Schubumluftsystem flankieren die Motormodifikationen, die durch ein optimiertes Kühl- und Ansaugsystem vervollständigt werden. Lohn der Mühe ist neben den strammen 410 PS (335i: 306 PS) in erster Linie das auf maximal 600 Nm angewachsene Drehmoment (400 Nm bei 1200 bis 5000).

 

Dezenter Turbosound und fein austariertes Fahrwerk

Mit Leichtigkeit beschleunigt der Alpina B3 Biturbo aus dem Stand in 4,3 Sekunden auf 100 km/h und knackt nur elf Sekunden später bereits die 200-km/h-Marke. Am beeindruckendsten ist jedoch die Entschlossenheit, mit der der Kombi auch danach noch anzieht und seine Verfolger auf der linken Spur stehen lässt. Meistens muss er dazu nicht einmal hektisch durch das Drehzahlband jagen, sondern nutzt den souveränen Schub seines üppigen Drehmoments. Schon ab 1750 Touren liegen 500 Newtonmeter an – ein Wert, der bis 5750 nicht mehr unterschritten wird, und zwischen 3000 und 4000 sind es sogar 600 Nm.

Die ansonsten in Kombination mit Achtzylinder-Triebwerken eingesetzte ZF-Automatik (8HP70) nutzt das mächtige Drehmoment optimal und ermöglicht ein niedriges Drehzahlniveau einerseits (2500 Umdrehungen bei 170 km/h) und wieselflinke Schaltzeiten andererseits. Die Höchstgeschwindigkeit erreicht der B3 in Fahrstufe sieben. Im manuellen Modus und im Sport-Programm unterdrückt das Getriebe zudem das automatische Hochschalten. Dieser Antrieb lässt wahrlich keine Wünsche mehr offen. Lediglich den versprochenen Durchschnittsverbrauch von 7,7 Litern verfehlte der B3 im Test um über drei Liter. Doch knappe elf Liter je 100 Kilometer sind angesichts der fulminanten Fahrleistungen immer noch absolut akzeptabel.

Flankiert wird das Fahrerlebnis vom dezent basslastigen Sound der Akrapovič-Auspuffanlage, die noch einmal 7,5 Kilogramm leichter ausfällt als die des B3 S auf Basis des alten BMW 3er (E90/92) – angereichert um das hörbare Anlaufen der beiden Turbinen und das Abblasen des Überdrucks im Schubbetrieb. Das sanft gestraffte Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern begeistert mit neutralem Handling und einem trotz 20 Zoll großer Räder überraschend feinfühligen Abrollverhalten. Einziger Wermutstropfen: Die Vorderräder poltern vernehmlich. Die 18 Zoll großen, innenbelüfteten Bremsscheiben mit speziellen Sportbelägen erweisen sich als sehr standfest und perfekt dosierbar, dürften aber im kalten Zustand ruhig noch vehementer zupacken. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Unser Fazit

Der B3 Biturbo ist ein typischer Alpina mit dezenter Optik, ausgesprochen harmonischem Antrieb und fulminanten Fahrleistungen.

Martin Urbanke

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