Test: Alpina B3 Biturbo Coupé Allgäuer Auslese

16.05.2011

Am Rande der Alpen betreibt Alpina den feinen Weinhandel ebenso perfekt wie die Kreation exklusiver BMW-Derivate. Jüngst von uns verkostet: der neue Alpina B3 Biturbo

Eckdaten
PS-kW360 PS (265 kW)
AntriebHinterrad, 6 Gang Automatik
0-100 km/h4.8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit285 km/h
Preis59.900,00€

Seit über 30 Jahren versteht man sich in Buchloe im östlichen Allgäu auf den Bau erlesener Fahrzeuge auf BMW-Basis. Die stetig wachsende Marke Alpina ist inzwischen zu einer festen Größe geworden und hat sich mit einem der exklusivsten Weinhandel Deutschlands ein zweites solides Standbein geschaffen. Was den Fahrzeugbau angeht, erfreut sich das Haus Alpina einer traditionellen, produktiven Partnerschaft mit BMW, die darin gipfelt, dass die meisten Alpina-Modelle sogar bei BMW gefertigt werden. Dennoch wird es immer schwieriger, im dicht gestaffelten BMW-Programm eine Nische auszumachen. Das gilt besonders für die 3er-Baureihe, deren Motorenpalette bereits ab Werk kaum Wünsche offen lässt.

Dennoch haben die Allgäuer zwischen 335i (306 PS) und M3 (420 PS) eine Lücke entdeckt, die vom neuen BMW Alpina B3 Biturbo geschlossen werden soll. Wie die Bezeichnung bereits verrät, basiert der Motor von Alpinas jüngstem Spross auf jenem zweifach turbogeladenen Dreiliter-Reihensechszylinder im 335i – eine mehr als potente Basis. Im B3 bringt es der Doppelturbo auf satte 360 PS. Die resultieren aber nicht allein aus der modifizierten elektronischen Motorsteuerung – das wäre zu simpel und eines exklusiven Alpina-Antriebs auch nicht würdig. Vielmehr geht man hier an die Hardware, und zwar gründlich. So hat der B3 Biturbo zum Beispiel komplett neue, hochfeste Kolben, damit ihm die Kraftkur auch dauerhaft bekommt. Schließlich gilt es hier, ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern zu verwalten. Das sind immerhin 100 Newtonmeter mehr als im 335i.

Auch der obligatorischen Sechsstufen-Automatik haben sich die Alpina-Techniker angenommen. Das feine Räderwerk kommt zwar nach wie vor vom führenden Getriebe-Guru ZF und verfügt über die gleichen Übersetzungen wie im 335i Coupé, jedoch wurde die elektronische Steuerung optimiert. Schnell und bissig regiert der Schaltautomat nun auf Gasbefehle, ohne dass dabei nervige Schaltrucke Wagen und Insassen aus der Ruhe bringen.

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Damit trägt auch das Getriebe zu der einzigartigen Kombination aus Ruhe und Kraft bei, die nicht nur diesen Alpina auszeichnet. Besonders in der getesteten Coupé-Version paart sich der starke Charakter mit einem stimmigen, sehr harmonischen Design, das sich aber durch Alpina-typische Merkmale wie Frontschürze, Vierfach-Endrohre und Räder im speziellen Design abhebt. Nur die seitlichen Zierstreifen sind vielleicht nicht jedermanns Sache, weshalb man sie auch nicht mitbestellen muss. Sehr stilvoll und integer geht es im Innenraum zu, er ist serien-mäßig mit Leder und Holzapplikationen eingerichtet.

Schnell hat man die ab Werk installierten Sportsitze passgerecht justiert, um dem Fahrgenuss zu frönen. Dumpfes Grummeln der präsenten, aber zurückhaltenden Art macht sich beim Start des Sechszylinders breit, das bei entsprechendem Gas- und Drehzahleinsatz einem angriffslustigen Fauchen weicht – einen schönen Gruß an die Sounddesigner, die ihren Job perfekt erledigt haben. Sanft setzt der Schub ab Leerlaufdrehzahl ein. Ohne ruppige Übergänge entwickelt er sich sehr schnell zu einer gewaltigen Wucht, die das 3er-Coupé bereits nach messtechnisch dokumentierten 4,8 Sekunden über die 100 km/h-Marke schießen lässt. Dafür sind keine Profifahrer-Kniffe nötig. Gasgeben reicht. So unspektakulär kann das gehen, fast schon ein wenig langweilig, wenn der B3 dabei nicht so wahnsinnig schnell wäre. Besonders die Dynamik und die Drehfreude beeindrucken noch weit oberhalb von 200 km/h – dort, wo andere bereits die Segel streichen. Schub ist immer gewährleistet, bis zu 285 km/h, wenns recht ist. Trotz des potenten Antriebs strebt der B3 keine Rennsport-Karriere an. Die präzise Lenkung und das straffe Alpina-Fahrwerk vermitteln zwar stets direkten Kontakt zum Geschehen, aber der stabile Geradeauslauf und der geschmeidige Federungskomfort verdienen das Prädikat voll alltagstauglich. Dem Sportprofi wird vielleicht das leichte Wanken der Karosserie in schnellen Wechselkurven, die etwas schwach gedämpfte Zugstufe und die damit verbundene leichte Unruhe bei scharfer Gangart missfallen. Der B3 Biturbo ist aber nun mal kein Supersportwagen, sondern ein angenehmer Allrounder, mit dem es sich auch genussvoll reisen lässt.

Der Preis für das Multitalent ist mit 59900 Euro inklusive reichhaltiger Ausstattung angemessen. Aufwerten lässt sich das Coupé mit feinsten Alpina-Interieurs. Das gilt auch für die B3 Limousine (ab 57900 Euro) und das Cabrio (ab 66900 Euro). Einen B3 Touring wird es ab Herbst 2008 geben. Das stilvolle Coupé hat uns jedoch besonders gemundet – würzig-sanftes Aroma ohne bitteren Nachgeschmack.

Fazit

Der neue BMW Alpina B3 ist kein alltägliches Auto, aber eines für alle Tage. Und es widerlegt auch jene Skeptiker, die glauben, in ein kraftvolles, nobles Coupé gehöre ein großvolumiger V8-Motor. Der exklusive Doppelturbo-Reihensechszylinder stellt in puncto Laufkultur, Leistungsentfaltung und Drehfreude so manchen Achtzylinder-Konkurrenten mühelos in den Schatten. Nur der Verbrauch (12,8 l/100 km) könnte etwas niedriger sein. Dennoch ist das B3 Coupé eine attraktive Alternative zu Audi S5, Mercedes CLK 500 & Co.

Technische Daten
Motor 
ZylinderR-6 / 4-Ventiler
Hubraum2979
Leistung
kW/PS
1/Min

265/360
360 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
500
3800 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: innenbel. Scheiben
Bereifungv: 245/35 R 19
h: 265/35 R 19
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1560
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)285
Verbrauch 
Testverbrauch12.8l/100km (Super Plus)
EU-Verbrauch9.7l/100km (Super Plus)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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