Alpha Armouring Titan (Basis Mercedes G-Klasse) Die extremste G-Klasse der Welt

von Thomas Geiger 18.07.2017
Inhalt
  1. Alpha Armouring tunt G-Klasse zum "Titan"
  2. Der "Titan"-V8 kommt von Brabus
  3. Gemacht für Gelände und Boulevard

Bei Spezialausrüster Alpha Armouring trifft Pullman jetzt auf Panzerwagen. Als "Titan" wird die Mercedes G-Klasse mit 500 PS zum Traumwagen für Aufschneider und Angsthasen, die es gerne etwas sicherer wünschen.

Mit einer normalen Mercedes G-Klasse kann man in München keinen Staat mehr machen. Denn auf den Flaniermeilen der bayerischen Hauptstadt ist der Geländewagen so präsent wie anderenorts der VW Golf. Wenn aber Klaus Ackermann mit seinem Vierkant aus Graz auftaucht, sind ihm alle Blicke sicher. Der Chef von Alpha Armouring aus dem Vorort Garching sitzt allerdings auch nicht in einer gewöhnlichen G-Klasse, sondern im "Titan", der zum neuem Flaggschiff in seiner Flotte von bis zu 50 Sonderschutzfahrzeugen pro Jahr werden soll. Den Namen der getunten Mercedes G-Klasse kann man dabei durchaus wörtlich nehmen. Denn als Basis für den Umbau dient dem 50-Mann-Betrieb aus dem Münchner Nordosten der G 4x4², der mit seiner um 30 Zentimeter verbreiterten Spur und den hochbeinigen Portalachsen ohnehin schon eine imposante Erscheinung ist. Doch weil genug nicht genug ist, wird der Bulle von Benz bei Alpha Armouring für bescheidene 900.000 Euro ("Plus Steuer, versteht sich") nicht nur schusssicher ausgestattet, sondern auch noch einmal um rund 60 Zentimeter in die Länge gezogen.

Mercedes G-Klasse als Bunker:

 
 

Alpha Armouring tunt G-Klasse zum "Titan"

Damit erst gar niemand auf dumme Gedanken kommt, verschafft sich der jetzt mehr als fünf Meter lange "Titan" mit einem betont finsteren Auftritt zusätzlichen Respekt: Hinter dem Innenspiegel und im Kühlergrill blitzen auf Knopfdruck Blaulichter auf, die Front schützt ein massiver Rammbügel und mit hunderten von Dekornieten im gewehrkolbengrauen Mattlack sieht der "Titan" ein bisschen so aus wie Rambos Dienstwagen. Während die getunte G-Klasse von Alpha Armouring damit außen so einschüchternd wirkt wie ein Panzerwagen, ist sie innen so einladend wie ein Pullmann. Nicht umsonst hat Ackermann den Wagen mit mehr Lack und Leder dekoriert als die Suiten in einem Luxushotel – Massagesitze, Kühlfächer und Deckenbildschirme inklusive. Und weil Selbstdarsteller schließlich ein bisschen Publikum brauchen, nutzt Alpha Armouring die größere Kabine für eine dritte Sitzreihe im Fond. Selbst wer hier nur seinen Job macht und vorne links am Lenkrad sitzt, hat einen luxuriösen Arbeitsplatz. Und vor allem die Befehlsgewalt über einen mächtigen Motor. Denn wenn der 4,0 Liter große V8 aus dem G500 erst einmal von Brabus zurück ist, hat er statt 421 knappe 500 PS und tut sich auch mit diesem schweren Brocken leicht. Und bei mehr als 600 Newtonmeter fallen auch knapp vier Tonnen nicht mehr ins Gewicht. 

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Unterwegs in der Panzer-Minna

 

Der "Titan"-V8 kommt von Brabus

Und auch wenn dem "Titan" beim Sprint ein paar Zehntel fehlen sollten und er nicht ganz die 230 km/h schafft, ist man wie vom Donner gerührt, wenn der Koloss seine Muskeln spielen lässt und unaufhaltsam wie eine Lawine davon walzt. Und vor allem ist man überrascht, wenn man auf die Bremse tritt und einem die Verzögerung buchstäblich den Atem raubt, weil Ackermann der Bremse für das Gewicht den nötigen Biss mitgegeben hat. Etwas mehr Umsicht oder eine gewisse Rücksichtslosigkeit braucht es hingegen, wenn man den Koloss durch die Innenstadt bugsiert. Doch sobald die Kurven weiter und die Straßen breiter werden, taugt der Riese sogar als Reiselimousine: Dem langen Radstand und der breiten Spur sei Dank fährt der "Titan" ruhig und ungerührt und lässt sich anders als die normale Mercedes G-Klasse weder von Bodenwellen noch von Spurrillen aus der Spur bringen. Und abseits des Asphalts gibt es ohnehin kaum etwas, was dieses Auto stoppen kann.

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Erster Blick in die G-Klasse

 

Gemacht für Gelände und Boulevard

Den Motor der Mercedes G-Klasse ließ Ackermann für den harten Offroad-Einsatz speziell abdichten und installierte außerdem zwei riesige Schnorchel auf dem Dach, falls es mal etwas feuchter zugehen sollte. Trotzdem wird man dieses majestätische Auto wohl nur selten im Matsch sehen, räumt der Spezialumrüster ein und erwartet den "Titan" eher auf dem Boulevard als auf der Buckelpiste. Sehr zur Freude der lokalen Schickeria wird der Riese aber nicht mehr lange durch Schwabing & Co rollen. Denn nach mehr als einem halben Jahr Entwicklungszeit ist Ackermann mit dem Auto auf der Zielgeraden und bereitet so langsam die Übergabe vor. Wo genau der Wagen hingeht, mag der Firmenchef nicht verraten. Doch während die Münchner Eitelkeiten bald aufatmen und sich mit ihren Ferraris, Porsches oder Lamborghinis wieder der ungeteilten Aufmerksamkeit sicher sein dürfen, ist in irgendeiner ehemaligen Sowjetrepublik die Show für die lokale PS-Prominenz bald vorbei.

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