Allrad-Systeme im Vergleich BMW X3 xDrive 25i und VW Tiguan 2.0 TSI

08.10.2010

Allrad-Systeme im Vergleich: Der BMW X3 xDrive 25i tritt gegen den VW Tiguan 2.0 TSI an. Welcher Soft-Offroader schneidet am Ende besser ab? Wir haben den Test gemacht

Soft-Offroader haben es schwer. Einerseits sollen sie abseits befestigter Wege möglichst wacker vorankommen, andererseits sollen sie sich auf der Straße aber nicht schwerfälliger oder gar weniger fahrsicher verhalten als konventionelle Kombis. Ein Spagat, der die Konstrukteure moderner SUV zu innovativen Lösungen anspornt.

So tüftelten etwa die BMW-Ingenieure mit ihrem xDrive-Allradantrieb ein System aus, dass schlupfunabhängig funktioniert und schneller arbeitet als die Wahrnehmung des Fahrers. Sobald die Sensorik erkennt, dass ein Rad durchzudrehen droht, wird elektro-mechanisch eine Lamellenkupplung so weit wie erforderlich geschlossen, die Vorderräder werden entsprechend stark am Vortrieb beteiligt. Dabei ist die Kraftaufteilung voll variabel. Zusätzlich simuliert ein radweiser Bremseingriff die Funktion von Achssperren.

Doch das System kommt nur selten zum Zug. Sogar bei unserer Vollgasfahrt über die verschneite Steigungsstrecke waren stark durchdrehende Räder nur für Sekundenbruchteile spürbar. Vielmehr prägt eine enorme Ruhe und Stabilität die Hatz über den Pass. Zusammen mit dem nicht vollständig abschaltbaren ESP (DSC) ergibt sich daraus ein absolut sicheres und spurstabiles Fahrverhalten. Einfacher als der X3 ließ sich kein Testwagen den Pass emporjagen.

Dass der VW Tiguan trotz nominell 18 PS Minderleistung einen Wimpernschlag eher den Zielpunkt passierte, liegt einerseits daran, dass der VW rund drei Zentner weniger wiegt und laut Werksangaben sogar ein Quentchen schneller beschleunigt. Das gilt auf Schnee erst recht, wie unsere Traktionsmessung beweist. Der Tiguan lässt mit seinem Haldex-System mehr Schlupf an den einzelnen Rädern zu, was ihm insgesamt die höhere Zugkraft ermöglicht.

Andererseits bedingt diese Auslegung aber auch ein zappeligeres Fahrverhalten nahe der Haftgrenze. Das ebenfalls nicht abschaltbare ESP greift erheblich öfter und härter ein als beim X3. Zudem legt der Wolfsburger recht unvermittelte Übersteuerreaktionen an den Tag, die von der Elektronik oft derart barsch eingebremst werden, dass sich ein zweiter Regeleingriff anschließt, der die gerade vorgenommene Korrektur korrigiert.

Trotz dieser Eigenart kann der Fahrer auch den VW problemlos um die Kehren und Kurven zirkeln, jedoch stellt sich dort ein eher nervöses Fahrgefühl ein, wo der X3 in stoischer Ruhe seine Bahn zog. Ein nicht zu verachtender Aspekt, der manchen Interessenten vielleicht stärker beruhigt als das Fahrwerkspotenzial ist der Preisvorteil des VW: Er spart rund 10.000 Euro gegenüber dem BMW.

AUTO ZEITUNG

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