Vergleich Allrad-Systeme in BIldern

11.01.2017


Audi R8 4.2 FSI quattro und Porsche 911 Carrera 4S
 

Mal ganz unter uns: Wer will schon mit einem waschechten Sportwagen vom Kaliber eines Audi R8 oder Porsche 911 im Schnee Attacke machen? Wohl die wenigsten. Glücklich die, die es dennoch ausprobiert haben, denn beide Allrad-Boliden können weit mehr, als man vermutet und bereiten dabei einen höllischen Fahrspaß.

Schon konstruktiv bringen die zwei Modellathleten beste Vor-raussetzungen für überlegene Traktion mit: Der Audi vertraut auf eine klassische Mittelmotorbauweise, die für eine ausgewogene Gewichtsverteilung sorgt, während der Elfer traditionell auf das Heckmotor-Konzept schwört. Dessen Wintertauglichkeit haben Millionen von VW Käfer zur Legende werden lassen. Zusammen mit den clever geregelten Allrad-Systemen erreichen R8 und 911 tatsächlich beachtliche Steigfähigkeiten.

Dass die Bremswege jedoch zu den längsten im Testfeld zählen, liegt hauptsächlich daran, dass die UHP-Winterreifen der beiden für Tempo 270 ausgelegt sind. Das erfordert nun einmal Zugeständnisse in der Schneegriffigkeit, will man auf der Autobahn nicht ins Schwimmen geraten. Dennoch verblüfft vor allen Dingen der Porsche mit einem Maß an Vortrieb, was die Passfahrt mit ihm zum puren Vergnügen macht.

Die aktuellen Carrera-4-Typen besitzen einen Allradantrieb, der von dem des Turbo abgeleitet ist. Dabei übernimmt eine mittels Ringmagnet und mechanischem Verstärker (Kugelrampe) aktivierte Lamellenkupplung die stufenlose Kraftverteilung zwischen Hinter- und Vorderrädern. Und zwar schneller, als der Fahrer dies wahrnehmen kann oder der Motor auf Lastwechsel reagiert. Die Allrad-Steuerung agiert also stets im Vorgriff auf die nächste Fahrsituation und regelt dementsprechend die Kraftverteilung, wobei sogar die Lenkwinkel mit in die Berechnung einfließen.

So wird beispielsweise ein Überkorrigieren eines ausbrechenden Hecks vermieden. Tatsächlich lässt sich der 911 4S so exakt, leichtfüßig und vor allen Dingen schnell bewegen, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Alle Reaktionen kündigen sich früh genug und eindeutig an. Das Verhalten im Grenzbereich ist klar definiert, hektische Manöver oder Überraschungen bleiben dem Fahrer erspart.

Nicht ganz so brillant schlägt sich der Audi R8 im Schnee. Dadurch, dass er seine Massen um die Fahrzeugmitte konzentriert, neigt der Mittelmotor-quattro naturgemäß stärker zu Gierbewegungen um die Hochachse. Oder anders gesagt: Bei sportlicher Fahrweise hat der R8 Mühe, auf einem geraden Kurs zu bleiben. Das Heck der 420 PS starken Flunder schert gar zu gern zur Seite aus.

Doch gerade das hat seinen Reiz, denn dabei ist der R8 nicht nur unvernünftig schnell, sondern er kündigt auch alle Reaktionen klar an. Die Wechsel von der Haft- zur Gleitreibung erfolgen butterweich und lassen sich dank der präzisen Lenkung lässig parieren. Mehr Show als der R8 macht im Schnee kein anderer Sportwagen. Dennoch: Das effektivere Allrad-System besitzt eindeutig der Porsche 911 Carrera 4S.

AUTO ZEITUNG

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