Alfa Romeo Spider 2000: Bezahlbarer Traumwagen In alter Frische

12.12.2013

Der vierte und letzte Vertreter der klassischen Spider-Ära, der Spider 2000, bietet Alfa-Feeling noch zum Spartarif

Als der Spider Serie 4 auf der Detroit Motorshow 1990 die Bühne betrat, sorgte dies für heitere Mienen bei Alfa-Freunden. Denn da waren sie wieder, die klaren Pininfarina-Linien, ohne die klotzige Gummilippe des Vorgängers am Heck, ohne wuchtige, kunststoffarmierte Chromstoßstangen. In Wagenfarbe lackierte Front- und Heckschürzen fügten sich elegant in die Formensprache des Wagenkörpers. In noch heute angesagter Manier verbargen sie die eigentlichen Deformationselemente unter der Kunststoffhaut.

Warum der Serie-4-Spider bis heute in der Gunst der Alfisti nicht so hoch im Kurs steht wie der legendäre Duetto oder der elegante Fastback, liegt wohl an den gesetzlich geforderten Zugeständnissen hinsichtlich Crash-Sicherheit und Umweltverträglichkeit sowie an viel tristem schwarzen Kunststoff innen. Der Zweiliter-Alfa-Vierzylinder darf dank Vollaluminiumbauweise, zwei obenliegenden Nockenwellen und nassen Zylinderlaubuchsen als Archetyp feinsten italienischen Motorenbaus gelten. Hohe spezifische Leistung bei geringem Verbrauch galt über Jahrzehnte hinweg als sein Markenzeichen, neben klassischer Formvollendung und betörendem Klang. Was also hätte dagegen sprechen sollen, dass die Alfa-Romeo-Ingenieure seine bewährte Technik noch einmal kräftig auffrischten?

 

DER ZWEILITER KLINGT IMMER NOCH KERNIG

Besonders der US-Markt stellte hohe Emissions- und Sicherheitsanforderungen, denen man technisch gekonnt und formal ansprechend nachkommen musste. Statt der bewährten Doppelvergaseranlage sorgte im Serie 4 eine Bosch-Einspritzanlage für die Gemischaufbereitung. Die Motronic des deutschen Zulieferers wirkte zwar für das Auge des Ästheten eher nüchtern, bot aber Vorteile gegenüber den hergebrachten Solex-, Dell’Orto- oder Weber-Vergasern – und sie half zusammen mit einem Katalysator, die Abgaswerte dramatisch zu verbessern.

All diese vernünftigen Erwägungen werden spätestens nach dem Drehen des Zündschlüssels verdrängt von freudigen Empfindungen: Der Zweiliter-Vierzylinder klingt fast so kernig wie eh und je. Und er setzt den knapp über eine Tonne schweren Zweisitzer harmonisch und nachdrücklich in Bewegung, wenn auch nicht ganz so temperamentvoll wie gehabt.

Von seinen Vorfahren hat der Spider den bulligen Antritt aus niedrigen Drehzahlen geerbt, gemeinsam mit einer gewissen Zähigkeit im Bereich über 5000 Touren – Folgen der langhubigen Auslegung. Die Gänge rasten exakt im sauber abgestimmten Fünfgang-Getriebe, wollen aber mit Ruhe und Bedacht eingelegt werden. Typisch Spider. In engagiert gefahrenen Kurven rollt  der Aufbau, bei Lastwechseln schwenkt der Spider gern mal das Heck aus.

Dies macht dem Kundigen Laune, weil leicht beherrschbar, einwandfreie Gummilager an den Fahrwerksteilen vorausgesetzt. Steif nach aktuellen Maßstäben ist die Karosserie nicht wirklich, doch dafür trübt kein Überrollbügel die Silhouette. Und das dicht schließende Verdeck lässt sich denkbar einfach öffnen und schließen. Für Komfort an Bord sorgen elektrische Helfer, und, man staune, eine Servolenkung. Großzügiger Stauraum hinter den Sitzen und rund 300 Liter Gepäckraumvolumen machen den Spider Urlaubs-tauglich. Bleibt die Frage, ob der letzte klassische Alfa Spider auch begehrenswert ist. Was Fahrspaß und Alltagstauglichkeit betrifft, muss er keinen Vergleich mit seinen Vorgängern scheuen. 

Alfa Romeo Spider 2000: Daten und Fakten
Antrieb
R4-Zylinder; vorn längs eingebaut; 2-Ventiler; zwei obenliegende Nockenwellen, Kettenantrieb; Gemischbildung: Einspritzanlage Bosch Motronic; Bohrung x Hub: 84 x 88,5 mm; Hubraum: 1962 cm3; Verdichtung: 9,0:1; Leistung: 85 kW/115 PS bei 5500/min; maximales Drehmoment: 165 Nm bei 2750/min; Fünfgang-Getriebe; Mittelschaltung; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Selbsttragende Karosserie mit zwei Türen; Radaufhängung vorn: doppelte Dreiecksquerlenker; hinten: Starrachse an Längslenkern, Reaktionsdreieck; v./h. Schraubenfedern, Stoßdämpfer; Servolenkung; Bremsen: v./h. Scheiben; Reifen: v./h. 185/70 R 14; Räder: v./h. 6,5 x 14
Eckdaten
L/B/H: 4260/1630/ 1290 mm; Radstand: 2250 mm; Spurweite v./h.: 1325/1275 mm; Leer-/Gesamtgewicht: 1070 kg; Tankinhalt: 51 l; Bauzeit: 1989 bis 1993; Stückzahl: 18.456; Preis (1990): 36.000 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 12,1 s; Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h; Verbrauch: 9,2 l/100km
1Werksangaben


MARKTLAGE

Zustand 2: 12.500 Euro
Zustand 3:    8000 Euro
Zustand 4:    2600 Euro
Wertentwicklung: stagnierend
Definition der Zustandsnoten

Weitere bezahlbare Traumwagen:

- Ford Capri RS
- Audi Quattro 20V
- BMW 635 CSi
- Citroën CX Prestige
- Mercedes 300 SL R107
- Porsche 944 S2
- VW Bus T2b Camper

Unser Fazit

Der Alfa Romeo Speider 2000 der Serie 4 ist der modernste Vertreter der klassischen Ära. Auf der Haben-Seite verbucht er unverwässerten Chic des Designs, Alfa-Feeling pur, unverbauten Blick in den Himmel, ein funktionales Verdecksystem, kernige, unproblematische Antriebstechnik und eine komfortable Ausstattung – all dies für wenig Geld

Klaus Rosshuber

Tags:
Severin Elektrische Kühlbox
UVP: EUR 123,99
Preis: EUR 86,10
Sie sparen: 37,89 EUR (31%)
Nulaxy FM Transmitter
 
Preis: EUR 23,79 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.