Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB Multiair– Erster Fahrbericht Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB Multiair

18.07.2011

Die neue Giulietta ist mehr als nur der 147-Nachfolger. Mit dem kompakten Alfa debütiert eine komplett neue Plattform der Mailänder Traditionsmarke

Eckdaten
PS-kW170 PS (125 kW)
AntriebVorderrad, 6-Gang-Schaltgetriebe
0-100 km/h7.8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit218 km/h
Preis22.400,00€

Es ist ja nichts Schlechtes, dass Alfa Romeo immer schon auch wegen ihrer Schönheit und Eleganz gekauft wurden. Ihren legendären Ruf verdankt die in diesem Jahr ihren 100 Jahre Alfa Romeo Special feiernde Traditionsmarke aus Mailand auch den vielen Design-Ikonen, die Meister wie Pininfarina, Bertone, Giugiaro oder de Silva für Alfa zeichneten. Da ist es gut, dass die aktuelle Giulietta, entworfen im hauseigenen Centro Stile, keine Ausnahme macht.

Die Giulietta zitiert berühmte Vorbilder, ohne sich deswegen mit gefälligem Retrodesign anzubiedern. Sie ist wohlproportioniert, elegant, sportlich. Doch zu einem echten Alfa gehört mehr. Alfa war immer schon eine Ingenieursmarke, die prächtige Motoren und erlesene Technik in den Design-Meisterwerken unterbrachte. Anders als ihr Vorgänger 147 basiert die Giulietta nicht auf der Fiat-Kompaktplattform. Unter dem schicken Blech trägt sie einen komplett neuen Unterbau, der auch in anderen Konzern-Autos im Kompakt- und Mitteklasse-Segment zu finden sein wird.

SEHR GUTES RAUMANGEBOT
Groß ist sie geworden, die Giulietta. Mit einem Radstand von 2634 mm und 4,35 m Gesamtlänge ist sie der Kompaktklasse fast schon entwachsen. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass das Platzangebot im Interieur eine gefühlte Klasse großzügiger ausfällt als im Vorgänger 147. Selbst wenn der Fahrersitz weit zurückgeschoben wird, steht im Fond ausreichend Knieraum zur Verfügung. Womit die Giulietta auch die eher vernunftorientierten Kompaktklasse-Kunden anspricht.

Der Kofferraum ist ebenfalls klassenüblich groß: 350 Liter fasst das Frachtabteil, das sich bei Bedarf durch die serienmäßig asymmetrisch teilbare Rückbank auf 1045 Liter erweitern lässt. Apropos serienmäßig: Gar nicht klassenüblich, sondern überaus üppig fällt die Serienausstattung des Mailänder Kompakten aus.

Schon in der Basisausstattung sind Nettigkeiten wie elektrische Fensterheber und Spiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, LED-Tagfahrlicht samt -Rückleuchten, Klimaanlage oder das elektronische Sperrdifferenzial Q2 sowie der Fahrdynamik-Schalter D.N.A. enthalten.

Ebenso umfangreich ist die Sicherheitsausstattung, die unter anderem auch Kopfairbags vorn und hinten sowie Seitenairbags für die Frontinsassen enthält. Außerdem dabei: aktive Kopfstützen, Bremslicht mit Warnfunktion sowie die elektronischen Fahrhilfen wie VCD (ESP) und natürlich ABS mit Bremsassistent und Hill Holder. Von der größeren Plattform versprechen sich die Alfa-Ingenieure auch Top- Bewertungen bei Crashtests.

Doch wie fährt sie nun, die Giulietta mit der neuen Plattform? Zum ersten Fahrversuch im und um das traditionsreiche Alfa-Versuchsgelände in Balocco stand die Ausführung mit dem 170 PS starken Multiair-Benziner zur Verfügung. Der 1.4 TB 16V Multiair ist so etwas wie die goldene Mitte im Motorenprogramm, das daneben den Einstiegsbenziner 1.4 TB 16V mit 120 PS und den 235 PS starken 1.8 TBi 16V umfasst. Zum Common-Rail-Pionier Alfa gehören natürich auch Diesel-Triebwerke, hier der 105 PS starke 1.6 JTDM und der 2.0 JTDM mit 170 PS.

Was zuerst auffällt im neuen Alfa: Die Sitzposition ist tief und angenehm, und sie lässt sich auch mitteleuropäischen Staturen bestens anpassen. Die Instrumente sind hübsch und praxisgerecht angeordnet, man findet sich als Giulietta- Neuling schnell zurecht.

ÜBERZEUGENDER AUFTRITT 
Der Downsizing-1,4-Liter, dank Turboaufladung und der variablen Einlasssteuerung Multiair 170 PS stark, setzt sich in der Giulietta bestens in Szene. Leise, sehr kultiviert und sehr drehfreudig beschleunigt er den Kompakt-Alfa in 7,8 Sekunden auf 100 km/h und macht ihn bei Bedarf 218 km/h schnell. Besonders nachdrücklich legt sich der Vierzylinder ins Zeug, wenn mit dem D.N.A.-Schalter das Dynamik-Programm eingelegt wird.

Doch auch im Normal- und im Allwetter-Programm kommt kein Leistungsmangel auf. Zudem zählt der Multiair zu den besonders sparsamen Vertretern seiner Zunft: Mit einem EU-Drittelmix von 5,8 Liter je 100 km und einem CO2-Ausstoß von 134 g/km ist er sogar sparsamer als der schwächere Benziner im Programm. Wer den Turbo häufig jubeln lässt, muss freilich mit höherem Konsum rechnen.

Denn auch das macht mit der neuen Giulietta Spaß. Das Fahrwerk ist straff, spricht dennoch feinfühlig auf Querfugen und Asphaltflicken an und lässt den Alfa mit wenig Seitenneigung ums Eck fliegen. Die neue elektromechanische Dual Pinion-Lenkung trägt zum dynamischen Fahrerlebnis maßgeblich bei. Sie ist nicht übermäßig leichtgängig, dafür sehr direkt und mitteilsam. Dazu passen die gut dosierbaren Bremsen, denen man allenfalls vorwerfen kann, sie aktivierten die automatische Warnblinkfunktion zu häufig.

Bleibt noch die Frage nach dem Preis. Die preiswerteste Variante kommt mit dem 120-PS-Benziner ab 19 900 Euro, den Mulitair gibt es ab 22 400 Euro. Dazu sollte man in jedem Fall die Turismo-Ausstattung für 1800 Euro wählen. Sie bietet unter anderem Audioanlage, Tempomat, Klimaautomatik und Alu-Räder. So gerüstet ist die Giulietta eine richtig runde Sache – der wohl rundeste Alfa Romeo seit langem.
Heinrich Lingner

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, variable Einlasssteuerung, Turbolader
Hubraum1368
Leistung
kW/PS
1/Min

125/170
5500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
230
2250 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6-Gang-Schaltgetriebe
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/55 R 16
h: 205/55 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1365
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)7.8
Höchstgeschwindigkeit (km/h)218
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch5.8l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)134

Tags:
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