Alfa Romeo 8C Spider - Seltenes Vergnügen Alfa Romeo 8C Spider

18.07.2011

Nur 500 Alfa Romeo 8C Spider sollen gebaut werden. Umso schöner, wenn man mal eines der raren Stücke fahren darf

Eckdaten
PS-kW450 PS (331 kW)
Antrieb6 Gang Automatik
0-100 km/h4.4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit295 km/h
Preis211.285,00€

Wahrscheinlich hätte Alfa Romeo keinen besseren Ort für die kurze Probefahrt mit dem Alfa Romeo 8C Spider wählen können. Kein anderer Ort – außer den inzwischen verlassenen Werkshallen in Arese – atmet so viel Alfa-Mythos wie die Teststrecke im piemontesischen Balocco.

Hier schraubte der legendäre Rennwagen-Konstrukteur Carlo Chiti an ebenso legendären Alfa- Rennern wie TZ2, GTA oder Tipo 33, hier drehten die Prototypen von GT Bertone oder Spider Duetto ihre ersten Runden, hier testeten Vittorio Brambilla und Bruno Giacomelli die Alfa-Formel 1 der späten 70er. Genau der richtige Ort also, um einen Ausritt mit dem 8C Spider zu unternehmen.

Krachende Zwischengasstösse  vom Motor
Der Weg hinter das Lenkrad des wie sein Coupé-Pendant 8C Competizione auf 500 Stück limitierten Spider führt über zwei Runden auf dem Beifahrersitz. Das ist auch gut so, denn die vielen verschiedenen Teststrecken in Balocco sind so durcheinandergeschlängelt wie Spaghetti aglio e olio auf einem Teller. Entwicklungsingenieur und Testfahrer Domenico Bagnasco übernimmt den Part des Fahrers und Fremdenführers. Domenico lässt es zügig angehen, plaudert dabei über die Vorzüge der Knöpfe „Sport“ und „Wet“ in der Mittelkonsole und vergisst nicht, an seiner Lieblingsstelle, einer Unterführung, zweimal am linken Schaltpaddel zu zupfen.

Der Motor quittiert die Schaltmanöver mit krachenden Zwischengasstößen. Domenico sagt „Aaaah“ und winkt genießerisch mit der rechten Hand, als habe er gerade einen besonders wohlschmeckenden Barolo verkostet. Dann darf der Journalist hinters Lenkrad. Domenico erklärt kurz die wichtigsten Knöpfe. Viele davon gibt es nicht im Alfa-Cockpit.

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Dadurch wirkt das Interieur erfreulich altmodisch. Die Abdeckung der beiden großen Rundinstrumente erinnert ein wenig an die legendären Eisbecher des Alfa Fastback-Spider, die hell glänzenden Alu-Flächen an die aktuellen billigeren Alfa der Neuzeit. Die Sporttaste bleibt gedrückt, nur das VDC (ESP) wird wieder aktiviert, zumindest fürs Erste.

Den Alfa gibt’s nur mit dem automatisierten Schaltgetriebe, und man tut gut daran, auf den Automatik- Modus zu verzichten. Unter der vorderen Kohlefaserhaube sitzt der bereits aus diversen Maserati- Modellen bekannte 90-Grad- V8 mit 450 PS, wie er auch im 8C Competizione verbaut wurde. Er sei anders abgestimmt als bei Maserati, erklärt Domenico. Obwohl der Spider mit fast 1700 kg kein Leichtgewicht ist, geht der 4,7-Liter hurtig zur Sache. In 4,4 Sekunden soll der Alfa bei Bedarf 100 km/h schnell sein.

Noch beeindruckender als die Performance des offenen 8C ist die Leichtigkeit, mit der er ums Eck biegt. Balocco bietet jede Sorte von Kurven, schnelle, langsame, gemein zuziehende und weit aufmachende. Der Alfa absolviert sie alle stoisch neutral, perfekt ausbalanciert und mit fast beliebigem Tempo. Man könne mit dem Spider wunderbar driften, ermuntert Domenico. Die Aussicht, den teuren 8C in einer piemontesischen Wiese zu verstümmeln, dämpft etwas den Enthusiasmus. Wir belassen es bei harmlosen Heckschwenks.

Es ist heiß und schwül in Norditalien, und die Reisfelder um Balocco scheinen wahre Insektenbrutstätten zu sein. Das Hemd ist durchgeschwitzt, vielleicht hätte ich am Flughafen ein Wechselhemd kaufen sollen. Dennoch sind die paar Runden im offenen 8C  zu schnell vorbei. Schließlich wird der Spider ein rares Stück bleiben.

Und wenn man nicht mindestens 211285 Euro parat hat, sind die Chancen, demnächst wieder in einem 8C zu sitzen, eher schlecht. Selbst wenn man das Geld übrig hat, heißt das noch lange nicht, dass man einen 8C Spider bekommt. 116 Autos sind für den deutschen Markt vorgesehen, erläutert Filippo Brunelli, bei Alfa für die 8C-Kunden zuständig. 310 Interessenten wurden bislang vorstellig, 83 Bestellungen akzeptiert.

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Die 211 285 Euro sind dabei nicht das Limit. Der durchschnittliche 8C-Kunde lege nochmal fast 20 000 Euro für Sonderausstattungen auf den Tisch, verrät Brunelli. Das Sport-Karbon-Paket fürs Interieur sei eine beliebte Option, die Sitze und Türverkleidungen in geflochtenem Leder ebenso wie die Bose- Soundanlage oder der Schedoni- Koffer, der exakt in den winzigen Kofferraum passt.

Ein letztes Mal schlendere ich um den Alfa, nehme Platz und probiere zum Schluss das elektrohydraulische Verdeck aus. Es muss mit Muskelkraft verriegelt werden und verwandelt das Alfa-Interieur in eine enge, dunkle Höhle. Zauberhaft.

Bleibt nur noch die Frage, in welcher Farbe ich ihn nähme. Rosso Competizione oder Bianco Madreperla, wie rund 75 Prozent der Spider-Käufer? Nein, er müsste im alten Rosso Alfa, Farbcode 501, kommen. Damit er besonders gut zu meinem 73er Alfa GT 1600 Junior passt. Heinrich Lingner

Technische Daten
Motor 
ZylinderV8-Zylinder, 4-Ventiler
Hubraum4691
Leistung
kW/PS
1/Min

331/450
7000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
480
4750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang Automatik
Fahrwerk 
Bremsenv: Karbon-Keramikbremsen
h: Karbon-Keramikbremsen
Bereifungv: 245/35 R 20
h: 245/35 ZR 20
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1675
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)4.4
Höchstgeschwindigkeit (km/h)295
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauchk.A.
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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