Alfa Romeo 155 DTM & Giulietta 1.8 TBi: Faszination Auto Die Schöne und das Biest

15.02.2014

Das Topmodell der aktuellen Alfa Romeo Giulietta trifft auf einen der berühmtesten Alfa-Rennwagen der jüngeren Geschichte: den 155 V6 Ti DTM. Eine Begegnung der besonderen Art

Technisches Wettrüsten im Motorsport ist beileibe kein Phänomen unserer heutigen Zeit. Auch früher galt schon: Viel hilft viel. Ein hervorragendes Beispiel dafür, dass technische Innovationen für einen ganz entscheidenden Vorsprung sorgen können, ist der Alfa Romeo 155 V6 Ti. Im Jahr 1993 stiegen die Italiener mit diesem Hightech-Monster in die DTM ein.

Wie sich herausstellen sollte, war dies ein guter Zeitpunkt, denn Audi und auch BMW zogen sich wegen Streitigkeiten mit den Veranstaltern beziehungweise aus Kostengründen aus der Rennserie zurück. Als einziger Werkskonkurrent blieb Mercedes-Benz übrig. Die Schwaben traten allerdings nicht mit einem komplett neuen Fahrzeug, sondern mit einer umfangreich weiterentwickelten Evolutionsstufe des 190 E an. Alfa Romeo hingegen setzte auf eine komplette Neuentwicklung, die das Klasse-1-Reglement, das den Konstrukteuren sehr viele Freiheiten ließ, großzügig ausschöpfte. Zu den Highlights des 155 V6 Ti DTM zählen sein komplexes Q4-Allradsystem sowie der 2,5 Liter große V6-Zylinder. 

Der hochdrehende Sauger besteht komplett aus Aluminium und gibt seine maximale Leistung von 420 PS erst bei sagenhaften 11.500 /min ab. Das manuelle Sechsgang-Getriebe ist für eine paritätische Gewichtsverteilung mittig im Fahrzeug untergebracht. Aber auch die Aerodynamik ist eine große Stärke des Alfa. Ausgeklügelte Schächte in der Front begünstigen den Luftstrom maßgeblich. Die optisch relativ seriennahe Karosseriebeplankung besteht aus leichtgewichtigem Karbon. Das darunter befi ndliche Stahlchassis basiert in den Grundzügen auf der 155-Serienkarosse.

Derart gerüstet, fuhr der rasende Keil, der im Jahr 1993 werksseitig von Christian Danner, dem Italiener Nicola Larini sowie seinen Landsmännern Alessandro Nanini und Giorgio Francia pilotiert wurde, seine Wettbewerber in Grund und Boden. Zwölf Siege in 20 Rennen sprechen jedenfalls eine sehr deutliche Sprache. Der größte Teil davon ging auf das Konto der Fahrer-Speerspitze Nicola Larini, der allein zehn Läufe gewann und sich damit am Ende der Saison den Titel sicherte.

 

Eine beeindruckende Erscheinung – Auch 20 Jahre später

Selbst wenn der Alfa längst im verdienten Ru-hestand ist, strahlt er auch heute noch eine gewisse Bedrohlichkeit aus – und das schon im Stand. Ein Eindruck, der sich enorm verdichtet, sobald der heiser fauchende Motor angelassen wird. Doch beim Fahren gibt sich die Rennlegende erstaunlich handzahm. Die Lenkung fühlt sich leichtgängig an und legt eine große Präzision an den Tag. Der (mindestens) 420 PS starke V6 klettert sauber die Drehzahlleiter empor, und das gerade verzahnte Getriebe lässt sich dank ultrakurzer Wege manierlich schalten.

Das Fahrwerk und der Allradantrieb sorgen für ein neutrales Kurvenverhalten und vermitteln dadurch viel Vertrauen ins Fahrzeug. Eher radikal geht dafür die Bremsanlage zu Werke. Erst einmal auf Temperatur gebracht, offenbart sie eine schier atemberaubende Verzögerungsleistung – und das obwohl der einstige DTM-Held trotz trockener Bedingungen bei unserer Begegnung mit Regenreifen ausgerüstet ist.

Umstieg in die Giulietta: Hier erwartet uns das komplette Kontrastprogramm. Der geräumige Innenraum bietet Annehmlichkeiten wie bequeme Ledersitze, edle Dekorelemente und eine Klimatisierungsautomatik. Der von uns gefahrene 1.8 TBi 16V QV ist das aktuelle Topmodell der kompakten Baureihe. Und als solches verfügt der elegant gezeichnete Kompaktsportler naturgemäß über jede Menge südländisches Temperament. Verantwortlich dafür ist der direkteinspritzende Turbo-Vierzylinder, der aus 1,8 Liter Hubraum 235 PS schöpft.

Mit Nachdruck beschleunigt der Vierventiler den 1320 Kilogramm schweren Fünftürer auf eine Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h. Den Standardsprint von null auf 100 km/h erledigt die Giulietta in souveränen 6,8 Sekunden. Das ausgewogene Fahrwerk erlaubt trotz aller Komfortreserven zackiges Kurvenfahren, unterstützt durch die leichtgängige Lenkung.

Beide Alfa Romeo haben ihre ganz eigenen Reize

20 Jahre ist es nun her, dass Alfa Corse mit dem 155 V6 TI die DTM dominierte. Gleichwohl mutet der Hightech-Renner keinesfalls wie ein Relikt aus vergangenen Tagen an. Seine technischen Raffinessen – der tolle Motor und der Allradantrieb – beeindrucken immer noch genauso wie seine betont aggressive Formensprache.

Die Giulietta präsentiert sich als agiler Wegbegleiter für den Alltag, der neben der tollen Optik ein hohes Maß an Fahrdynamik in die Waagschale wirft. Schade eigentlich, dass es von dem schönen Julchen keinen offiziellen Rennsportableger gibt.

TECHNIK
   

Alfa Romeo 155 V6 Ti DTM
Alfa Romeo Giulietta 1.8 TBi 16V QV
Antrieb V6-Zylinder, vorn längs eingebaut,
4-Ventiler, Bankwinkel 72°; Hubraum: 2498 cm3; Leistung: 309 kW/420 PS bei 11.500 /min; max. Drehmoment: 294 nm bei 8000/min; Sechsganggetriebe; Allradantrieb (Kraftverteilung v./h.: 33/67); Achsübersetzung von 4.70:1 bis 6,88:1
4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung, Bohrung x Hub: 83,0 x 80,5 mm;
Verdichtung: 9,25:1; Hubraum: 1742 cm3; Leistung: 173 kW/235 PS bei 5500 /min; max. Drehmoment: 300 nm bei 4500 /min; 6-Getriebe; Vorderradantrieb
Aufbau+Fahrwerk Selbsttragende Stahlkarosserie mit Karbon-Komponenten; Radaufhängung rundum: einzeln an McPherson-Federbeinen, vorn Querlenker, hinten zugstreben; Bremsen: innenbelüftete Scheiben, Ø 380/313 mm, 2 Hauptbremszylinder, Waagebalken; Radgröße 9 x 18 Selbsttragende Ganzstahlkarosserie; vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator; hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator; ESP; Bremsen: v.: innenbelüftete Scheiben; h.: Scheiben; ABS, Bremsassistent; Reifen: 225/45 R 17; Felgen: 7,5 x 17;
Tankinhalt 60 l
Eckdaten L/B/H:4576/1750/1380 mm;  Radstand: 2540 mm; Spurweite v./h. 1500/1500 mm;  
Leergewicht: 1040 kg; Tankinhalt 110 l;  
Bauzeit: 1993 bis 1996
L/B/H: 4351/1798/1395 mm; Radstand: 2634 mm; Leergewicht: 1320 kg; Zuladung: 505 kg;
Messwerte   Beschleunigung: 0 auf  100 km/h in 6,8 s; Höchstgeschw.: 242 km/h
Grundpreis   29.500 Euro

Marcel Kühler

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