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01.12.2006
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der neue Jaguar XK fordert jetzt die arrivierte deutsche Sportcoupé-Konkurrenz vor die Klinge. Und trotz der geringsten Motorleistung in dieser Runde rechnen sich die Briten für ihn gute Chancen aus. Wie sich die aristokratische Raubkatze gegen BMW, Mercedes und Porsche in Szene setzen kann, zeigt dieser Test

Mit einer wohl dosierten Mixtur aus Design, Luxus und Dynamik soll der neue Jaguar XK wieder an die Erfolge seiner legendären Vorfahren anknüpfen. Eine schwere Aufgabe für die britische Edelkatze, denn die avisierte deutsche Konkurrenz hat klangvolle Namen: BMW 650i, Mercedes SL 500 (gerade renoviert) und Porsche 911. Diese drei gehören bekanntermaßen zum Besten, was dieses Fahrzeugsegment zu bieten hat. Keine leichte Aufgabe also, zumal wenn man mit 298 PS unter der langen Motorhaube auch noch leistungsmäßig um bis zu 90 PS hinter den Konkurrenten fährt. Abgesehen vom Mercedes SL ist der elegante schlanke Jaguar, komplett in leichtes Aluminium gekleidet, zudem der teuerste in diesem Testfeld. Seine Krallen sind aber gut geschärft, da bleibt abzuwarten, ob er der Konkurrenz hier den einen oder anderen Seitenhieb verpassen kann.

 

Karosserie

Zumindest was die räumlichen Verhältnisse angeht, fährt der BMW der Konkurrenz davon und gewinnt das erste Kapitel. Er hat die größten Außenabmessungen und setzt diese auch im Innenraum um. Der Weiß-Blaue offeriert vorn wie hinten die meiste Bewegungsfreiheit, wobei der enge Fond auch bei ihm nicht gerade zum Mitreisen animiert. Aber zur Not geht es eben. Der beschwerliche Einstieg und die mangelnde Kopf- und Beinfreiheit schränken den Sitzraum deutlich ein. Ihm am nächsten kommt der Brite, der vorn – ganz Jaguar-untypisch – sogar für großgewachsene Menschen gute Platzverhältnisse bietet und hinten ähnlich eng wie der Porsche ist. Eine Mitreise auf diesen Hockern ist wirklich nur auf Kurzstrecken zu empfehlen. Bei Mercedes ist man da konsequent und verzichtet gleich ganz auf die Rücksitze. Beim SL kann sich der Fahrer indes über eine einfache Bedienung und Funktionalität freuen. Alles erklärt sich von selbst und ist ideal platziert. Und auch beim Porsche gibt es, abgesehen von den zu kleinen Schaltern in der Mittelkonsole, hier nicht viel zu mäkeln. Im optisch gelungenen Jaguar-Innenraum stört die Touchscreen-Bedienung von Heizung und weiteren Funktionen, lenkt sie doch stark vom Fahrgeschehen ab. Und auch das iDrive von BMW ist hier nicht der Weisheit letzter Schluss. Zur Sicherheit: Gegenüber Mercedes und BMW, die hier eine nahezu komplette Sicherheitsausstattung bieten, verlieren Jaguar und Porsche deutlich an Boden. Der Porsche muss ohne Bremsassistent auskommen und bietet auch kein Kurvenlicht. Isofix, Reifendruckkontrolle und Bi-Xenon-Licht lassen sich die Zuffenhausener zudem extra bezahlen. Dem Jaguar fehlen Kopf- und Seiten-Airbags hinten. Reifendruckkontrolle und Kurvenlicht kosten Aufpreis. Umso erfreulicher ist es, dass die Briten in Sachen Qualität und Verarbeitung inzwischen auf hohem Niveau angekommen sind. In diesem Bewertungskriterium gibt es bei allen vier Konkurrenten kaum Grund zu Beschwerden; sie präsentieren ein sehr hohes Niveau.

KarosserieMax. PunkteBMW 650 iPorsche 911 CarreraJaguar XK 4.2Mercedes SL 500
Raumangebot vorn10080587673
Raumangebot hinten100201512
Übersichtlichkeit7054484851
Bedienung/ Funktion10077857590
Kofferraumvolumen10053163840
Variabilität10055510
Zuladung/ Anhängelast801614139
Sicherheit1501057883106
Qualität/ Verarbeitung200188189188190
Kapitelbewertung1000598508538569

 

Fahrkomfort

Wo Sportwagen draufsteht, muss nicht unbedingt auch knochenschüttelnde Härte drin sein. Bei unseren vier Kandidaten sind große Unterschiede in den Abstimmungs-Philosophien zu erkennen. Der Porsche zum Beispiel spielt hier den ganz Harten. Zwar spricht seine Federung prinzipiell gut an, geht aber grundsätzlich nur einer Bestimmung nach: Für möglichst saugende Straßenhaltung zu sorgen. Komfort ist zweitrangig. Hinzu kommt der ständig präsente Motorsound - inspirierend für Fans, eine Herausforderung für zarte Gemüter. Die Wettbewerber geben sich da allesamt wesentlich komfortabler. Den Vogel schießt allerdings der Jaguar ab: Er kann schmuseweich gleiten, souverän federn und dämpfen. Kompliment. Da kommt selbst die Federung des SL nicht mit. Sein Schönheitsfehler ist die teilweise irritierende Unhomogenität: Mal flauscht der Schwabe nur so über übelste Rüttelpisten, um im nächsten Moment auf Kopfsteinpflaster unfein ins Vibrieren zu kommen. Dennoch gewinnt der Mercedes die Komfortwertung, auch wegen seiner exzellenten, sehr bequemen Sitze. Ein komfortabler GT auf hohem Niveau ist hingegen der BMW 650i. Kaum jemand wird sich hier über ungebührliche Härte beschweren müssen. Im direkten Vergleich bleibt der straffer abgestimmte 6er aber doch hinter dem hervorragenden Jaguar und dem sehr guten SL zurück.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 650 iPorsche 911 CarreraJaguar XK 4.2Mercedes SL 500
Sitzkomfort vorn150130120129140
Sitzkomfort hinten100231012
Ergonomie150110112107120
Innengeräusche503452123
Geräuscheindruck10075727774
Klimatisierung5033303540
Federung leer200143118166159
Federung beladen200139120155149
Kapitelbewertung1000687587702705

 

Motor und Getriebe

Unter den Motorhauben von BMW, Jaguar und Mercedes arbeiten im Gegensatz zum Porsche V8-Motoren. Die Zuffenhausener setzen nach wie vor auf den Sechszylinder-Boxer mit einer Leistung von 325 PS, die bei 6800 Umdrehungen anliegt. Seine Leistung von 367 PS entwickelt der BMW bei 6300 Umdrehungen. Das stärkste Triebwerk im Testfeld fährt der SL spazieren: 388 PS, die bei 6000 Umdrehungen anliegen, und das hohe Drehmoment von 530 Newtonmetern sorgen dafür, dass der Schwabe trotz seiner 1930 Kilogramm Leergewicht zügig vorankommt. Nur 5,6 Sekunden vergehen, bis aus dem Stand die 100-km/h-Marke durcheilt ist. Damit liegt der Mercedes um 0,2 Sekunden hinter dem Münchner. Wie nicht anders zu erwarten, markiert der fliegengewichtige Porsche (1470 Kilo) mit 4,9 Sekunden hier den Spitzenwert, und der Jaguar gibt mit 7,0 Sekunden das Schlusslicht. Dennoch macht es richtig Spaß, dem XK die Sporen zu geben. Einerseits schaltet das automatische Sechsgang-Getriebe so butterweich, dass es eine wahre Freude ist, andererseits bleibt der Sound, den das Triebwerk in symphonischer Zusammenarbeit mit der Auspuffanlage produziert, von der Konkurrenz unerreicht. Leider hört man ihn im Innenraum nicht. Bis auf den Porsche, der eine Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h erreicht, sind alle Konkurrenten bei 250 km/h politisch korrekt elektronisch abgeregelt. Und dass hohe Geschwindigkeit nicht immer mit hohem Kraftstoff-Konsum gleichzusetzen ist, beweist der Porsche, der mit 12,4 Litern pro 100 Kilometer auskommt. Damit ist er ganz klar der Sparsamste im Quartett. BMW (13,3 l/100 km), Jaguar (14,5 l/100 km) und Mercedes (14,7 l/100 km) , so lautet hier die weitere Reihenfolge.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 650 iPorsche 911 CarreraJaguar XK 4.2Mercedes SL 500
Beschleunigung150181186165179
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150120155120120
Getriebeabstufung10087989389
Kraftentfaltung5041424247
Laufkultur10085918987
Verbrauch3251071169593
Reichweite2516161417
Kapitelbewertung1000637704618632

 

Fahrdynamik

Dass der Elfer in diesem Kapitel brillieren würde, war zu erwarten. Mit welcher Überlegenheit er die Konkurrenz allerdings abbügelt, überrascht doch etwas. Nahezu alle einzelnen Disziplinen kann der Zuffenhausener für sich verbuchen. Aus seiner direkten Lenkung, den gut dosierbaren und jederzeit kräftig und zuverlässig zugreifenden Bremsen, resultierten die besten Zeiten im Slalom und beim Handling. Zudem ist er so ausbalanciert, dass er jederzeit sicher zu beherrschen ist, auch bei abgeschaltetem PSM (ESP). Und während er über eine ausgezeichnete Traktion verfügt, scharren der BMW und auch der Mercedes oft hilflos mit den Hinterrädern, wenn die Kraft brutal freigesetzt wird. Die beim SL überarbeitete Lenkung agiert jetzt direkter und gefühlvoller, verhärtet aber beim Slalom. Gegen die Dosierbarkeit der Bremse, die sicher und ohne Fading zupackt, gibt es aber nichts mehr einzuwenden. Ausgesprochen gut kann sich der Brite in der Fahrdynamik in Szene setzen: Seine Lenkung arbeitet direkt, und die Bremsen sind endlich standfest. Die Bremswege könnten aber kürzer sein. Der BMW wird mit DSC (ESP) zu sehr eingebremst, ohne ist er etwas zu aktiv mit dem Heck.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 650 iPorsche 911 CarreraJaguar XK 4.2Mercedes SL 500
Handling150133147123125
Slalom10064786249
Lenkung10082968287
Geradeauslauf5039414240
Bremsdosierung3019241923
Bremsweg kalt150136132126138
Bremsweg warm150142150125139
Traktion10048605046
Fahrsicherheit150100117112110
Wendekreis207131111
Kapitelbewertung1000770858752768

 

Umwelt und Kosten

Der SL belegt den letzten Platz, weil er einfach beim Grundpreis zu teuer ist und die höchsten Steuer- und Versicherungskosten verursacht. Dem Jaguar vermiesen die hohen Anschaffungskosten und die schlechten Emissions-Werte den vordersten Platz, dafür bietet der Brite die besten Garantien. Somit liegen die beiden preisgünstigsten Aspiranten eindeutig vorn: BMW und Porsche teilen sich hier punktgleich den Kapitelsieg.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 650 iPorsche 911 CarreraJaguar XK 4.2Mercedes SL 500
Bewerteter Preis675214209196136
Wertverlust507
Ausstattung2547484850
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501473027
Werkstattkosten2041362930
Steuer1027343023
Versicherung4031352822
Kraftstoff5520221918
Emissionswerte2576746976
Kapitelbewertung1000470472449382

 

Fazit

In diesem elitären Testfeld hält sich der neue Jaguar XK wacker. Er weckt Emotionen, begeistert mit seinem Fahrkomfort und fällt selbst bei der Fahrdynamik trotz eines Leistungsmankos nicht weit ab. Mit mehr PS wäre hier auch mehr drin gewesen. Warten wir eben auf die künftige R-Version. Den Sieg holt sich der BMW auf Grund seiner guten Allroundeigenschaften. Ähnlich ausgeglichen präsentiert sich der SL, der allerdings beim Kostenkapitel deutlich abfällt. Dass der Porsche der reinrassigste Sportwagen ist, stellt er mit seiner Überlegenheit bei der Fahrdynamik eindrucksvoll unter Beweis.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 650 iPorsche 911 CarreraJaguar XK 4.2Mercedes SL 500
Summe50003162312930593056
Platzierung1234

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