ADAC-Parkhaustest 2016 Deutsche Parkhäuser sind zu eng

02.05.2016

Parkhaustest: Wenn man in einem Parkhaus nicht parken kann, läuft etwas schief. Der ADAC stellt auch 2016 große Defizite zwischen Aachen und Würzburg fest.

Der ADAC bringt bei seinem Parkhaustest 2016 ans Licht: Deutsche Parkhäuser sind veraltet, zu eng, deswegen mit deutlichen Kampfspuren an allen neuralgischen Stellen – und so manches von ihnen ist eine einzige neuralgische Stelle. Frauen entwickeln Beklemmungen bei zu spärlicher Beleuchtung oder wenn zu wenig Frauenparkplätze vorhanden sind. Hauptärgernis ist aber sicherlich die Enge. Die entsteht ganz zwangsläufig, da in den letzten 40 Jahren zwar die Autos immer länger und vor allem breiter geworden sind, durchschnittlich um satte 20 Zentimeter, die Parklücken aber keinen einzigen Zentimeter mitwuchsen. Und wo steht nun Deutschlands schlechtestes Parkhaus? Der ADAC hat in seinem aktuellen Parkhaustest diverse Kandidaten zur Brust genommen. Wie aussagekräftig diese Untersuchungen aber sind, sei dahingestellt, da viele Parkhausbetreiber einer Überprüfung ihrer Anlagen nicht zugestimmt haben und das sicherlich nicht ohne Grund. Wo also das tatsächlich mieseste Parkhaus steht, bleibt wahrscheinlich im Dunklen. Der ADAC-Test fand zwischen September und Dezember 2015 statt. Geprüft wurde in zwölf deutschen Städten zwischen 100.000 und 250.000 Einwohnern, unter anderem in Würzburg, Aachen, Magdeburg, Ludwigshafen, Osnabrück und Saarbrücken. Insgesamt wurden 44 Parkhäuser unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: 17 x "Gut", 19 x "Durchschnittlich", 7 x "Mangelhaft" und ein Parkhaus fiel komplett durch. Der Testsieger steht in Osnabrück, wurde 1991 erbaut und punktet mit seinem guten Allgemeinzustand, einer übersichtlichen Beschilderung und flachen und breiten Rampen. Ein Parkhaus in Aachen fand ebenfalls lobende Erwähnung, da es seine Nutzer mit einem speziellen Leitsystem zu ihren Autos zurücklotst.

 

Parkhaustest 2016 – Eng, dunkel und unübersichtlich

Und was muss man machen, um ein "sehr mangelhaft" einzuheimsen? Eine zu niedrige Einfahrt ist schon mal ein guter Start. Danach sorge man noch für viel zu enge Parkplätze, verzichte auf Notrufsäulen und achte darauf, dass es auf gar keinen Fall Handy-Empfang gibt. Ein Heidelberger Parkhaus hat alle diese Auflagen erfüllt und sich den letzten Platz im Parkhaustest redlich verdient. Natürlich ist die Enge in den meisten Parkhäusern das Hauptärgernis. Grund hierfür sind die in die Breite gewachsenen Autos. Beim Referenzmodell VW Golf sind das 20 Zentimeter, von 1,61 Meter auf 1,81 Meter. Der ADAC fordert daher, die Parklückenbreite von 2,30 Meter ebenfalls um 20 Zentimeter auf 2,50 Meter anzupassen. Die Verordnungen rund um den Parkhausbetrieb stammen noch aus den 70ern, sind also beileibe nicht mehr zeitgemäß. Große Defizite gibt es  auch bei den Behindertenparkplätzen. Etwa Zweidrittel der untersuchten Parkhäuser hatten viel zu wenige entsprechende Stellflächen, viele der vorhandenen Flächen waren nicht barrierefrei erreichbar, was sie natürlich ebenfalls nahezu nutzlos macht. Insgesamt sperrten sich viele Parkhausbetreiber gegen den Test und verweigerten dem ADAC den Zutritt, drohten gar mit Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs. Sie werden wissen, warum.

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