Abwrackprämie: Schlangen in den Showrooms Gemischte Gefühle

03.02.2009

Flaute, Krise, Ängste. Diese drei Wörter bestimmten die letzten Monate im Autohandel. Seit dem 14. Januar ist alles anders, bei manchen Händlern stehen kaufwillige Kunden Schlange. Die Abwrackprämie für Altfahrzeuge ist ein voller Erfolg – für den Verkauf kleiner Autos. Doch nicht für jeden Hersteller

Profitiert haben Marken mit frischen Kleinwagen. Das ist Ford mit Ka und Fiesta, Hyundai mit dem i10, Mazda mit dem 2 und Seat mit dem Ibiza. Citroën hat im Januar drei Mal mehr C1 verkauft als erwartet, vom Auslaufmodell C2 waren es fast doppelt so viele. Der Anstieg ist direkt „auf die Umweltprämie zurückzuführen, sagt Thomas Albrecht von Citroën Deutschland. Die Lagerbestände sind verkauft, allein 3000 Citroën C1 sind bestellt und müssen noch gebaut werden.

Größere Fahrzeuge profitieren hingegen nicht, Albrecht erwartet eine Verschiebung im Modellmix. Das bestätigen auch die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für Januar. Laut der aktuellen Neuzulassungs-Zahlen wuchs das Mini-Segment um ein Drittel und Kleinwagen konnten das Niveau halten (plus 1,0 Prozent). In der Oberklasse wurden 48 Prozent weniger neue Autos zugelassen. Insgesamt gingen die Neuzulassungen um 14,2 Prozent zurück.

Bestellt bedeutet nicht zugelassen

Bestellungen und Aufträge sind etwas anderes sind als die Zahlen des KBA. Bei Fiat zum Beispiel sind die Händler hochzufrieden, das Ecoplus-Programm mit zusätzlichen Rabatten läuft gut. „In den Showrooms stehen teilweise Schlangen, erzählt Claus Witzeck von Fiat Deutschland. Von Panda bis Bravo – die Bestände an Klein- und Kompaktwagen sind weitestgehend verkauft. Weil diese Autos oft schon auf den Händler zugelassen waren, stehen diese Autos nicht in der Statistik für Januar 2009. Hier hat Fiat einen Rückgang von 15,4 Prozent hinnehmen müssen.

Auch Hyundai-Händler bauten den Bestand von Tageszulassungen und Jahreswagen im Januar ab. Bei neuen Autos läuft es für die Koreaner ebenfalls sehr gut: „Wir haben von der Prämie sehr stark profitiert, sagt Thomas Rauh von Hyundai Motor Deutschland. Kein Wunder, dass die Stimmung bei den Händlern „durchweg sehr gut ist“: Neue Modelle wie die Kleinwagen i10 und der i20 sorgen zusätzlich für Kaufinteresse.

Hyundai, ein Beweis für die These, dass vorwiegend Importeure billiger Kleinwagen profitieren und die deutschen Hersteller leer ausgehen? So sieht es zum Beispiel Audi. Der bayrische Premiumhersteller hat dennoch spürbar mehr potentielle Käufer in den Showrooms. „Die Kunden lassen sich neue A3 und A4 mit Einstiegsmotorisierung kalkulieren oder interessieren sich für Jahreswagen, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens auf unsere Anfrage hin. Zusätzlich zur Prämie vom Staat gibt Audi einen eigenen Umweltbonus von 2500 Euro beim Kauf eines neuen Autos

Einen zusätzlichen Umweltbonus von 2500 Euro bietet auch Mercedes an. Käufer eines Smart bekommen 1100 Euro auf die Umweltprämie obendrauf.

Als „erfolgreich“ beschreibt Ford die Auswirkung der Umweltprämie. Die Neuzulassungen liegen im Januar 2009 um 25,9 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Renault hingegen erwartet Auswirkungen in den Zulassungszahlen erst im März oder April. Denn die gekauften Autos sind noch nicht da. „Die Auftragseingänge liegen deutlich über den geplanten Zielen, erklärt Reinhard Zirpel von Renault Deutschland. Bei Dacia liegen die Bestelleingänge zum Teil um ein Vielfaches über den Vorjahren. Am beliebtesten sind Dacia Sandero, der Kombi Logan MCV und der Twingo. Für Twingo und Clio gibt es einen zusätzlichen Rabatt.

Peugeot verkaufte in einer einzigen Januarwoche 4000 Autos, vor alllem 107, 207 und 308. Mit diesem Erfolg hatte keiner gerechnet, so dass die Franzosen jetzt versuchen, für andere Länder geplante Neuwagen-Kontingente nach Deutschland umzuleiten.

Gute Zeiten für Händler, die ihre Verkaufsziele schnell erreichen können. „Wir verkaufen hier mit Mann und Maus, sagt der Sprecher eines Importeurs. Skeptiker lassen den Sekt im Kühlschrank: „Das ist wie eine Party und irgendwann folgt der Kater,“ findet ein Insider.

Die Bundesregierung zumindest scheint einen Teil ihres Ziels, den Absatz anzukurbeln, erreicht zu haben: Die Lust zum Autokauf war schon lange nicht mehr so groß. aof

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