Abarth 695 Biposto im Fahrbericht Heizen im Taschenformat

25.02.2015

Sicher, der sieht aus wie ein Fiat 500. Doch den Abarth 695 Biposto sollte man nicht unterschätzen. Es handelt sich um ein Renntourenwagen im Bonsai-Format. Fahrbericht

Sicher, der sieht aus wie ein Fiat 500. Doch den Abarth 695 Biposto sollte man trotzdem tunlichst nicht unter „Barbiemobil“ einordnen. Genau betrachtet ist der kleine Abarth nämlich nicht einmal ein Auto für Ken – zumindest so lange nicht, bis es den schönen Plastik-Kerl auch mit feuerfester Racing-Unterwäsche gibt.

Denn auf seine Essenz reduziert ist der Abarth nichts anderes als ein völlig überdrehter Renntourenwagen im Bonsai-Format: zwei Sitze, Überrollbügel, 190 PS starker 1,4-Liter-Turbo-Vierzylinder, ein Kampfgewicht von unter 1000 Kilogramm, einstellbares Rennfahrwerk – das Ganze zum atemberaubenden Preis von knapp 40.000 Euro. Und das ist nur die halbe Wahrheit.

 

Abarth 695 Biposto: Wilder Lümmel für Rennfahrer

Denn Abarth, der Fiat-Performance-Ableger, bietet für diesen wilden Lümmel auch noch weitere extrem dringliche Accessoires an. Wir sprechen dabei nicht von schicken Rallyestreifen, sondern beispielsweise einem Klauenschaltgetriebe, das mit seiner offenliegenden Mechanik und dem langen Aluminium-Schaltknüppel im Cockpit des 695 Biposto steht wie eine Technik-Skulptur. 10.000 Euro schalten dieses Extra frei, der Fahrer kann (muss!) dann die Gänge reinreißen – so wie es eben echte Rennfahrer so tun. Performance-Art, sagen Sensible dazu, der Rest freut sich über die Dreingabe des selbstsperrenden Differenzials. Übermotorisierte Fronttriebler brauchen Traktion schließlich dringender als Supersprit.

Weitere 5000 Euro investiert man dann am besten in das „Race Pack“ (Datarecording, Schalensitze, 4-Punkt-Gurte, Rennhelm) und noch einmal 2500 Euro in federleichte Polycarbonat-Seitenscheiben – mittlerweile ist an der Rationalitäts-Front eh schon alles egal. So aufgerüstet fährt sich der Abarth 695 Biposto wie die Materie gewordene Unvernunft: explosiv schnell, herausfordernd im Grenzbereich, sagenhaft vergnüglich. Mal ganz ehrlich? Ihr Lamborghini dürfte bald erschreckend oft in der Garage bleiben.

Unser Fazit

Bis zu 57.500 Euro für einen Fiat 500? Wer diese Frage stellt, dürfte kaum dem Reiz des 695 Biposto erliegen. Für Autoverrückte ist der Rennzwerg jedoch eine Offenbarung

Johannes Riegsinger

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