Abarth 500C und Renault Wind 1.6 16V im Vergleichstest Abarth 500C und Renault Wind 1.6 16V 130

26.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Sommer kann kommen: Mit dem Abarth 500C und dem Renault Wind 1.6 16 V stehen zwei individuell designte, flotte Cabriolets parat

Wer sagt denn, dass vergnügliches Cabrio-Fahren teuer sein muss? Wer sich unter den Kleinwagen umsieht, findet bei Fiat und Renault zwei Vertreter der 20.000-Euro-Klasse, die nicht nur mit ihrem extrovertierten Design Aufsehen erregen, sondern auch über deutlich mehr Leistung verfügen als üblich.

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Für Italien tritt der Abarth 500C an, der mit seinem Retro-Charme Anhänger der Sturmfrisur für sich gewinnen möchte. Frankreich schickt den Renault Wind ins Rennen, dem die Herzen der Cabrio-Fahrer ob seines gewöhnungsbedürftigen Designs nicht ganz so leicht zufliegen dürften.

Ob er dieses Handicap mit Hilfe anderer Qualitäten wettmachen kann, klärt der Vergleichstest der beiden offenen Kleinwagen: Abarth verlangt für seine kleine Knutschkugel mit faltbarem Stoffverdeck und 140 Turbo-PS 21.200 Euro, Renault ruft für den 133 PS leistenden Wind mit Metallklappdach günstigere 18.300 Euro auf.

 

Karosserie

Fiat verwendet ein faltbares Stoffdach, das den Bereich zwischen den Dachholmen für den Blick gen Himmel freigibt. Damit ist der offene Cinquecento zwar kein lupenreines Cabrio, entschädigt dafür aber mit einer hohen Karosseriesteifigkeit. Der Nachteil dieser Konstruktion: Öffnet man das Dach vollständig, nimmt das zusammengefaltete Verdeck den Platz der Heckscheibe ein, die Sicht nach hinten fällt dementsprechend schlecht aus. Immerhin verfügt der 500er serienmäßig über Parksensoren in der Heckschürze.

Die sollten Wind-Käufer auf jeden Fall ordern, da die Übersichtlichkeit nach hinten im Renault aufgrund der kleinen Heckscheibe und der massiven Dachholme die Note mangelhaft verdient. Nach vorn stehen die schrägen A-Säulen dem ungestörten Blick im Weg. Benötigt der Fiat schon schnelle 18 Sekunden, um das Stoffverdeck zusammenzufalten, so kann der Renault diese Zeit locker unterbieten. Ist das Dach von innen entriegelt, klappt es in flotten zwölf Sekunden nach hinten und verschwindet unter einer Abdeckung.

Bei beiden Konstruktionen bleibt der Gepäckraum, der im Fall des Wind mit 270 Litern deutlich größer ausfällt als das winzige Ladeabteil des 500C (180 Liter), auch im geöffneten Zustand erhalten. Während beim Fiat eine winzige Kofferraumöffnung das Beladen erschwert, stehen beim Wind zwei massive Streben im Weg, die ihn verwindungssteifer machen. Dass der Franzose die Karosseriewertung letztendlich mit so großem Abstand verliert, liegt neben den fehlenden Rücksitzen auch an seiner recht kargen Sicherheitsausstattung.

KarosserieMax. PunkteAbarth 500 CRenault Wind 1.6 16V 130
Raumangebot vorn1005054
Raumangebot hinten100350
Übersichtlichkeit703822
Bedienung/ Funktion1007075
Kofferraumvolumen100414
Variabilität100105
Zuladung/ Anhängelast80134
Sicherheit1508355
Qualität/ Verarbeitung200122112
Kapitelbewertung1000425341

 

Fahrkomfort

Keine Frage, allzu große Komfortansprüche sollten hier nicht gestellt werden. Vor allem der 500 kann lange Touren mit seiner ruppigen Federung und der unbequemen Sitzposition zur Tortour werden lassen. Deutlich entspannter reist man dagegen im Luftikus aus Frankreich, dessen Fahrwerksabstimmung zudem spürbar nachsichtiger mit Unebenheiten umgeht.

Hier wie da trüben bei höheren Geschwindigkeiten laute Windgeräusche den Komforteindruck, der im Fall des Renault wegen des kurz übersetzten Getriebes und dementsprechend lauten Motors subjektiv noch etwas schlechter ausfällt. Geht es um die Klimatisierung, kann der Fiat mit seiner serienmäßigen Klimaanlage zusätzliche Punkte für sich verbuchen.

FahrkomfortMax. PunkteAbarth 500 CRenault Wind 1.6 16V 130
Sitzkomfort vorn1507678
Sitzkomfort hinten100300
Ergonomie150105100
Innengeräusche501923
Geräuscheindruck1005350
Klimatisierung503619
Federung leer20085100
Federung beladen20083100
Kapitelbewertung1000487470

 

Motor und Getriebe

Der nur 1,4 Liter große Turbobenziner ist der größte Trumpf des 500C. Der laufruhige und kräftige Motor beschleunigt den Wagen in 8,5 Sekunden auf Tempo 100 (Wind 9,3 s). Der Fiat verbraucht zudem mit 8,3 zu 8,5 l/100 km noch weniger Kraftstoff als der Renault R-Space Concept mit seinem durchzugsschwächeren Saugmotor, der auf höhere Drehzahlen angewiesen ist und sein maximales Drehmoment von 160 Nm erst bei späten 4400 Umdrehungen abgibt.

Während der kleine Gallier über eine mäßig exakte Fünfgangschaltung verfügt, werden beim Abarth Fiat 500C die fünf Übersetzungen von einem automatisierten Getriebe verwaltet. Das geschieht stets mit spürbarer Zugkraftunterbrechung, bereitet im Sportmodus bei verkürzten Schaltzeiten und manuellen Eingriffen via Schaltpaddel aber durchaus Vergnügen.

Motor und GetriebeMax. PunkteAbarth 500 CRenault Wind 1.6 16V 130
Beschleunigung150113107
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit1505754
Getriebeabstufung1007875
Kraftentfaltung502820
Laufkultur1006052
Verbrauch325224220
Reichweite2567
Kapitelbewertung1000566535

 

Fahrdynamik

Auf der Handlingstrecke erfreuen die beiden Cabrios mit ihren agilen Fahreigenschaften und einem im Bedarfsfall energisch eingrätschenden ESP. Allerdings sollte man dieses beim Renault Grand Scenic im Dauertest – Halbzeitin jedem Fall eingeschaltet lassen, da das Heck bei Lastwechseln sehr unruhig wird und sich nur schwer abfangen lässt.

Die Lenkungen der beiden Sonnenanbeter geizen mit Rückmeldung, wobei der Fahrer des Fiat zusätzlich mit einem miserablen Geradeauslauf zu kämpfen hat. Die Bremsen liefern kalt wie warm gute Verzögerungswerte (Abarth: 36,1 und 35,5 Meter; Renault: 37,2 und 35,0 Meter), lassen sich beim 500C allerdings besser dosieren.

FahrdynamikMax. PunkteAbarth 500 CRenault Wind 1.6 16V 130
Handling1507473
Slalom1008184
Lenkung1005754
Geradeauslauf502034
Bremsdosierung302115
Bremsweg kalt1508978
Bremsweg warm15095100
Traktion1004438
Fahrsicherheit150120110
Wendekreis20915
Kapitelbewertung1000610601

 

Umwelt und Kosten

Zwar ist der 500C in der Anschaffung mit 21.200 Euro deutlich teurer als der Wind (18.300 Euro), bringt dafür aber eine reichhaltigere Ausstattung mit – unter anderem Bi-Xenonlicht und Klimaanlage. Insgesamt sichert sich der Renault den Sieg im Kostenkapitel – nicht zuletzt durch die besseren Garantieleistungen.

Kosten/UmweltMax. PunkteAbarth 500 CRenault Wind 1.6 16V 130
Bewerteter Preis675248277
Wertverlust502627
Ausstattung252111
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501727
Werkstattkosten201413
Steuer1099
Versicherung403032
Kraftstoff553736
Emissionswerte258884
Kapitelbewertung1000490516

 

Fazit

Die Cabrios von Fiat und Renault bereichern mit ihrem individuellen Design fraglos die Kleinwagenklasse. Am Ende setzt sich der quirlige 500C von Abarth mit seinem kräftigeren Motor, der besseren Sicherheitsausstattung und der zusätzlichen hinteren Sitze durch. Der Renault Wind überzeugt vor allem mit der komfortableren Federung und seinem großen Ladevolumen, der schlaffe Motor und die schlechte Übersichtlichkeit werfen ihn jedoch hinter den Abarth zurück.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAbarth 500 CRenault Wind 1.6 16V 130
Summe500025782463
Platzierung12

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