Skoda Superb 2.0 TDI und Skoda Superb OHV Zwei Skoda im Vergleich

16.08.2011

Der neue Superb bietet Business-Class-Komfort zum Eco-Tarif. Schon vor fast 70 Jahren stand der Name für Luxus auf vier Rädern. Rendezvous mit dem Urahn

Nationalpark Berchtesgaden im südöstlichsten Zipfel der Republik. Strahlend blauer Himmel, sattgrüne Wiesen, irgendwo dahinten liegt der Königssee. Man möchte auf der Stelle einen Urlaubsantrag einreichen und hierbleiben. Die beeindruckende Kulisse ist Schauplatz einer außerordentlichen Begegnung: Zwei Skoda schnüren zügig die Steigung hinauf. Einer ist erst vor wenigen Tagen vom Band gelaufen, den zweiten haben kundige Hände vor 69 Jahren in Mladá Boleslav zusammengefügt. Beide heißen mit Nachnamen Superb und sind – jeder auf seine Weise – rollende Statements tschechischer Automobilbaukunst.

 

Zwei Mal Superb: Paarlauf der Top-Skoda

Der brunellorote, mit einem 170 PS starken Zweiliter-Common-Rail-Turbodiesel ausgerüstete Novize bügelt die Anhöhen der Deutschen Alpenstraße mühelos nieder, so als wäre es die topfebene Autobahn 1 kurz hinter Vechta. Die Verbrauchsanzeige meldet dabei Werte im beruhigenden Bereich. Einen tüchtigen Schluck mehr jagt der von einem 3,2 Liter großen Sechszylinder-Reihenmotor bewegte Superb OHV (Baujahr 1939) durch seinen Solex-Vergaser.

Ein Express-Zuschlag, den man einem 1,8 Tonnen schweren Veteranen gern gönnt, der mit 85 PS zurechtkommen muss. Beeindruckend: Wer meint, der nur 275 Mal gebaute Urzeit-Superb würde noch in der Talsohle keuchend sein Leben aushauchen, der irrt. Leise säuselnd schiebt sich das tiefschwarze stählerne Trumm die Pässe hinauf – sein langes Autoleben war kein flüchtiger Sprint, sondern ein Marathon. So etwas härtet ab.

Der Skoda Superb der Gegenwart ist der neue Stolz einer Marke, die im Jahr 2010 erstmals mehr als eine Million Autos pro Jahr bauen will. Er beerbt das im Herbst 2001 vorgestellte und rund 130000 Mal verkaufte Topmodell, das auf der Langversion des alten VW Passat basiert. Die Bodengruppe des neuen Skoda Superb stammt ebenfalls aus dem VW-Konzernregal – es kommen Module des aktuellen Golf und des Passat zum Einsatz. Die weniger Raum beanspruchende Einbaulage des Motors (vorn quer) kompensiert den im Vergleich zum Vorgänger um gut vier Zentimeter auf immer noch respektable 2,76 Meter geschrumpften Radstand locker.

Das Raumangebot vorn und besonders im Fond ist auch beim neuen Modell fürstlich. Auf dem Fahrerplatz findet man sich auf Anhieb zurecht, alle Schalter und Hebel liegen in problemloser Griffweite. Im nahezu komplett ausgestatteten Kennenlern-Superb kommt sogar Oberklasse-Flair auf. Hochwertig wirkende, fein säuberlich verarbeitete Materialien, breite Sitze, die in Höhe und Längsposition einstellbare Mittelarmlehne – so wünscht man sich einen Reisewagen.

Der auf Common-Rail-Einspritzung umgestellte Zweiliter-Konzern-Diesel (170 PS) arbeitet weitgehend unspektakulär, bietet vom Fleck weg satten Durchzug und macht nur beim Ausdrehen der Gänge akustisch auf sich aufmerksam. Das im Testwagen installierte automatisierte Doppelkupplungsgetriebe (DSG) sortiert die sechs zur Verfügung stehenden Gänge allerdings so flink, dass nur selten hohe Drehzahlen anliegen. Die 140-PS-Version des 2.0 TDI und auch der unverändert angebotene 1,9-Liter-TDI (105 PS) verfügen noch über Pumpe-Düse-Einspritzung.
Wind- und Abrollgeräusche dringen nur gedämpft ans Ohr. Mit den gut ausgebauten bayerischen Landstraßen hat die Federung leichtes Spiel. Der Geradeauslauf ist stabil, die elektromechanische Servolenkung arbeitet zielgenau und nicht zu leichtgängig.

Ein Clou des als klassische Limousine auftretenden Superb ist das TwinDoor getaufte Heckklappen-Konzept. Der Zugang zum 565 Liter fassenden Frachtabteil erfolgt wahlweise über einen Kofferraumdeckel oder durch Öffnen der gesamten Heckklappe. Die Schließmechanik beider Teile wird durch elektrische Stellmotoren geregelt, deren Bedienung durch etwas versteckt liegende Sensortasten erfolgt, die feinfühlig geortet werden müssen. Ein schon traditionelles Superb-Detail ist das Regenschirmfach in der linken Fondtür – eine Drainage sorgt für den Wasserablauf.

Zur Serienausstattung gehören unter anderem: ESP, vier Airbags, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Bordcomputer. Je nach Ausstattung oder als Extra kommen Feinheiten wie adaptives Frontlicht (AFS), Parklenkassistent, Navi mit 30 GB großem Festplattenspeicher und weitere Komfortdetails hinzu. Den 1.9 TDI bietet Skoda auch in einer GreenLine-Version an (24890 Euro), die dank verbesserter Aerodynamik, längerer Übersetzung und Gewichtsreduzierung mit nur 5,1 Liter Diesel auf 100 Kilometern auskommen soll. Zu den drei Dieseln gesellen sich zunächst zwei Benzin-Varianten: 1.4 TSI (125 PS) und 1.8 FSI (160 PS).

Nach der Markteinführung im Sommer wird ein 3,6-Liter-V6 (260 PS) samt Allradantrieb nachgereicht. Der Einstieg in die neue tschechische Oberklasse beginnt bei 22990 Euro für den 1.4 TSI – ein echter Kampfpreis. Im März 2009 folgt erstmals eine Kombiversion dieser Baureihe. Dem rabenschwarzen Superb OHV kann ein weiterer Urenkel nur recht sein. Stefan Miete

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum1968
Leistung
kW/PS
1/Min

125/170
4200 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
350
1750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang Automatik
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/55 R 16
h: 205/55 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1515
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)9.1
Höchstgeschwindigkeit (km/h)220
Verbrauch 
Testverbrauch7l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch6.7l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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