9-Gang-Automatik (ZF 9HP) im Range Rover Evoque: Technik-Test Besser schalten

15.07.2013

Der Getriebe-Spezialist ZF Friedrichshafen startet die Serienproduktion des weltweit ersten 9-Gang-Automatikgetriebes. Wir konnten es bereits ausprobieren

"Effizienz ist das A und O, wenn es um Kraftstoff- und Kohlendioxid-Einsparung geht", sagt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG. Und er vergleicht das neue 9-Gang-Automatikgetriebe mit einer aktuellen herkömmlichen 6-Gang-Variante: "Der Verbrauch sinkt um 10 Prozent, bei Konstantfahrt mit 120 km/h sogar um 16 Prozent."

Diese Effizienz verdankt das neue Getriebe einem ganzen Strauß innovativer Techniken, aber auch einer hohen Gesamtspreizung von 9,81. Damit bezeichnen Techniker die Spanne von der kleinsten bis zur größten Übersetzung. In diesem Fall ist sie sehr groß. Damit die Gangsprünge jedoch klein bleiben, entschied man sich bei ZF für neun Fahrstufen und nennt das Getriebe 9HP.

 

Komfortabel und sparsam

Die Gangzahl kommt zum einen dem Fahrkomfort zu Gute, zum anderen läuft der Motor stets in einem niedrigen Drehzahlbereich. Beispiel: Während der Motor bei Tempo 120 mit 6-Stufen- Automatik 2890 Touren dreht, kommt er in Kombination mit dem 9HP-Getriebe mit einer Drehzahl von 2170 Umdrehungen aus. Technisch realisiert ZF die neun Gangstufen mit vier Einfach-Radsätzen und sechs Schaltelementen. Der Clou: Zusammen mit den herkömmlichen Lamellenkupplungen nutzt ZF hydraulisch betätigte Klauenschaltelemente.

Diese haben einen hohen Wirkungsgrad, müssen aber äußerst genau bei exakt gleichen Drehzahlen eingespurt werden. Das regelt eine von ZF selbst entwickelte elektronische Steuerung, die unter dem Getriebe platziert ist. Vorteil dieser Technik: Schleppmomente, die Reibungverluste wie bei Lamellenkupplungen erzeugen, gibt es hier nicht. Das 9-Gang-Getriebe ist nur 367 Millimeter lang und so kompakt gebaut, dass es für einen Front-Quermotor genutzt werden kann. Da hofft ZF-Chef Dr. Sommer auf viele Kunden: "75 Prozent aller Fahrzeuge haben schließlich einen Front-Quermotor."

Bei der ersten Proberunde konnten wir das 9HP48 (für 480 Newtonmeter ausgelegt) fahren. Im Range Rover Evoque überzeugte es mit gutem Fahrkomfort. Die häufigen Gangwechsel laufen kultiviert, fast unmerklich ab. Die sehr niedrigen Drehzahlen sind ungewohnt, die Schaltzeiten angenehm kurz.

Holger Ippen

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