50 Jahre VW Typ 3 1500 und 1600 Großer Bruder

30.09.2011

Während des Wirtschaftswunders war der Käfer ein echter Verkaufsschlager. Doch die Anforderungen an ein Auto stiegen – der Typ 3 war geboren

Volkswagen verkauft Mitte der Fünfziger den Käfer in immer größeren Stückzahlen. Doch der Chefetage ist klar: Es muss ein größeres Auto her. Die Deutschen stecken mitten im Wirtschaftswunder, die Einkommen steigen und auch die Ansprüche expandieren.

Damit ändern sich auch die Anforderungen an ein Auto: Nicht nur fahren muss es. Mehr Platz wäre schön, um mit der ganzen Familie über die Alpen nach Rimini oder an den Gardasee fahren zu können. Mehr Prestige wünschen sich manche auch, so das Kalkül der VW-Bosse. Also lassen sie ihre Ingenieure ein Mittelklasse-Auto entwickeln. Anderthalb Liter Hubraum, zwei Türen, Käfer-Radstand von 2,40 Meter. Und das hat einen Grund: Die VW-Werkstätten mit ihren Arbeitsgruben und Hebebühnen sind auf das Urmaß eingestellt.

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Heraus kommt eine Art Groß-Käfer: Auch im zweitürigen VW Typ 3 arbeitet ein luftgekühlter Boxer im Heck. Der ist natürlich größer und stärker: 45 PS aus 1,5 Liter Hubraum. Das Gebläserad steht nicht mehr auf dem Motor, sondern wird an der Kurbelwelle angeflanscht. Das Ergebnis ist ein deutlich flacherer Motor – weshalb der VW 1500 zwei Kofferräume hat. Einen vorne unter der langen Haube, einen kürzeren im Stufenheck. Die Karosserie mit ihrer Pontonform ist der Zeit entsprechend konservativ gestaltet. „Das Adenauersche „keine Experimente“ gilt eben nicht nur in der Politik und die 68er revoltieren, als die ersten 1500 schon sieben Jahre alte Gebrauchte sind.

 

VW Typ 3: erster Variant, erste elektronische Benzineinspritzung

Ausdrücklich an Familien wendet sich der zweite, parallel entwickelte, Typ 3. Der erste Variant des Hauses verfügt über ein steiles Heck und zählt zur raren Spezies der zweitürigen Kombis – einer Spezies, die in den Achtzigern mit Opel Kadett E Caravan und Ford Escort Turnier weitgehend ausgestorben ist. Die Rücksitzbank lässt sich umlegen. Was vermutlich das ein oder andere Mal auch Einfluss auf die Familienplanung hatte.

Die Zeitläufte bis zum Produktionsende 1973 übersteht der Typ 3 mit sanfter Modellpflege. Mehr Leistung bringen Doppelvergaser im 1500 S, der ab 1963 mit 54 PS im Angebot ist. Abgelöst wird dieser Motor vom leistungsgleichen 1,6-Liter-Boxer im VW 1600. Mit dem 1600 TL erscheint 1965 die Schrägheckversion. Karmann entwickelt den Prototypen eines viersitzigen Cabriolets, das der VW-Vorstand jedoch nicht zusätzlich zum Käfer Cabriolet ins Programm nehmen möchte.

Zwei Mal wird die Karosserie leicht verändert. 1963 gibt es größere Rückleuchten, horizontale Blinker vorn und eine Chromleiste am vorderen Kofferraumabschluss. Die große Modellpflege kommt 1969 mit senkrechtem Frontabschluss, kastenförmigen Stoßfängern und großen Blinkern. Die Heckleuchten werden noch einmal größer und verlieren ihren Chromschmuck.

Historisch bedeutsamer ist, dass es ab 1968 gegen Aufpreis eine elektronische Benzineinspritzung gibt. Und ab 1968 erhalten alle 1600er die Doppelgelenk-Hinterachse der Automatik-Version, was die Richtungsstabilität verbessert.

Die Moderne beginnt bei VW 1973. Nach gut 2,5 Millionen Typ 3 kommt der erste VW Passat auf den Markt. Mit Frontantrieb und vorn quer eingebauten, wassergekühlten Vierzylindern.
Andreas Of

AUTO ZEITUNG

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